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Der Todesengel von Auschwitz

In dem Film „Nichts als die Wahrheit“, 1998 von Roland Suso Richter ist Peter Rohm (Kai Wiesinger) nur ein Anwalt, der sich eigentlich nur als Hobby mit der deutschen Geschichte und dem tödlichen Arzt von Auschwitz, Dr. Josef Mengele beschäftigt hat.
Nur bekommt Peter Rohm an seinem Geburtstag bekommt er ein geheimnisvolles Paket mit der Uniform von einem SS-Arzt und nachdem Rohm den Absender ermittelt hat, ihn besucht, überwältigt nach Argentinien entführt wird, ist der Anwalt plötzlich ein Teil dieser Geschichte.
Mengele, der persönlich über 300.000 Menschen in die Gaskammer geschickt hat, ist nicht etwa tot, sondern lebt putzmunter mit 97 als Heinz Baumgarten in Afrika und hat nun Heimweh. Mengele (Götz George, der unter der Maske kaum zu erkennen ist) weiß genau, dass ihm in Deutschland der Prozess droht, aber genau den will Mengele erstaunlicherweise auch. Er will sich rechtfertigen und er will seine Wahrheit als seine Verteidigung vortragen und will dazu unbedingt Peter Rohm als seinen Verteidiger, der seine Wahrheit vor Gericht auch glaubhaft macht oder machen soll.
Rohm ist alles andere als begeistert und übernimmt die Verteidigung ziemlich widerwillig und auch nur auf Weisung von Richter und Staatsanwalt und weil Mengele etwas über seine Mutter weiß, obwohl das Alles eher ein finsterer Alptraum für die deutsche Justiz ist oder gegebenenfalls wäre, der der Film ist zum Glück nur fiktiv und Josef Mengele dann doch schon ziemlich tot.
Aber alleine die Möglichkeit „was wäre, wenn?“ ist ein guter Aufhänger für einen solchen Film und die dunkelsten Seiten der Phantasie. Der Mengele im Film macht doch aber allen Ernstes Menschlichkeit als Motiv für seine Verbrechen geltend. „Er wollte helfen und den von ihm selektierten Leuten und Kindern die Qual der Gaskammer ersparen!“. Das ist auch das Erschreckende, denn mit einer ähnlichen Argumentation haben ja andere prominente Nazis, die nun nicht gerade Mengele hießen, ihre Prozesse überstanden.
Das bundesdeutsche Recht nach 1949 hat es möglich gemacht. Für mich waren die einzigen Längen im Film, die Aufzählung der sadistischen Gräueltaten, denn von denen wusste ich schon seit meiner Schulzeit.
Das ist nur für Westdeutsche 1999 alles ziemlich neu gewesen. Die, filmisch eingebauten, Aufmärsche der neuen Rechtsextremisten ließen den Film dann noch beklemmender erscheinen, als er ohnehin schon ist. Der Staatsanwalt hat es dann auch recht gut zusammengefasst: "Josef Mengele ist befriedigt. Er hat es geschafft, seinen Mythos mit einem Menschen aus Fleisch und Blut Konturen zu geben. Dieser Mensch hat längst über uns alle gesiegt."
So endet dieser fiktive Film natürlich nicht überraschend, aber überraschend ist dann doch das Plädoyer des Anwalts Peter Rohm.
Da es diesen wichtigen Film von 1999 erstaunlicherweise nicht auf DVD gibt, danke ich meinem jungen Freund Daniel, der für mich aus einer alten VHS eine ganz brauchbare DVD gemacht hat. Ich finde, dass genau solche Filme heute zur Pflichtlektüre gehören sollten, denn sie marschieren ja schon wieder, die Gestalten, die einen Josef Mengele erst möglich gemacht haben!
Was den Film angeht, so hat er allein für die Idee und die Maske von Mengele/Götz George schon 8/10 Punkten verdient. Eine Kaufempfehlung würde ich geben, wenn die DVD zu haben wäre. So heißt es allerdings nur darauf warten!
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