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Die Lüge mit den Lohnnebenkosten

Man hört und liest, wie es im Wahlkampf betont wird, dass die Lohnnebenkosten runtergesetzt werden müssten, damit man endlich neue Arbeitsplätze schaffen könne. Das kommt aus allen Parteien, aber am liebsten reden Union und FDP darüber. Es wird erzählt, man müsse nur die Koste für die Arbeitgeber senken und schon würden die wie verrückt Arbeitsplätze schaffen. So das einhellige Credo von Union und FDP. Nur jeder Deutsche, der die Grundrechenarten beherrscht, die Nachrichten und die Daten an der Börse verfolgt, weiß, dass diese Sprüche glatte Wahlkampflügen sind. So hat in den letzten Jahren die Deutsche Bank z.B. mehrere Milliarden Gewinn gemacht und um ihre Mitarbeiter auch daran teilhaben zu lassen, dann auch gleich mehrere Tausend davon via Betriebsbedingter Kündigung entlassen. Auch der Bezug auf die „klein und mittelständischen Betriebe“ ist albern, denn ich hab in einem mittelständischen Betrieb gearbeitet und die sparen ganz gerne ein, aber denken nicht daran, neue Stellen zu schaffen. Beim Rest der Industrie geht es ähnlich unsozial zu. So berichtet das Manager-Magazin dazu in einer Schlagzeile:


Deutsche Firmen investieren immer mehr im Ausland

„Die Auslandsinvestitionen der deutschen Wirtschaft werden in diesem Jahr auf ein Rekordhoch steigen. Dies ergab eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) bei 7500 Unternehmen. Viele Unternehmen, die vor allem in Osteuropa investieren, wollen gleichzeitig im Inland Stellen streichen.“
Und:
Jede vierte Firma plant Stellenabbau in Deutschland
Daneben ist die Größe entscheidender Faktor für den Blick über die Grenze: Bei den Unternehmen über 1000 Beschäftigten planen dieses Jahr 69 Prozent Investitionen im Ausland. Die These, dass durch Investitionen im Ausland spürbar auch Jobs im Inland entstehen, lässt sich laut DIHK nicht belegen. Demnach wollen in diesem Jahr 13 Prozent der im Ausland engagierten Unternehmen in Deutschland neue Stellen schaffen, 60 Prozent planen keine Veränderung und 27 Prozent wollen hierzulande Arbeitsplätze abbauen. Die Umfrageergebnisse deuteten an, "dass mehr als jedes dritte Invesitionsprojekt im Ausland dazu führt, dass heimische Kapazitäten auf den Prüfstand kommen".


Das kann man so deutlich sogar im Internet nachlesen. So billig, wie in Osteuropa können die in Deutschland auch nicht produzieren, selbst wenn die Lohnnebenkosten halbiert werden sollten und dem Rest der Deutschen, die noch Arbeit haben auch die letzten Errungenschaften von 120 Jahren Gewerkschaften abgeschwatzt werden und die bereit sind, dann sogar bis 90 zu arbeiten, wenn man sie denn nur ließe. Aber warum sollte die Industrie sie denn lassen, wenn sie im europäischen Ausland Dank lascher EU Gesetze immer noch sehr viel billiger produzieren kann? Denn wie immer man rechnet, die teure Kopfgeburt des Euro als alleiniges Zahlungsmittel gibt es in Osteuropa einfach nicht und so ist jede Produktion dort per se schon billiger. Egal, wer sich nach einer möglichen Wahl nun Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin nennen darf, die deutsche Industrie wird unbeirrt davon weiter Arbeitsplätze abbauen. Dann geht es allein nur noch um Schadensbegrenzung und wer das auch noch sozial anstellen kann. Union und FDP haben da ja schon vorgelegt und mit großer Geste die absolut unsozialste Möglichkeit der Erhöhung der Mehrwertsteuer angekündigt. Wenn Kanzler Schröder sagt, er wolle das alles für die Betroffenen sozial abfedern, so habe ich Grund, ihm das zu glauben, denn er hat seine Fehler erkannt und will nun wieder der Kanzler einer sozialdemokratischen Partei sein.
Wenn aber Stoiber und Westerwelle weiter von den Lohnnebenkosten schwafeln, die wegmüssen, damit es wieder neue Arbeit gibt, so sind sie sich völlig klar darüber, dass sie die Wähler nach Kräften belügen. Genauso gut können sie behaupten, dass es Millionen Arbeitsplätze auf Dauer geben wird, wenn man jetzt die Nordsee überdacht. Und wenn Frau Merkel dabei mitmacht und die Lüge nicht erkennt, dann hat sie tatsächlich nur Ahnung von Physik und macht da mit, weil Frau Merkel schon immer irgendwo mitgemacht hat. Nur eine solche Regierungschefin ist so ziemlich das Letzte, was Deutschland und seine Arbeitslosen gebrauchen können!
Für die Kommentarwütigen