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Die Achtziger

Zurzeit sind diese achtziger Jahre ja wieder hoch im Kurs, obwohl diese Achtziger eigentlich ein Tanz auf dem Vulkan waren.
Dutzende von Filme haben sie zum Thema und mich betreffen sie insoweit, als das die Achtziger die wilde Zeit meiner Jugend war. Auf der Welt gab es noch zwei Systeme und damit Dinge, die es heute nicht mehr so gibt. Es gab noch sauberen Rock und schmutzigen Sex und ich hatte von Beidem reichlich. In Amerika regierte Anfang der Achtziger noch der freundliche Erdnussfarmer und Demokrat Jimmy Carter, der aber 1981 vom ehemaligen Schauspieler und eisenharten Ronald Reagan abgelöst wurde.
In Westdeutschland regierte der Kanzler Schmidt ziemlich gelassen.
Nur der so genannte Nato-Doppelbeschluss von 1979 erregte die Gemüter. Er hatte die Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen in der Bundesrepublik zum Inhalt und die Friedensbewegung, aus der dann später die Grünen erwuchsen, trat auf den Plan.
Dieser Nato-Doppelbeschluss und das Umkippen des Koalitionspartners FDP in Richtung Union brachten 1981 Schmidt dann zu Fall und den Machtbesessenen Helmut Kohl auf den Stuhl des Kanzlers.
Nachdem am 4. Mai in Jugoslawien der Partei und Regierungschef Josip Broz Tito verstarb, der das Land mit eiserner Hand zusammengehalten hatte, machten sich generell im Osten die ersten Auflösungserscheinungen bemerkbar.
Nur änderte das nichts an der harten Politik der UdSSR. Die Jugend in Europa reagierte mit Protest und einer Art Fun-Kultur. In England gab es seit 1977 den Punk und aus Deutschland kam dazu dann Anfang der Achtziger die NDW, die Neue Deutsche Welle. Es war eine schöne Zeit und es war eine gefährliche Zeit, denn beide Weltmächte spielten mit ihren Atomwaffen russisch Roulette. Man lebte jeden Tag, als ob es der Letzte war. Man feierte, lebte, liebte und man machte Musik.
Dem „No Future“ des Punk folgte der Fun der NDW und dann erst einmal einen ganze Weile nichts, das dann mit dem Castingmüll zu Beginn des neuen Jahrtausends endete und seitdem ist da auch nichts mehr. Da kann man froh sein, einmal selbst Musik gemacht zu haben und weiß, wie es geht. Dafür wurde auch der Sex sehr steril, weil die Touristen aus Amerika sich Ende der Siebzieger in Asien und Afrika eine bis jetzt unheilbare Seuche mit dem Namen AIDS eingeschleppt haben, die sie Mitte der Achtziger dann ihrerseits nach Europa einschleppten.
Mittlerweile ist Sex ohne Bereifung unvorstellbar geworden und ein weiteres Relikt aus der Vergangenheit. Computer im Gigahertz und Gigabyte Bereich waren damals genauso undenkbar, wie das tägliche Internet, aber die Menschen fanden sich trotzdem oder gerade deswegen.
Ich kann die Masse der Filme über diese Zeit irgendwie nachvollziehen, denn heute ist es dagegen eher trostlos. Das Einzige, was ich wirklich nicht vermisse, ist der Kampf der Systeme, denn ich hielt und halte noch immer nichts von falschem Heldentum.