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Durst

Er lief Ziellos durch die Nacht, die sein Tag war und er war allein und hatte Durst. Ihm fehlte seine Baronesse und er verfluchte diesen van Helsing. Der hatte der Baronesse in seinem religiösen Eifer den Pfahl ins Herz gejagt und seit dem war er allein. er rechnete ungern in der Zeit der Menschen, aber das ist nun 200 Jahre her und das ist auch für ein Wesen der Nacht, wie er es war, eine ziemliche Zeit.
Er hat lange versucht eine neue Baroness zu finden, aber er fand kaum noch intakte Schlösser und in denen, die es gab, wurden merkwürdige Ausstellungen abgehalten mit Sachen, die er aus seiner Jugend kannte und die Sterblichen bezahlten sogar Geld dafür, das sie das dann sehen konnten. Wären diese Menschen nicht notwendig für ihn, er hätte sie alle ausgerottet, denn alleine bekommen die das ja nur ansatzweise hin.
Er hasste die Menschen und er brauchte sie. Er mochte diese Art Symbiose nicht, aber sie war nunmal da und das war für ihn seit 700 Jahren nicht anders. Merkwürdige Erfinder waren diese Menschen. Sie erfanden für alles Maschinen. Da, wo er mit einem gezielten Biss früher einige Leben beendet hat, hatten die Menschen Maschinen erfunden, die das Gleiche über Entfernungen taten, die selbst ihm nur noch ungeheuerlich vorkamen. Mit solcherlei Werkzeug ausgerüstet bekämpften sich die Menschen nun seit die Baroness von van Helsing umgebracht wurde, seit 200 Jahren, aber sie schaffte es nie richtig. Kriege, wie er sie aus seiner Jugend kannte, so Mann gegen Mann mit der Hellebarde und dem Degen, gab es längst nicht mehr.
Die Menschen waren eine feige Rasse und töteten nur auf Entfernung. Er fühlte sich unwohl und das lag nicht nur an seinem Durst und der Einsamkeit. In den letzten Jahren war die Luft für ihn eher eine Zumutung, als etwas zum Atmen. Sie war einfach zu dreckig und sie stank nach etwas, was ihm seit der Pest vor 400 Jahren nicht mehr begegnet war, sie stank nach Tod und Verwesung. Den Menschen machte das nichts aus, denn sie fuhren weiter ihre stinkenden und Pferdelosen Kaleschen, die er nur als Ersatz für die fehlenden Kutschen aus seiner Jugend wahrnahm.
Er hatte bemerkt, dass aus einigen dieser Gefährte in Kriegszeiten für die Menschen tödliche Geschosse abgefeuert werden konnte, nur das ließ ihn relativ kalt. Er konnte und wollte eigentlich auch nicht sterben, denn ihm machte seine Art Dasein einfach zuviel Spaß. Nur dieser van Helsing irritierte ihn und machte ihn nervös. Nur der war wieder in London und er irrte durch Paris. Es war nicht mehr das goldene Paris des großen König Luis, es war jetzt auch modern, wie die Menschen das nannten und es stank bestialisch nach den Kutschen ohne Pferden.
Er lief schneller durch die Gassen am Fuße des Montmartre, wo früher zu Zeiten König Luis einige wohlfeile Mädels ihren Körper zu Liebesdiensten anboten und bei denen er auch seinen Durst löschen konnte. Was da jetzt stand, waren nur ausgemergelte Gestalten, die dafür gar nicht in Frage kamen, so unsauber, wie diese aussahen und auch rochen. Er lief weiter und suchte einen kleinen versteckten Laden, von dem er gehört hatte und tatsächlich da war eine Tür mit einem schmutzigem Schild „Banque Du Sang“. Er hatte es geschafft und stand vor der einzigen Erfindung der Neuzeit, mit der er etwas anfangen konnte. Dracula stand vor der Blutbank.


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