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Deutschland Erfolgreich Machen

FriedrichshainFuss


Nach einem, ohnehin schon lausigen Tag prangte mir im Fernsehen nach der Hofberichterstattung über die Türkeireise des Popen dieses Wortgebilde entgegen, das allerdings nicht etwa das Motto beim Kongress der deutschen Legastheniker war, sondern allen Ernstes ein sicher teuer bezahlter Slogan der absolut christlichen Union Deutschlands, auch berüchtigt unter dem Decknamen CDU.
Von den drei Worten ist nur eines ein echtes Substantiv, das entsprechen groß geschrieben werden sollte, aber ein schwer bekiffter Werbetexter hat sich gedacht, mit diesem grammatikalischem Unfall eine Botschaft zu verkaufen, die nichts weniger besagt, als das die fortschrittlichste Partei der Welt nun Deutschland auf die christlichste Art und Weise noch viel erfolgreicher machen will, als es ja ohnehin schon ist.
Die Kanzlerin hatte den ganzen christlichen Verein ja schon nach Dresden zum Parteitag geladen, um dort die ultimative Lobhudelei in eigener Sache veranstalten, als wäre der derzeitige kleine Aufschwung ihr eigener Verdienst und nicht etwa das Ergebnis von Schröders Reformen, wie alle Wirtschaftsexperten es mittlerweile bestätigen.
Das restliche Deutschland ist mit Lob für die Kanzlerin und ihre zerstrittene Gang ja eher geizig, obwohl Deutschland dank des Segensreichens Wirkens der Frau Merkel ja nun aus 80 Millionen steinreichen Menschen besteht. Mich interessierten die Millionen Euro Rente, die Frau Merkel für mich durchgesetzt hatte an diesem Tag weniger, da mein Tag aus anderen Gründen schon ziemlich gelaufen war.
Die beste Freundin von allen wurde krank und hatte den Kinogang zu James Bond abgesagt und ich selbst hatte ein Termin beim orthopädischen Chirurgen der meine gerissenen Bänder am Sprunggelenk nach sechs verplemperten Jahren nun endlich richten sollte. Dieser Chirurg firmierte in einer Art Viehhof, mit der ich auch so meinen schlechten Erfahrungen gemacht hatte, im Krankenhaus Friedrichshain. Eine Anlage, doppelt so groß wie der Flughafen Frankfurt am Main, aber nicht ganz so übersichtlich. Nur die orthopädische Chirurgie war relativ leicht zu finden, denn es war ein Haus, vor dessen Eingang gab es zwei große Berge, einer mit Knochen und einer mit amputierten Gliedmaßen.
Ein Anblick, der mir irgendwie keinen Mut machte. Nur raffte ich trotzdem Mut und letzte Energie zusammen und humpelte die letzten 30 Kilometer bis zum Sprechzimmer, denn ich hatte ja einen Termin. Nur ist das mit Terminen beim Arzt heute auch ein sehr eigen Ding, denn diese feste Vereinbarung zweier Parteien auf ein, zeitlich fest umrissenes Treffen reduziert sich auch schon auf ein loses „Man kann ja mal kommen und sein Glück versuchen“. So versicherte mir die zuständige Schwester „Der Doktor nimmt sich sehr viel Zeit bei seinen Patienten, für jeden mindestens 30 Minuten“. Eine Auskunft, die ungemein beruhigt, wenn man gleich dran ist, aber das Wartezimmer war noch voller Leute, obwohl die auch schon seit Stunden einen „festen Termin“ beim Doktor hatten, wie ich bei Befragung erfuhr.
So voll, wie das Wartezimmer war, hätte ich da mehrere Tage zelten müssen, um einen Doktor zu erleben. Darauf ließ ich mich erst gar nicht ein, sondern gleich einen neuen Termin für Dezember geben und nach hause fahren. Zuhause angekommen, den Fernseher angeworfen und die stundenlange Hofberichterstattung über Papst, Merkel und Parteitag taten ihre Wirkung, denn mein Essen wollte auf einem Weg raus, der dafür nicht vorgesehen ist.
Als schlichtes Gemüt fasste ich als Grund dafür eine Magen Darmgrippe ins Auge, aber dagegen sprach, dass auch mein Kater vor dem laufenden Fernseher beim Parteitag sein Gewölle erbrach. Ob es nun nur an dem bescheuerten Slogan lag, mit dem die CDU das Volk für dumm verhökern wollte oder an der eindringlichen Stimme dieser seltsamen Frau, entzog sich meiner Kenntnis.
Aber das änderte sich spontan, als ich die frisch erworbene DVD mit dem Horrorfilm Silent Hill einlegte. Ein recht netter Horrorfilm, der aber dann im Verlauf der Handlung dann doch an den Parteitag in Dresden erinnerte, denn nicht nur die Geisterstadt Silent Hill gemahnte im Aussehen stark an Dresden, sondern auch die vielen Toten an den Parteitag, nur dass sie etwas lebendiger wirkten, als die brav klatschenden Mumien der CDU.
Als dann noch eine religiös völlig besoffene Chefin im Film auftauchte, war die Nähe zur Realität fast perfekt. Schon, weil da auch das Böse zugange war...
Nur im Gegensatz zum Parteitag wurde der Film noch recht spannend und man geizte trotz FSK 16 nicht mit Blut. Ein Film, der auf meiner Wertung auf gute 9/10 kommt, weil er einen hässlichen Tag noch gut ausklingen ließ.
Was meinen Fuß angeht, so werde ich noch was länger mit Schmerzen leben müssen, aber langsam gewöhne ich mich daran. Magen und Darm haben sich wieder beruhigt und alles kommt dort raus, wo es soll. Was will ich mehr? An die Schmerzen gewöhne ich mich schon, denn Al Bundy und alle Ärzte wissen ja, „Wo Schmerz ist, ist Leben!“





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