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Die 120 Tage von Sodom

Ein echter Film nur für echte Cineasten, der 1975(!) vom italienischen Regisseur Pier Paolo Pasolini gedreht wurde und für entsprechende Skandale bei der Aufführung sorgte. Italienische Regisseure, wie Federico Fellini und Pier Paolo Pasolini galten ohnehin als ziemlich neben der Spur, aber mit diesem Werk, das es verständlicherweise nur als FSK 18 gibt, hat Pasolini den Vogel abgeschossen. Hier erst einmal der Plot des Films von meiner Videothek, wo ich den Film für 11 Euro geschossen habe:

„In der (fiktiven) Republik von Salo, dem letzten Refugium italienischer Faschisten kurz vor dem Ende der Mussolini-Herrschaft, inszeniert eine Gruppe sadistischer Großbürger terroristische Grausamkeitsrituale: Junge Männer und Frauen werden als Lust- und Folterobjekte missbraucht und erniedrigt, schließlich in einer perversen Orgie zu Tode gequält. In seinem letzten Film entwirft Pasolini jenseits spekulativer Intentionen und ästhetischer Gefälligkeit eine schockierende Vision menschlicher Machtbesessenheit und barbarischer Zerstörungslust inmitten hochgeistiger kultureller Verfeinerung. Der nach einem Roman von de Sade entwickelte Stoff ist zwar im Jahr 1944 angesiedelt, dient jedoch als Kommentar zur hedonistischen Konsumgesellschaft der Nachkriegszeit, die von Pasolini als apokalyptische Verfallsepoche begriffen wird ohne Hoffnung auf Veränderung.“

Näher muss man auf das, was im Film so passiert auch nicht eingehen, denn es ist einfach widerlich. Eine echte Handlung bietet der Film nicht, denn er zeigt nur ununterbrochen, wie junge Menschen beider Geschlechter von ausschließlich recht alten italienischen Faschisten vergewaltigt, missbraucht, gedemütigt, gefoltert und schließlich ermordet werden.
An und für sich nur ein Beweis dafür, was für schräge Regisseure es im Italien der siebziger Jahre gab. Regisseur Pier Paolo Pasolini selbst hat nicht einmal die Premiere seines Films erlebt, den er nach einem Roman des Marquis de Sade(!) gedreht hatte, weil er kurz vor der Premiere von einem Stricher umgebracht wurde.
Ich habe diesen Film Anfang der Achtziger durch Zufall mal nachts im Fernsehen, in der ARD(!!!) gesehen und wusste nur noch, dass er etwas pervers war.
Nun schienen mir 11 Euro allerdings vertretbar und ich holte die DVD, sah ihn von Anfang bis Ende und war zum ersten Mal in meinem Leben von einem Film schockiert und entsetzt. Das ist in meinen Augen auch kein normaler Film, sondern eher ein ziemlich perverser Horrorporno.
Ich bin eigentlich sonst nicht unbedingt verklemmt und war auch ein Freund der freien Liebe. Nur hat der Film mit Liebe recht wenig zu tun, sondern ist eher ein Loblied auf die Perversion.
Ich persönlich kann mit dieser DVD rein gar nichts anfangen, meine Wertung wäre im Minusbereich und ich Erde ihn bei erster Gelegenheit an einen Cineasten, der bereit ist, sich so etwas ohne Erbrechen anzutun verschenken, sobald mir ein solcher Mensch über den Weg läuft. Mir ist dann pflegeleichter Horror, der mir nicht den Magen umdreht, am Ende doch noch lieber. Dieses ekelhafte Machwerk von Pier Paolo Pasolini ist mir einfach zu böse und zu vulgär und menschenverachtend!
Zumindest erklärt dieser „Film“, warum Pier Paolo Pasolini erstochen und der Film ein paar Mal beschlagnahmt wurde. Beide waren zu pervers. Selbst für Italien.
Ich bin dann lieber kein echter Cineast, wenn ich solche Filme dann gut finden muss und ich gehöre dann lieber zum cineastischen Mainstream, und gucke Filme aus den USA und muss mich nicht ekeln!
Der jubelnde erste Satz aus dem Kinotrailer:
"Ein Meilenstein des internationalen Filmgeschehens!"
möchte sich im Angesicht dieser verfilmten Barberei dann aber auch nicht erschließen! Vielleicht bin ich ja zu alt und zu sensibel...
Für die Kommentarwütigen:
http://www.blog.de/main/index.php/filmtexte