About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Deutschland, das Land der Denunzianten

Offenbar an chronischer Themenarmut leidend, bringt es das Fernsehen ans Licht. Das, was mir schon seit Längerem klar war, ist eine bewiesene Tatsache. Deutschland 2005 ist mal wieder ein Land der Denunzianten. In den Fernsehmagazinen ist es ein Dauerthema und dort zeigt man gerne, wie ein Nachbar den anderen aus vollem Herzen anscheißt irgendwelche deutsche Behörden einschaltet, damit der böse Nachbar auch wirklich abgestraft wird.
Ob der Nachbar nun den Müll horizontal oder vertikal trennt, gar dunkel bis schwarz arbeiten geht, der Anlass ist absolut egal, Hauptsache, der fiese Nachbar weicht von der norm ab und kann dafür, möglichst von einer Obrigkeit so abgestraft werden, dass der Denunziant selbst dabei unerwähnt bleibt, denn der angeschissene Nachbar könnte ja zu den gleichen Mitteln greifen und dann geht es nachher vielleicht noch um den Balken im eigenen Auge und dann sieht man die Splitter in den fremden Augen sehr viel schlechter. Die alte deutsche Volksweisheit „Der größte Lump in diesem Land, das ist und bleibt der Denunziant.“ Hat immer noch oder besser schon wieder seine Gültigkeit.
Ist ein Mensch heute länger arbeitslos und geht trotzdem etwas arbeiten, findet sich ganz sicher auch ein umtriebiger und gewissenhafter deutscher Nachbar, der das auch einem neugierigen Amt meldet. Jede deutsche Obrigkeit konnte sich bisher auf diese dunkelsten Eigenschaften der Deutschen verlassen. Schon im Mittelalter reichte ein Tipp an den örtlichen Bischof aus und das störende Kräuterweiblein, das im Wald mit ungiftigen Pilzen und Kräutern nervte, landete Dank eines ausgeprägten Denunziantentums bei der nächsten christlichen Säuberung des Dorfes als Hexe auf einem gemütlich warmen Scheiterhaufen.
Der Denunziant an sich ist trotzdem oder gerade deswegen eine sehr gesellige Natur und umgibt sich auch gerne mit anderen Denunzianten, die seine Vorlieben mit ihm teilen und so entstehen immer ganze Rudel dieser merkwürdigen Mitmenschen, denn diese Rudelbildung machte speziell die deutschen Denunzianten dann immer besonders mutig. Es war Adolf Hitler, der diese nette deutsche Eigenschaft als Erster für sich und seine Zwecke auszunutzen wusste, um sich seiner Feinde zu entledigen.
Seine Nazis haben sogar einen Beruf daraus gemacht, den Blockwart und die Denunziation hat dann auch recht gut funktioniert. Man musste nur auf unliebsame Nachbarn oder Arbeitskollegen zeigen, behaupten, sie wären Juden oder Kommunisten und schon steckten die Nazis diese verdächtigen Elemente in ein Lager und die Denunzianten waren erst einmal zufrieden.
Die Staatssicherheit des nächsten deutschen Staates im Osten fühlte sich so unsicher, dass sie beschloss auf die bewährte Methode der Denunziation zurückzugreifen und damit ihren Staat, die DDR zu sichern.
Aber das ging ja sogar trotz einer Armee von Denunzianten, die von der Stasi dann sogar offiziell in IM, Informelle Mitarbeiter, umgetauft wurden, in die Hosen und hat der DDR nicht allzu viel genutzt, denn sie ist Geschichte.
Nur die Denunziation ist noch immer ein beliebtes Hobby bei so einigen Deutschen. Sie hat nur kleinere Maßstäbe angenommen, denn heute denunziert man privat und aus reinem für das eigene kranke vergnügen.
Ältere Denunzianten sitzen den ganzen Tag am Fenster und warten auf Falschparker, die sie anzeigen könne und die noch nicht ganz so alten hocken genau solange im Internetforen oder Chats, gieren nach wertlosen virtuellen Titeln und üben das Anscheißen fremder Leute schon einmal für ihr gestörtes Leben.
Aber hin und wieder wird es den Alten am Fenster zu langweilig und dann sind auch sie im Internet auf der Jagd nach Titeln, um damit dann fremden Menschen auf den Kranz gehen zu können. Auch sie agieren zu gerne in Mehrheiten, hinter denen sie sich verstecken können, denn Denunzianten sind ja per se ziemlich feige.
Denunzieren ist nicht alleine eine deutsche Eigenschaft, aber in Deutschland wurde das Denunziantentum erst richtig kultiviert und es sieht auch nicht danach aus, als wenn die Deutschen diese Eigenschaft mal ablegen würden, denn dazu sind sie ihrer Obrigkeit einfach wieder zu hörig. Ich für meinen Teil konnte mich noch nie dafür begeistern, aber ich schlage da ganz sicher aus der deutschen Art. Diese Werbekampagne, nach der ich Deutschland sein soll, empfinde ich daher auch als eine persönliche Beleidigung. Lieber bin ich dann Ägypten und ein stolzer Beduine!

Für die übliche Wut und andere Ausbrüche, anonyme Beschimpfung durch Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, bitte hier klicken!