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Die Damen Copperfield

Immer wenn es Zeit für den Friseur ist, ist es auch Zeit für meine grenzenlose Bewunderung für das Schaffen und den ebensolchen, grenzenlosen Optimismus der beteiligten Friseurinnen. Egal, wer den Salon mit welchen Haaren betritt, ob ich mit kurzen Unmöglichen, ältere Frauen mit langen, verfilzten, die Mädels setzen ein ernst gemeintes Lächeln auf und beginnen mit der Magie. Ich selbst würde bei Leuten wie mir eigentlich nur noch an die Guillotine denken als einzig modischen Schnitt. Die Mädels da haben zum Glück mehr Phantasie und zaubern aus jedem noch so filzigem Besen eine Frisur, sogar bei mir. Aber auch wenn junge Leute mit abenteuerlichem Kopfschmuck und ebensolchen Wünschen den Salon betreten, wo mir nur Enthauptung und/ oder Perücken einfallen, sehen die Magierinnen der Kopfhaut doch tatsächlich immer wieder eine Frisur. Das ist schon nicht mehr nur gelernt, sondern das ist mindestens eine Gabe, die mir Menschen mit normalem Blick irgendwie völlig abgeht. Während ich noch darüber grüble, wie das geht, haben die Damen der Magie aus meinem filzig, fettem Haar schon wieder eine ziemlich schicke Frisur gemacht, mit der ich mich auch wieder sehen lassen kann. Dazu noch die obligatorische Tasse Kaffee und das nicht ganz so obligatorische Gespräch über Alles und Jeden. Wenn einem die normalen sozialen Kontakte, die man durch die Arbeit mal hatte, abhanden gekommen sind, ist da der Friseur schon eine Art von gesellschaftlichem Ausgleich. Auch sind die Friseusen, egal welchen Alters, allesamt ein sehr leckerer Anblick, aber leider meist auch in sehr festen Händen. Neue Kunden, die den Salon betreten, wenn ich mein Styling genieße, wirken da eigentlich nur noch störend, aber was hilfts, da muss ich durch. Immerhin leben ja die Mädels im Salon davon, dass ältere Frauen und jüngere Kerle ihre toupierten Träume zu ihnen tragen und wenigstens im Ansatz verwirklicht sehen können. Auch ich gehe immer sehr zufrieden da raus, halb Schubi und halb Herr Kaiser von der Humbug-Mülleimer und verspüre trotzdem nicht den Drang, irgendwelche Wüstenbewohner gegen Hochwasser zu versichern oder Eskimos gegen Hitzeschlag. Die Magie der Damen Copperfield geht eben weiter als die des David und hält auch länger, als nur dessen Sekundenbruchteile. Dafür ist sie auch durchschaubarer und liegt in deren Können und Gabe begründet. Ich würde ja viel öfter zum Friseur gehen, aber mein finanzieller Haushalt und meine Haare sind begrenzt!