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Die Türkei und die EU

Im vergangenen Wahlkampf haben sich die NPD und DVU, ganz wie ihre braunen Vorgänger die historische Wahrheit ein wenig zurechtgebogen. Die Türkei hätte keinerlei Anteil am deutschen und auch am europäischen Wirtschaftswunder und man müsse ihr daher den Beitritt zur EU verweigern. Ein gefundenes Fressen für die „Argumentation“ an deutschen Stammtischen. Deutschland sei kein Einwanderungsland, so tönen die Rechten ganz gerne, aber allein ein Blick auf einige Spitzenspieler des erzdeutschen Fußballvereins Bayern München belehrt jeden eines Besseren, der des Denkens mächtig ist.
Lucio, Samuel Kuffour, Robert Kovac, Martin Demichelis, Zé Roberto, Michael Ballack, Hasan Salihamidzic, Owen Hargreaves, Piotr Trochowski, Vahid Hashemian, Claudio Pizarro, Roque Santa Cruz und José Paolo Guerrero oder auch Pierre Littbarski sind entweder selbst nach Deutschland zur Arbeit gekommen, oder deren Großeltern noch 1911 in den Ruhrpott zum arbeiten.
Die Gastarbeiter, von denen der letzte 1964 noch mit großem Tamtam und einem Moped als Gastgeschenk in Westdeutschland begrüßt wurde, sind mittlerweile ein erheblicher ökonomischer Faktor geworden. Die 11.000 selbständigen Türken Bspw. beschäftigten im Jahr 2000 rd. 48.000 Arbeitkräfte, erwirtschafteten 4,8 Mrd. Euro und investierten ein Volumen von 1,2 Mrd. Euro. Die später eingebürgerten Migranten aus der Türkei sind dabei aufgrund mangelnder statistischer Erfassung noch nicht mal eingerechnet.
Soviel zu den nüchternen Fakten. Hinter den Zahlen stehen allerdings Menschen, die irgendwann in Deutschland eingewandert sind. Ob nun der Großvater von Michael Ballack oder Pierre Littbarski noch vor 100 Jahren zum arbeiten an dann den Bergbau am Rhein gekommen ist, spielt dabei absolut keine Rolle. Es geht mir nur darum, dass wir uns in 100 Jahren an türkische Namen, wie Mohamed, Ali, Burak oder Mustafa genauso selbstverständlich gewöhnt haben und sie nicht mehr wegzudenken sind, wie heute englische, französische, polnische oder italienische Vornamen, wie Stefan, Marcel, Mario, Sebastian ,Adam, oder Daniel die auch ihren Ursprung in der gemeinsamen Geschichte dieser Länder haben.
Wenn die braunen Rattenfänger weiter mit griffigen Wahlparolen, wie „Nein zur Islamisierung Europas!“ und „Massengrab für Euro-Milliarden!“ das Volk verdummen wollen, gehen sie dabei schlicht an den Tatsachen vorbei. Wer sein Gemüse auf dem Markt kauft, wird meist von einem Türken bedient. Ohne die vielen italienischen, chinesischen und griechischen Lokale würde den Feinschmeckern vieles fehlen. Ausländer gehören einfach dazu in unserem Land. Und viele arbeiten hier als eigene Chefs - rund 280.000. Hinzu kommen in Deutschland ansässige Firmen mit internationalen Filialen und ausländischer Zentrale. Wie wichtig sind ausländische Unternehmen für eine Region?
Unterscheidet sich ausländische Unternehmenskultur von deutscher? Allein türkische Unternehmer beschäftigen in Deutschland 260.000 Mitarbeiter. 35 Prozent von ihnen sind Deutsche. Das kann man nichtnur im Internet nachlesen, wenn man es will, sondern auch täglich außerhalb der Wohnung erleben. Man sollte es einfach nur mal wollen. Wenn also die NPD oder ein anderer rechter Trachtenverein und seine Merkbefreiten Anhänger mit dem hochintelligentem Schlachtruf „Ausländer raus“ eine deutsche Bühne betreten, rufen sie damit direkt zum Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland auf. Allerdings kann man das stupide „Ausländer raus!“ der Rechten und ihrem Hirnfreien Gefolge nicht ohne weiteres mit einem „Nazis raus“ begegnen, denn wo sollen die hin? Kein Land in Europa und auf der Welt nimmt uns Deutschen unser braunes Gelumpe ab. Maximal können wir sie für viel Geld in Südamerika zwischenlagern, bis sie ihre Halbwertzeit erreicht haben und vergammeln, aber das wäre zu teuer und die sind es nicht wert. Zurück zur Türkei und der EU. Gerade weil die Nazis diesen Beitritt nicht wollen, ist er schon eine Überlegung wert und die Politiker sollten diesen forcieren. Es sind ja auch die Gastarbeiter gewesen, die Deutschland und Europa nach dem Krieg wieder aufgebaut haben und so hätten ihre Heimatländer lange vor Polen und den baltischen Staaten ein Recht auf Mitgliedschaft in der EU gehabt. Wer das anders sehen kann, ist für mich ein politischer Autist.