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Die Faszination des Bösen

Die Nazis und andere Diktaturen haben immer schon gewusst, wie man die Jugend für die betreffenden Ideale begeistern und kaufen konnte. Die Masche ist immer die gleiche. Die Nazis konnten das besonders perfide. Im Film „Napola – Elite für den Führer“ beschreibt Regisseur Dennis Gansel, wie das so vor sich ging.
Der 16-jährige Friedrich (Max Riemelt) selbst an einer Nazi-Elite-Schule an, in der Napola, die Abkürzung für National-Politische Erziehungsanstalten“, kurz: „Napola“ .
Dort geht es hauptsächlich um Leibesertüchtigung, den Endsieg und eine Menge arischen Blödsinn, nur Friedrich selbst lernt aber auch einen neuen Freund kennen: Albrecht Stein (Tom Schilling). Der Sohn des Gauleiters ist ein schüchterner, verzärtelter Intellektueller, der die Schülerzeitung herausgibt und am liebsten Gedichte schreibt. Die Nazis versprachen ja allen alles, aber nur wer sich in Napola zum Jungmann und damit zum gehorsamen Soldaten ausbilden ließ, sollte es auch bekommen. also alles mehr Schein als sein.
Das merkte Friedrich allerdings erst dann, als sich bei einer Übung ein von allen gehänselter Bettnässer und Außenseiter auf eine entsicherte Handgranate warf und sich das Leben nahm, aber anschließend von denselben Nazis, die ihn vorher schikaniert hatten, plötzlich als toter Held gefeiert wurde, kamen auch Friedrich die ersten Zweifel. Dass es sich genauso bei Tom Schillings Rolle als Albrecht verhält, kann man sich denken: Differenziert arbeitet Schilling die seelischen Verletzungen heraus, die seinem Part nicht zuletzt vom Vater zugefügt werden. Überhaupt ist Tom Schilling im Film wesentlich präsenter und hat so die heimliche Hauptrolle vor Max Riemelt, übernommen.
Noch sehr viel präsenter, im bösartigen Sinn, ist allerdings die alles erdrückende faschistische Ideologie der Nazis von 1942. vor allen Dingen dann, wenn man weiß, dass nicht nur ihre Nachfolger schon wieder in deutschen Parlamenten auf ihre Stunde warten, sondern vor allem, wenn man weiß, das es schon wieder eine empfängliche dumme deutsche Jugend gibt, die schon wieder bereit ist, diesen Mist zu schlucken und sogar auch sehr aggressiv dafür wirbt, der Film bekommt von mir zwar nur 7/10, aber wenn er im Juni als DVD zu haben ist, kommt er direkt neben den „Untergang“, denn rein inhaltlich gehört er einfach dahin.