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Der Proby vom WTC

Proby nennt man in New York die Neuen, die neun Monate Probezeit bei der Feuerwehr dort ableisten müssen, bevor sie richtig dazugehören. Die Dokumentarfilmer Gédéon und Jules Naudet drehten 2001 gerade einen Film über das Leben eines solchen Proby, über den Griechen Nick, der in der Feuerwache „Ladder 1“, die in der Nähe des WTC stationiert ist.
Kommentiert von Robert de Niro und auch in der deutschen Fassung ist es die sympathische Synchronstimme von de Niro, die den Film kommentiert. Der Proby Nick wartete monatelang auf seinen ersten echten Brand, bei dem er sich beweisen konnte und was er dann bekam, war das Inferno. Am 11. 9. war die Ladder 1 um 8:45 Uhr Ortszeit in der Nähe des WTC um eine Gasleitung zu überprüfen und Gédéon Naudet mit der Kamera immer dabei.
Er machte auch die schockierenden Bilder, die seitdem um die Welt gingen und die ich im sicheren Deutschland zur selben Zeit im Fernsehen sah. Die Feuerwehrleute im brennenden Turm dachten an dasselbe, das ich und sicher die halbe Welt vor dem Fernseher dachten, sie dachten an den Beginn des dritten Weltkrieg.
Nur wussten die Feuerwehrmänner vor Ort sogar noch wesentlich weniger, als der Rest der Welt, denn als sie im zweiten Turm noch Leben retteten, wussten sie nicht, dass der andere inzwischen mit lautem Krach eingestürzt war. Nachdem dann um 10:28 Uhr Ortszeit auch der zweite Turm einstürzte, gaben die Feuerwehmänner auf und gingen frustriert zurück auf ihre Wache, wo in einem Fernseher schon Präsident Bush von Rachefeldzügen faselte und verspricht: „Die USA werden die Verantwortlichen für die feigen Anschläge jagen!“ Nur ein gnädiger Stromausfall konnte die Feuerwehrmänner davon dann befreiten.
Gédéon Naudet vermisste seinen Bruder und die Wache den Proby Nick, aber beide waren zum Glück wohlauf und der junge Nick konnte sogar schon Scherze machen, die ihm aber im Angesicht des Ausmaßes der Zerstörung bald vergingen.
Am nächsten Tag, am 12.09. waren die Männer von der Ladder 1 dann dorthin unterwegs, wo mal das WTC stand und den die Welt nun als Ground Zero kannte, um dort Überlebende zu suchen.
Von den beiden Türmen mit den je 210 Stockwerken waren nur Staub und die U-Bahnstation darunter übrig und die Firefighter der Ladder 1 waren über den Verlust ihres Tradecenters fast noch entsetzter, als über den Leichenregen, den sie am Tag vorher da erlebt haben. Der Anschlag auf das WTC hat insgesamt 6700 Menschen das Leben gekostet, darunter auch einige Hundert Polizisten und Feuerwehrleute.
Bush hat Osama Bin Laden, den Verantwortlichen für den 11. 09. auch nach vier Jahren nicht gefunden oder gar bestraft, aber er machte Wahlwerbung mit der Feuerwehr von New York, die auf ihn nun gar nicht gut zu sprechen ist, wie sogar die Bush eher freundlich gesonnenen Bild zu berichten wusste: „Harold Schaitberger, Chef der Feuerwehrvereinigung, wirft Bush „Heuchelei der schlimmsten Sorte“ vor. Er schlachte den „Heldenmut der New Yorker Feuerwehrleute“ für seine Wiederwahl aus, während die Feuerwehr unter Geldnot leide.“
Bush hat zwar Kriege angezettelt, aber nur bei den Falschen und eigentlich hat er jetzt auch keine Lust, damit wieder aufzuhören.
Der Dokumentarfilm über den 11. September, der auch genauso heißt, bietet eine Menge bekannter und noch unbekannter Bilder und ist mir eine Empfehlung wert. Nick, 2001 der Proby der Ladder 1, ist nun einer der alten Hasen und ein Dokumentarfilm, der mir den einen oder anderen Kloß in den Hals trieb, bekommt auf meiner Wertung glatte 10/10!