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Der zerlumpte König Artus (Ein Verriss)

Ich habe mir jetzt den Film von 2004 zum zweiten Mal angesehen und war gleich zum zweiten Mal sauer und enttäuscht. Sauer, diesen Mist gekauft zu haben und enttäuscht über die eigensinnige und schlampige Machart. Es macht einfach keinen Sinn, König Artus, so kennt man ihn ja aus der Saga, vom Mittelalter in die Zeit der Römer zu verlegen und aus den „edlen Rittern“ der eigentlichen Saga ein paar zerlumpte, leibeigene und marodierende Landstreicher zu machen, die dann auch noch im Dienst der Römer stehen. König Artus hatte einen festen Wohnsitz mit Tafelrunde im alten England und der hieß Camelot, wie jedes halbwegs belesene Kind weiß.
Er lebte genauso wenig im Wald, wie sein magisches Schwert Excalibur eine Wegwerfklinge von Wilkinson war.
Der Film von Antoine Fuqua hat mit der eigentlichen Saga von König Artus Tafelrunde in etwa genauso viel zu tun, wie ein genehmigter Schwangerschaftsbrauch mit dem Segen des Vatikans und die Begriffe „römische Legion“ und „päpstliche Armee“ passen genauso gut zu König Artus, wie ein Walkman zu einer Rüstung, aber das kommt eben dabei raus, wenn amerikanische Studenten europäische Sagen und Geschichte unter dem Einfluss harter Drogen studieren und mit diesem Halbwissen dann auf Hollywood losgelassen werden.
Dass aber auch Amerikaner es besser wissen und besser können, hat ja Mark Twain schon bewiesen, als er die Geschichte vom „Yankee an König Artus Hof“ geschrieben hat. Die spielte da, wo König Artus hingehört, im beginnenden Mittelalter.
Auch da kein Wort über Sklaven, Päpste oder gar über Römer.
Auch sonst bleibt vom Film nicht viel hängen, außer, das den Figuren völlig das Charisma fehlt und Till Schweiger als Kinnbezopfter Barbar einfach nur im höchsten Maße dämlich aussieht.
So, wie der Film jetzt ist, taugt er maximal etwas für das jugendliche, amerikanische Kinopublikum, denn die habe es da ja gerne etwas simpler.
Für mich überzeugten Europäer ist das dasselbe, als würde ein deutscher Regisseur die Legende von Bigfoot nach Mexiko verlegen oder den amerikanischen Bürgerkrieg auf den Donnerstag, bevor Christoph Columbus das erste Mal in Kuba an Land ging.
Für mich als Filmfan bleibt nur zu hoffen, dass sich mal ein Regisseur vom Format des Peter Jackson dieses Themas König Artus annimmt, der sich etwas mehr an die literarische Vorlage hält, denn ich mag die „normale oder europäische Version“, wo Artus noch ein König ist, der auf Schloss Camelot seine Tafelrunde hat und nicht als zerlumpter Reiter durch die Wälder streunt.
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