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Diesseits von Afrika, Heimflug

Schon aus purer Gewohnheit jagte Torsten mich um Sieben aus dem Bett. Blöd daran war nur, das es Frühstück erst um Neun gab. Völlig verfrühte Hektik also, aber dieser allerletzte Tag in Afrika sollte noch sehr spannend werden. Natürlich ging der Heimflug erst um 13 Uhr und da war das Ausbuchen um 10 auch noch heftig zu früh. Als ich über vier Schiffe klettern musste, nur um an Land zu kommen, weil unseres wieder das Letzte war, bekam ich wieder eine Kostprobe davon, wie sorgsam die Ägypter mit ihren Kranken, Lahmen und Gebrechlichen umgehen. Ich hatte gelesen, dass sie diese Kranken für gottesnäher hielten, weil sie von einem Gott persönlich mit ihrem Gebrechen bestraft wurden. Seit September 2004 weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es so ist. Überall, wo ich hinkend auftauchte, wurde mir mindestens eine Hand gereicht, oder wenn es möglich war, sogar ein Stuhl hingeschoben. Ich hatte zwar zu keinem Gott Kontakt, finde dieses Verhalten dennoch recht lobenswert und als Vorbild für Deutsche und andere Europäer ziemlich geeignet. Auch und gerade weil es aus arabischer Tradition kommt, denn im Delta des Nils liegen ja die Wurzeln der europäischen Zivilisation. Es sollte in der Art weitergehen, denn die ägyptischen Manager wollten mir keinen Bus zumuten und bezahlten extra einen Kleinbus für uns. Auf dem Flugplatz ging es dann so weiter.
Ein ägyptischer Angestellter der Air Berlin kam angedienert und bot mir zum Einstieg ins Flugzeug anstatt der Gangway eine Hebebühne an, die ich erstmal ablehnte, denn ich bin ja auch auf 1,5 Füßen über etliche Tempel geklettert. Nur Torsten wollte diese Sonderbehandlung haben und so willigte ich ein. Was dann folgte, war ein kurioses Schaustück mit dem Namen: „15 Ägypter, Allah und ungläubige westliche Technik“.
Wir standen nun in sengender Sonne auf einer Hebebühne und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Gezählte 15 Ägypter mit einem Chef inklusive. Die englische Hebebühne war so unfähig und funktionierte nur mit Strom. Aber der wollte einfach nicht so fließen, wie erwünscht. Wir beide konnten die Ursache auch erkennen, denn der Stecker war völliger Schrott. Die Ägypter fragten Allah um Hilfe, aber auch dem war diese Technik fremd. Mit zahllosen Entschuldigungen wurde ich fast zur Gangway getragen und kletterte tapfer da hoch. Mein guter Eindruck von Land und Leuten wurde zum Schluss noch vertieft. Auch als bei der Zwischenlandung in Hurgadha alle Passagiere den Flieger verlassen mussten, kam ich nur bis zur Gangway, weil der ägyptische Supervisor mich laufen sah und sofort auf ägyptisch losbrüllte. Die Crew war aber deutsch und so übersetzte er seinen heiligen Zorn über meine offensichtliche Misshandlung ins Englische und schon durfte ich im Flieger bleiben. Ägypten und seine Menschen ist also jede Reise wert. Stunden später war ich dann im vergleichsweise kalten Berlin und erstmal die letzten Krümel Sand wegbaden. . Einen Schlaf später sitze ich nun hier und vollende meinen Tatsachenbericht aus dem Kopf. Nicht ohne die Gruppe Ajatollahs zu vergessen, die das Flugzeug ins schweizer Gstadt entführen wollten. Um dort Rodeln und Skifahren zu lernen, denn die Möglichkeiten in Teheran dafür sind ja eher begrenzt. Torsten und ich erledigten das Problem auf gewohnte Weise und sorgten so für einen sicheren Heimflug!