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Der Philanthrop

Immer, wenn ich das virtuelle Leben so richtig satt habe, weil ich es mit einer Jugend zu tun bekomme, die Rechte Ideologie doch wirklich und tatsächlich für eine annehmbare Option in der Demokratie hält, habe ich auch das Glück, einen Arzttermin bei dem Arzt zu haben, wo der junge Sohn meines Schulfreundes, den ich nun über 30 Jahre kenne, arbeitet.
Er kommt nach Vater und Onkel und ist somit ein sehr angenehmer junger Mensch, der sein Leben nicht mit reaktionärem Gewäsch im Internet vergammelt, sondern den Menschen lieber Gutes tut und dabei immer fröhlich ist. Arzt ist er nun keiner, das war ein Irrtum von mir, aber fertiger Krankenpfleger mit Abitur und großer Zukunft. Seine beiden Großmütter reißen sich darum, ihm das Studium zum Arzt zu finanzieren und ich kann beide verstehen.
Sebastian ist bei allen sehr beliebt, die mit ihm Umgang haben und er hat alle nur denkbaren Voraussetzungen, um ein sehr guter Arzt zu werden. Er hat nicht nur ein gutes Wort für jeden, den er vor sich hat, sondern er hat auch heilende Hände.
Er kann bei mir ewig in einer Wunde herumstochern, die höllisch schmerzt, aber in dem Augenblick, wo er fertig ist, geht es mir besser. Das ist mehr als nur Talent, das ist eine Gabe.
Damit diese Gabe in die richtigen Wege gelenkt wird, streiten sich seine Großmütter schon darum, ihm die dämlichen, aber heute leider notwendigen Studiengebühren zahlen zu dürfen. Ich stehe mit meiner überaus guten Meinung nicht alleine da.
Er ist eben bei allen Menschen ein ausgeglichener, freundlicher junger Mann. Soweit ich weiß, hat er auch Internet, aber er nutzt das nur zur Information und nicht, um abenteuerlich Rechtes Gefasel abzusondern und sich politische „Feinde“ zu machen.
Dazu ist er einfach zu klug und hat eine zu gute Erziehung genossen und hat zuviel reales Leben.
Dazu ist er zuwenig Misanthrop, denn er liebt ja die Menschen.
Leider habe ich die falschen Gene und den völlig falschen Lebenswandel gehabt, denn vielleicht hätte ich andernfalls auch einen solchen Prachtkerl von einem Sohn gehabt, auf den ich so stolz hätte sein können, wie mein alter Schulfreund Olaf auf seinen Basti.
Nur sollte bei mir ja so Einiges nicht sein und ich hatte dafür sehr viel Anderes. Ob das nun Familie und Kinder ersetzt hat, ist jetzt mehr als nur fraglich.
Der Zug ist nun abgefahren und ich muss zum Arzt, um da geborgte Vaterfreuden und geborgtem Stolz zu erleben, wenn ich Basti seinen Job machen sehe.
Was bringt es einem, in der ganzen Welt zuhause gewesen zu sein, wenn das echte Glück ein ganz anderes ist?
Soweit ich das sehe und einschätzen kann, wird Basti das besser machen. Er wird der Philanthrop sein, der den Menschen helfen wird und außerdem in der ganzen Welt zuhause.
Das zumindest wünsche ich ihm ganz ehrlich.