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Diesseits von Afrika, Aufbruch

Nun war es soweit. In Deutschland ist es definitiv zu kalt, der August war ein verkleideter April und der September fing auch nicht viel besser an. Meine Mutter wollte mich ohnehin loswerden, um in meiner Wohnung mal richtig die Sau rauslassen zu können und nach Belieben und ohne meine Aufsicht wie wild putzen zu können.
Ich durfte mir eine Reise aussuchen und meine Wahl entfiel auf das warme Ägypten. Dort dann auf einen Luxusdampfer, der den Nil aufwärts in Richtung Assuan-Staudamm fuhr. Da ich körperlich ja ziemlich marode bin, sollte mich ein Freund dahin begleiten. Da war die Auswahl und es kam nur mein ehemaliger Kollege und seit nunmehr auch schon 19 Jahren bester Freund Torsten in die engere Auswahl. Er war ziemlich begeistert und sagte zu. Heute war es nun soweit und wir mußten um 5 Uhr früh am Flughafen Berlin Tegel sein. Dort war es eigentlich wie immer. Ein Ameisenhaufen ist dagegen ein Hort der Entspannung und der Ruhe. Die Deutschen, die ja eigentlich alle kein Geld haben und gegen des Kanzlers Pläne jeden Montag verbissen wie die Teufel demonstrieren, verreisen trotzdem wie die Blöden. Von Terror und Al Kaida völlig kaltgelassen standen diese Deutschen brav aufgereiht wie die Perlen und wie Bürokratie und blanke Gewohnheit es verlangen, an den Schaltern der Airlines des Flughafens und kämpften verbissen um die besten Plätze. Ich machte das, was ich in solchen Augenblicken immer mache, ich ging aufs Klo und überlies Torsten die Nummer mit der Schlange. Als ich dann erleichtert wiederkam fand ich keinen Torsten mehr, aber das lag einzig an mir, denn ich bin in solchen Augenblicken leichter Hektik immer blind wie ein Maulwurf. Er war aber da und hatte alles zu meiner vollsten Zufriedenheit erledigt und wir durften mit unseren 28 Koffern, die man für die sieben Tage auf dem Nil ja unbedingt benötigt, zum Zoll. Bei dem war von den verschärften Kontrollen, die nach dem 11. September 01 ja weltweit angekündigt waren, absolut nichts zu merken. Meine, als Krücke getarnte AK 47 kam genauso durch den Zoll, wie die, als Ohrschmuck getarnten 34 Handgranaten, die Torsten und ich unter uns aufgeteilt hatten. Mir war schon am Schalter der Airline eine Horde von ca. 30 verdächtig aussehenden Hausfrauen mit sehr haarigen Armen und langen Bärten aufgefallen, die eigentlich nur durch ihre Kutten von Armani und ihre seltsamen Stöckelschuhe als Hausfrauen zu erkennen waren. Auch die passierten ohne sichtbare Probleme den Zoll. Der Flug versprach spannend zu werden. Unsere Fluggesellschaft war die Air Berlin und die flog nur mit veralteten Boing 737, die für gewöhnlich ziemlich eng gebaut waren und auch nicht wirklich luxuriös. Zumindest saßen wir auf Plätzen, als das Flugzeug zu rollen begann und standen nicht im Gang. Die 737 rumpelte zur Startbahn und erhob sich dann mit Grazie eines Amboss in den Himmel und es wurde Frühstück gereicht. Allerdings kein Belugakaviar, sondern nur frische Brötchen mit Belag. Wer allerdings schon einmal mit der Lufthansa geflogen ist, weiß diesen Umstand sehr zu schätzen, denn dort gibt es maximal eine Tasse mit sehr dünnem Kaffee. Ich hatte dieses zweifelhafte Vergnügen schon einmal und beschwerte mich also auch nicht weiter. Eine gute Stunde später wollte das Frühstück auch den normalen Weg hinaus und ich ging auf die Toilette, ohne zu ahnen, was danach auf mich noch zukam. Als ich nämlich fertig war, kam ich raus und sah die terroristischen Hausfrauen, die mit entsicherten Stöckelschuhen im Gang das Flugpersonal bedrohten und das Flugzeug nach Kabul entführen wollten, um dort bei den Taliban shoppen gehen zu können. Nun bin ich ja ein Mann der Tat, denn nach vier Jahren fehlender linker Seite, kann ich mit der rechten Hand ohne jede Anstrengung nun Bären erwürgen. Der Selbstverteidigungskurs im Internet für 19,50 Euro sollte sich nun bezahlt machen. Ein kurzer Blick zur Verständigung mit Torsten zeigte mir, das auch er bereit war loszuschlagen und wir machten dann das, was gemacht werden musste und 10 Sekunden später hatte jeder von uns 15 von den 30 Hausfrauen überwältigt und diese lagen bewusstlos im Gang. Sie wurden dann durch eine Tür entsorgt, als wir die Türkei und dort den Bosporus überflogen. Wir wurden dann wie die Helden gefeiert und verwöhnt, aber auch zur Verschwiegenheit verpflichtet, um dem Ruf der Fluggesellschaft nicht zu schaden. Der Rest der Passagiere wurde dann für seine Untätigkeit mit einer Schmonzette bestraft, in der Hugh Grant und Julia Roberts irgendwelche belanglosen Rollen spielten und bald lag das Flugzeug im Tiefschlaf. Doch nur eine Stunde später landeten wir in Luxor, dem Ausgangspunkt unserer Nilkreuzfahrt.