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Edles Sterben

Das genau in etwa war die Quintessenz des von mir mit zuviel Vorfreude bedachten Monumentalschinkens um die Stadt Troja.
Ich hatte mir die griechische Mythologie mal kurz nach der Schulzeit aufgedrückt und wusste noch dunkel etwas von einem Odysseus, einem Achilles, seiner Ferse, einer Belagerung und einem Holzpferd, aber das war es dann auch schon. Der Rest hat sich in den Analen meines Lebens verloren.
Eigentlich hielt ich die großen Namen schon für die Garanten zu einem guten Film, aber Wolfgang Petersen, Brad Pitt, Orlando Bloom und auch ein berühmter Mann, wie Peter O´Toole konnten dieses kriegerische Machwerk nichtmal in die Nähe der gelungenen Trilogie vom Herr der Ringe bringen. Wer nicht allzufest in der griechischen Mythologie war, hatte eigentlich schon nach 10 Minuten verloren, denn man wurde mit griechischen Namen regelrecht ertränkt.
Ein Hektor hier ein Agamemnon da und fertig war erstmal nur ein griechisches Namenschaos. Jeder wollte jedem irgendwie und aus irgendeinem Grund an den Kragen, aber keine Sau im Kino wusste, warum. Zumindest hatte ich den Eindruck. Wenn gestorben wurde, geschah das sehr edel und vor allem sehr lang. Ich bekam stellenweise den Eindruck einer Dokumentation oder einem Diaabend über griechische Mythologie beizuwohnen, nur dafür hab ich keine Kinokarte bezahlt. Brad Pitt da kämpferisch und edel als Achilles im kurzen Rock herumspringen zu sehen, hatte sicher für Frauen seinen Reiz, aber nach letzten Einschätzungen und Umfragen bin ich immernoch keine und sein athletischer Körperbau ließ mich relativ kalt. Ich glaub auch nicht, das sein Aufzug irgendeinen Einfluss auf die Mode haben wird, denn die Frau von heute trägt sowieso lieber praktische Hosen.
Was mich interessierte, warum man seine Schauspielergeneration, die ja auch Stars wie Johnny Depp und Edward Norton umfasst, nun ausgerechnet „die verlorene“ nennt. Denn egal, wie mies ich den Streifen nun fand, Brad Pitt ist gut im Geschäft! Petersen gab sich jede Mühe, detailgetreu zu bleiben, soweit man das bei einer Saga überhaupt kann, nun gut, die Masse an Mensch und Material war bei den Schlachten damals durchaus im Bereich des Üblichen, wenn man Homer und Co. mal für bare Münze nimmt. Nur hätte ich Kinogänger verdammt gerne gewusst, warum Achilles nur an der Ferse verwundbar war und wie Odysseus nun auf die geniale Idee mit dem Holzpferd kam, aber genau dieses Wissen enthielt uns Petersen wieder vor und ich muss es nachschlagen.
Troja ist gewiss ein Monumentalfilm, aber da hat Herr der Ringe nun mal Maßstäbe gesetzt, die man nicht so einfach mit dem Abdrehen von griechischen Heldensagen erreichen kann. Petersen und Pitt haben mich genauso enttäuscht, wie Sean Bean und Peter O´Toole. Die schauspielerischen Leistungen waren super, nur es war einfach leider nicht mein Film!
Einzig für Orlando Bloom war es nach Herr der Ringe und Fluch der Karibik ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Superstar Mein Freund und Begleiter war wieder genauso enttäuscht wie bei Starsky und Hutch.
Nun wird nächste Woche der große Roland Emmerich mit seiner brillanten Zerstörungswut herhalten müssen und zum Ausgleich Oliver Kalkofes Edgar Wallace Persiflage „der Wixxer“! Der kann schon deshalb nicht schlecht sein, weil er politisch absolut unkorrekt ist und noch dazu vom Lästermaul und Zyniker Kalkofe kommt!