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Die „besser als erwartet“ Kanzlerin

Ein Text nach einer mündlichen Vorlage von Volker Pispers

Das ist so in etwa das, was die aktuelle Regierungschefin Deutschlands recht treffend umschreiben würde. Vor einem Jahr hatte Deutschland über fünf Millionen Arbeitslose und die Presse schrieb in großen Lettern: TU WAS KANZLER!
Nun sind es wieder über fünf Millionen und was schreibt die Presse diesmal? Sie schreiben: „Sie macht das doch nicht schlecht!“, „Sie macht eine gute Figur“ und “Sie macht es besser, als erwartet“. Was müssen die Menschen dann eigentlich erwartet haben von ihr? Nun streikt der öffentliche Dienst, die Ärzte streiken auch, die Renten werden gekürzt, die Mehrwertsteuer wird erhöht, die Lebensarbeitszeit wird auf Rente ab 67 verlängert, kann man noch mehr erwarten, als das in 100 Tagen? „Sie macht es nicht schlecht“ steht in den Zeitungen. Dass es in Deutschland tatsächlich besser wird, kann keiner wissen und ist aber klar, denn es regiert ja eine christliche Partei und da muss man glauben. Der Glaube ist ja sowieso wieder groß im Kommen, da die Menschen offensichtlich völlig verlernt haben, ihr Leben selbst in den Griff zu bekommen und der Staat als regelnde Kraft wegen zu großer finanzieller Enge so völlig ausfällt. Nur, „besser, als erwartet“? Wie wenig hat man denn von der Frau eigentlich noch erwartet? Das sie bei ihren diversen Antrittsbesuchen auf dem ersten besten roten Teppich lang hinschlägt oder Bush vor Begeisterung auf den Anzug kotzt, wenn sie ihm zum ersten Mal als deutsche Kanzlerin ins Gesicht sehen darf? Bei den meisten Menschen würde bei dem Mann das ins Gesicht sehen dafür schon völlig reichen, aber Frau Kanzlerin ist ja hart im Nehmen. Derweil überbieten sich die deutschen Zeitungen in Bezug auf sie in der Abgabe von Floskeln. Neben „besser als erwartet“, „nicht schlecht“ und „macht eine gute Figur“ wird so ziemlich jeder Handgriff gelobt, den die Frau im Kanzleramt so macht und man wartet eigentlich nur noch auf die Schlagzeile SIE ATMET!
Derweil wabert die Zahl der Arbeitslosen im Land weiter so um die fünf Millionen, die Preise steigen schneller als ein Fluss bei Hochwasser, aber die Bürger sind von den Floskeln der Zeitungen eingelullt und vertrauen im Übrigen ja wieder auf Gott. Warum nun Gott seinen Willen in Deutschland allerdings ausgerechnet durch eine ehemalige FDJ-Sekretärin erledigt sehen will, wo es doch soviel, sozialistisch eher unbelastetes Bodenpersonal geben würde, ist eines seiner vielen Geheimnisse. Das deutsche Volk murrt jedenfalls wieder einmal nicht, sondern macht diese ganze Rolle rückwärts auch noch mit Begeisterung mit. Es ist eben das deutsche Volk und da wird einfach hingenommen. Das deutsche Fernsehprogramm tut dafür ja auch sein Möglichstes und schläfert seine Zuschauer nach dem bewährten Motto „panem et circensis“, also Brot und Spiele für das Volk, auf das es nicht maule, ganz einfach mit DSDS, Musikantenstadl, TV Total und ähnlich flachem Zeug ganz einfach ein und wie vor 2000 Jahren in Rom, wirkt panem et circensis noch immer. Nur kann ich mich an eine Frau Merkel in der Opposition erinnern, die den Wählern sehr viel mehr versprochen hat, als nur „besser als erwartet“ zu sein und eine „gute Figur“ zu machen. Sie wollte es ganz schlicht besser machen als der böse Sozi Schröder und nicht nur irgendwie so wirken, als würde sie das Amt gerade noch verkraften. Noch wird sie mit Samthandschuhen behandelt, aber selbst wenn sich diverse Vertreter der großen schwarz/rosa Koalition in den politischen Talkshows zusammenrotten, ist deren Jubel dann eher doch verhalten und geht über ein „ganz gut“ und „Wir sind auf dem richtigen Weg“ nicht hinaus, wenn sie dabei dann dem Bürger die nächste teure Schweinerei verkaufen wollen. Jedes Volk bekommt zwar immer die Regierung, die es verdient und die Deutschen haben mit ihrer Art von Wählerei seit 1982 eigentlich auch nichts Besseres zu erwarten gehabt, aber nun das völlige Mittelmaß zum Standard zu machen, grenzt an völligem Wahnsinn. Wenn die Deutschen einen Regierungschef haben wollten, der sich nur dadurch auszeichnet, nicht allzu viele Fehler zu machen, hätte es ein Zaunpfahl ja auch getan. Spannend wird es immer dann, wenn die Kanzlerin beschließt, sich selbst vor einer Kamera zu äußern, wobei die Reaktionen in der Presse vom nächsten Tag fast immer dieselben sind. Sie war wieder nicht gut, sondern nur „besser, als erwartet!“