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Der deutsche Humor

Dieser hat in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts einen Quantensprung in Sachen Qualität gemacht. Da, wo in den Siebzigern noch ein Otto Waalkes noch Grimassenschneidend über deutsche Bühnen und Fernsehbildschirme recht Flach rumalberte, begann in den Neunzigern ein wahrer Quantensprung in Sachen Humor. Die erste Late Show mit Thomas Koschwitz war genauso flach wie ihr Namensgeber unsympathisch. Er hatte seine Vorbilder Lettermann und Leno zwar gesehen, aber nicht begriffen. Das wurde anders, als Harald Schmidt seiner Show die Fernseh und Humorlandschaft gründlich umkrempelte. Dienstag bis Freitag den Recorder auf Sat1, 22:15 Uhr Programmieren wurde zur Pflicht. Auch diese Entwicklung haben die Öffentlich Rechtlichen wieder mal verpennt. Da, wo bei Otto noch der Krawallhumor für Kleinkinder regiert hatte, übernahm auf einem anderen (privaten!) Programm Harald Schmidt mit spitzer Zunge und kuriosen Einfällen dann das Zepter. Wer kommt schon auf den Einfall, ganze Opern dem geneigten Publikum mittels Play Mobil Figuren zu erklären? Auch die Tagespolitik kommt nie zu kurz. Wenn ein Rudolph Scharping sich im Swimmingpool mit seiner Freundin zum Affen machte und das dann noch dreist an Frauenmagazine verhökert hat, brauchte er eigentlich nichts mehr fürchten, als die spitze Zunge von Schmidt. Trotz oder vielleicht gerade deswegen, sind Schmidts Gäste fast immer vom Feinsten. Ein Gerhard Schröder war noch als Ministerpräsident da und ein Joschka Fischer schon als Außenminister nicht zu fein für einen Besuch. Nun mussten die anderen Privaten da aber irgendwie mithalten. Pro 7 hatte da einige Konzepte. Das Erste mit einer Ingo Appelt Show floppte aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen. Dann kam ein gewisser Stefan Raab, der als Blödelbarde und Ansager beim Kindermusiksender VIVA von sich reden machte und erfand eine Show Namens TV Total, die Anfangs Fernsehunterhaltungspannen karikierte, dann nur noch und recht erfolglos Harald Schmidt und mittlerweile nur noch sich selbst, denn ohne zusammengeschnittenes Bild und Tonmaterial geht nun gar nichts mehr und der Humor ist nur noch derbe und recht platt. Um so besser war dann die Idee des Quatsch Comedy Clubs mit Thomas Herrmanns, der jeden Montag aktuelle oder neue Comedians präsentierte. Da trat eines Abends dann ein gewisser Michael Mittermeier auf, der aufs Köstlichste den Fernsehalltag parodierte. Während Schmidt hauptsächlich mit Spitzer Zunge und Worten, die so spitz sind, wie die Klingen aus Solingen scharf, macht Mittermeier das mit etwas mehr Körpereinsatz, aber nicht weniger brilliant. Daraus wurde dann auch seine Bühnenshow Zapped, mit der er sehr erfolgreich durch Deutschland tourte. Um das zu toppen, erfand er Back to Life, eine Onemanshow, die sich eine sehr unterhaltende Weise befasst mit den Bösartigkeiten des Alltags, wie volle Fahrstühle im Kaufhaus, Indios in Fußgängerzonen, Discofoxtänzern und braunen, manchmal schwarz getarnten Plastiktüten, die man in diversen Sexshops bekommen soll und natürlich die Zeuge Jehovas, (olé olé super Zeugen! *g*) die fremde Leute Samstagmorgens aus dem Bett holen. Nicht zuletzt noch ein gesunder Hieb gegen die Kinder, die bei ihm die Arschlochkinder sind. Ich persönlich hab das Gefühl, das diese alle bei GIGA landen. Vorzugsweise bei GIGA Games und einige AK fallen auch durch das Gieren bis zur Selbstverleumdung nach virtuellen „Titeln“ meist recht unrühmlich auf. Das müssen nichtmalmehr Kinder sein, die danach gieren. Das der Comedy Holzhacker Otto wieder mit einem neuem Programm mit alte Grimassen durch Deutschland tourt hat dagegen nur noch den Unterhaltungswert einer Leichenschändung.