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Ein Geburtstag

Es war nicht irgendein Geburtstag, sondern der meines besten Freundes Torsten, der damit auch die Mauer der 40 durchbrach und nun auch vom Alter her in die Trostlosigkeit des Jahrzehnts der Vierziger aufbrach. Nun währe Torsten aber nicht Torsten, der Künstler von Beruf und Berufung, wenn er das nicht irgendwie schräg zelebrieren würde und ich weiß nicht, welcher Teufel ihn da geritten hatte, er kam auf die etwas seltsame Idee, diesen Geburtstag russisch zu gestalten. Irgendwie wollte er partout authentisch sein und er wurde es dann auch. Es gab als Speise ein seltsames Teigware, die er tapfer Pelmeni nannte und das in Italien unter Tortelloni bekannt ist und eigentlich sogar recht lecker schmeckt. Nun wurde aber das Essen von Russischen Klängen untermalt und da aß ich eben schneller. Dann wurde es völlig authentisch und ganz russisch, denn als mein Teller leer war, gab es einen Versorgungsengpass und die Pelmeni waren so alle, wie Lebensmittel in Russland nun mal alle sind, wenn falsch geplant wird. Als ich gieriger Sack dann nach mehr fragte, zeigte Torsten stolz auf den selbst gebackenen Zuckerberg einer Kirschtorte und meinte ich sollte zulangen. Da das meinen sämtlichen gesundheitlichen Vorhaben abträglich war, lehnte ich das dankend ab und dann brachte Torsten Russisches Gebäck auf den Tisch, wo ich glaubte, das ich das als Gardinenhalter aus Holz schon mal bei OBI gesehen habe. Mutig griff ich zu und das erwies sich als Fehler, denn die Dinger sahen nicht nur so aus, sondern schmeckten auch wie Sperrholzringe. Nie fand ich die Russen abstoßender! Torsten erkannte mein Elend und brachte mir aus der Küche ein paar ganz und gar nicht russische Scheiben Kassler. Die schlang ich natürlich runter, wie es nun mal meine Art ist und dann war das Thema Essen damit abgehakt und ich wollte mir eine Zigarette nach dem Essen gönnen. Nun ist Torsten aber einer der wenigen sympathischen Nichtraucher und zu seinen Ehren war das Rauchen in der Wohnung fürs Erste mal verboten und ich musste mich dazu in den eiskalten Gulag Trollen, der von Torsten und seiner Frau Bine ganz mutig Balkon genannt wurde. Das war definitiv der sibirische Teil des Russischen Abends. Danach wurde es gemütlich und eine interessante Unterhaltung mit den Gästen begann. Der eine Gast, Sebastian, hatte früher mal im Friedrichstadtpalast bei Aufnahmen am Horn musiziert und wusste zu berichten, das er einen Fünfjahresvertrag als Dirigent an dem schönsten Opernhaus in Barcelona hatte und hatte praktischerweise auch gleich Fotomaterial dabei. Es ist eine wirklich sehr schöne und sehr große Oper, gegen die meine Arbeitsstätte, der Friedrichstadtpalast, wie eine Bauernkate aussieht, wie ich Neidvoll zugestehen musste. Die Spanier sind uns in Sachen Kultur eben immer noch um Längen voraus und daran hat sich auch in Tausend Jahren nichts geändert. Oli machte sich dann auf den Weg nach Hause und mir kamen ähnliche Gedanken. Torsten brachte mich noch runter, er wohnt im„zauberhaften“ vierten Stock und da blieb uns auf dem Weg nach unten eine Menge Zeit und wir beschlossen neue Kinobesuche, denn gerade die letzten Werke mit Jack Nicholson erweckten gemeinsames Interesse. Im Verhältnis zu Torstens sonstigen Feten, war diese recht kurz aber nicht weniger intensiv. Ich hoffe nur, das er die Macke mit den Themenfeiern bis zu seinem 45.ten und gar zum 50.ten Geburtstag abgelegt hat, sonst sehe ich mich da im Rahmen einer asiatischen Feier schon gegrillte Heuschrecken, gedünstete Hunde und gebratene Katzen knabbern!;o)