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Echte Freundschaft

Freunde sind füreinander da. In guten und erst recht in schlechten Zeiten. Den einen Freund, den ich nun über 30 Jahre habe, kenne ich noch als kleinen Jungen drei Klassen unter mir. Damals eine Menge, aber heute absolut egal. Ich hab ihn nach der Schulzeit immer trösten und aufbauen müssen, wenn er in der Liebe so seine Problemchen hatte. Er ist mittlerweile auch Vater eines 20jährigen Sohnes, der ziemlich patent geraten ist. Der Freund selbst hat seine Wurzeln bei ostdeutschen Ostseefischern und seine Mutter war sehr Trinkfest, als sie jünger war. Er ist es nicht, aber er hat zwei Jahre in Russland gearbeitet, an etwas, was zu Zeiten der DDR schlicht „die Trasse” genannt wurde und daraus erwuchs sein nächstes Problem. Denn dieses Volk hat das Saufen ja zur Folklore verklärt und er bekam schon morgens seine „Sto Gramm” Wodka eingeschenkt und hat solange mitgemacht, bis er ein Alkoholproblem bekam. Das zu bekämpfen war und ist mir natürlich völlig unmöglich, aber ich bin da, wenn er einen zum Reden braucht. Tag und Nacht kann er kommen und das macht er auch. Das hat natürlich auch den Effekt, das ich in dem Augenblick wo er heute klingelt, zu irgendetwas nützlich bin und so helfen wir uns Gegenseitig.
Bei dem Anderen, bei dem es bald 20 Jahre werden, geht die Freundschaft noch etwas tiefer und das liegt hauptsächlich an ihm. Er war bis 1994 der Schlagzeuger in meinem ehemaligen Orchester und wurde dann das Opfer eines gezielten Mobbings, das bis zu seiner Entlassung reichte. Ich hab das nicht sehr fein gefunden und hielt weiter zu ihm, auch, als er dann entlassen war. Er ist jetzt auch schon 40 und stolzer Vater einer Tochter von 18, die er abgöttisch liebt. Nun ist er aber auch nur ein Mann und gelegentlich reiten ihn die Hormone, die ihn das erste Mal zum kurzen Fremdgehen trieben und das zweite Mal sogar bis zum Auszug und einer eigenen, kleinen Wohnung. Da er aus irgendeinem Grund annahm, dass ich etwas gegen seine Hochzeit vor 18 Jahren gehabt hätte, kam er in solchen Tiefpunkten immer zu mir, auf das ich meinen Segen gebe. Ich hab ihn beide Male rausgeworfen und zu Frau und Tochter zurück gejagt und alle waren Dankbar. Nur den meisten Grund für Dankbarkeit habe ich, denn seit mich der Schlag vor vier Jahren traf, kümmert er sich sehr rührend und aufopferungsvoll um mich. Er schleppt mich mausigen Sack ins Kino, wann immer ich will und er Zeit hat. Ist bei mir in der Wohnung irgendetwas Technisches bei mir zu richten, was zweier Hände bedarf, aber das technische Fassungsvermögen meiner 67jährigen Mutter übersteigt, ruf ich ihn an und 10 Minuten später ist er da und erledigt das zu meiner Zufriedenheit! Unbezahlbar, dieser Freund und Einmalig noch dazu. Das sieht auch meine Mutter so und hat uns beiden im September eine Kreuzfahrt auf dem Nil bezahlt, damit ich mal wieder rauskomme aus meiner Wohnung und Berlin!
Das also ist die Freundschaft, wie ich sie kenne und wie es sie heute kaum ein zweites Mal gibt. Daran muss sich nun alles Andere messen lassen. Die besten Chancen haben dafür Felix, den ich jetzt fünf Jahre kenne, Michi nun vier Jahre, Markus auch vier Jahre und Julian, den ich auch seit zwei Jahren recht gut kenne.