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Ein Hauch von Bagdad

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Heute, gerade heute hatte ich nun Zeit gefunden, den Vertrag mit O2 um weitere 24 Monate zu verlängern und dabei billig noch ein brauchbares Handy abzustauben.
Der Tag an sich fing ja schon ganz vernünftig an, denn von meiner Videothek kam die Nachricht, meine Bestellung, die den „Transporter, the Mission“ und „Das Imperium der Wölfe“, beide im Steelbook wäre abzuholen. Man braucht ja Futter für den DVD-Player, um sich gegen die allgegenwärtige Fußball-WM zur Wehr setzen zu können. Also an sich ein guter Auftakt für einen Tag.
So beschloss ich in meinem Wahn, die offene Frage mit meinem Handy zu klären. Nun ist aber der einzig vernünftige Shop für O2 in der Stadtmitte und dort am Alexanderplatz, der ja bis vor kurzem noch wie ein Kriegsgebiet aussah, weil da wie blöd gebaut wurde.
Ich erinnerte mich aber daran, dass mit der Bauerei spätestens zu Beginn der Fußball-WM, also am 9. Juni 2006 Schluss sein sollte und alle Bauvorhaben erledigt und fertig. Sicher war ich mir nicht, was das Datum anging, aber die Autos in der Hauptstadt waren mit deutschen Fahnen übersät, wie am 12. März 1938 die deutschen Panzer in Österreich bei dessen Anschluss.
Da gab es also zwei Möglichkeiten. Entweder ist Österreich wieder Deutschland beigetreten oder wir haben tatsächlich den neunten Juni 2006 und in Deutschland regierte der nackte Wahn bei Freunden, bei den ganzen Horden von erwachsenen Männern sich auf diversen Wiesen um ein Stück Leder prügeln, das sie schon bei der Anreise nach Deutschland im Duty Free hätten billiger und mit weniger Aufwand bekommen können. Aber zurück zum Alexanderplatz. Alles was mit großen Versprechungen bis spätestens 9. Juni 2006 fertig sein sollte, war es natürlich nicht und einige Sachen waren quasi sogar noch im Rohbau.
Also alles wie zu den Zeiten der seligen DDR, wo man sich bei der Planung ja auch ganz gerne mal übernommen hatte. Nachdem nun der Parkplatz erkämpft war, war ich aber noch lange nicht bei O2. Nicht mal in der Nähe. Um dahin zu kommen, musste ich nicht nur quer über den Alex, sondern dazu noch über eine Baustelle stolpern, die eher an eine Art Minenfeld in Korea erinnerte, als an die Mitte der deutschen Hauptstadt, die auf die Art den Berlinern und ihren Gästen einen Hauch von Bagdad bot. Trotz oder gerade wegen der Händler, die in der WM ihre Chance witterten und ihre lärmende Buden über und über mit deutschen Fahnen behangen am Rand der Baustelle platziert haben, hatte man gar keine Chance, diese WM auch nur für eine Minute zu vergessen oder wenigstens zu verdrängen.
Endlich angekommen bei O2 konnte ich zwar den Vertrag verlängern, aber das angebotene Handy für 10 Euro war die 10 Euro nicht wert, die es gekostet hat, aber das hat sich mir erst zuhause eröffnet, als ich mit einer Hand meine SIM-Card einlegen wollte. Die Verkäuferin, die ihre Ausbildung offensichtlich auf einem orientalischen Basar genossen hatte und mir das Modell für von Nokia aufs Auge drückte, vermittelte den Eindruck, als würde sie sich und ihre Familie umbringen, wenn ich das Ding nicht kaufen würde und da ich kein Mörder sein wollte, habe ich mich darauf eingelassen, obwohl ich solche Nummern eigentlich aus Ägypten kennen sollte. Ich bin auch gerade zu klamm für ein teureres Modell.
Aber was soll’s, mein gutes Handy tut ja noch brav seinen Dienst und wenn da mal gar nichts mehr geht, hab ich ja immer noch E-Plus und mit dem Netz telefonieren ja auch Freundin und Mutter.
Ich bin ja ohnehin eher altmodisch und will mit dem Handy keine Spielfilme oder Pornos drehen können und auch kein Essen zubereiten, ich will schlicht und ergreifend damit telefonieren.

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