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Ein neuer Enkel

Matthias Platzeck ist wohl das Beste, was der SPD nach ihrem Wahldebakel hat passieren können. Mit Platzeck ist ein sehr würdiger Enkel von Willy Brandt in die erste Reihe gerückt, also dahin, wo Matthias Platzeck eigentlich nie hin wollte.
So richtig neu ist der neue Vorsitzende der SPD, der „Deichgraf“ Matthias Platzeck ja in der SPD eigentlich nicht, denn seit 2002 ist er als Nachfolger von Manfred Stolpe als Ministerpräsident des Landes Brandenburg sehr aktiv, aber im Gegensatz zu Angela Merkel ist er kein politischer Seiteneinsteiger, sondern war schon in den Zeiten der DDR in Sachen Umweltschutz ziemlich aktiv und 1989 gestaltete er von seiner Grünen Liga, die dann in Grüne Partei der DDR umbenannt wurde, die Wende in der DDR auch aktiv mit. Dann war er logischerweise 1993 beim Bündnis 90 und wechselte erst 1995 zur SPD in Brandenburg, wo Ministerpräsident Stolpe den engagierten Umweltschützer mit einem klugen Instinkt als Umweltminister in sein Kabinett holte, wo er sich beim Hochwasser 1997 vor Ort bewährt hatte und vom Volk den bewundernde Beinamen „Deichgraf“ bekam, weil er die Lage in den betroffenen Gebieten so pragmatisch gemeistert hatte. Merkel war zwar auch mal Umweltminister, aber bei ihr gab es keine Hochwasser. Hätte es welche gegeben und sie vor Ort, wäre sie wahrscheinlich ersoffen und hätte Deutschland viel Zank und Streit erspart. Nun hatte Merkel aber kein Hochwasser, sondern Platzeck. Der ist nun der große Vorsitzende der größten Volkspartei in Deutschland und wurde mit sagenhaften 99,4 Prozent von den Delegierten in Karlsruhe dahin gewählt. In seiner Rede, die eine Freude war, zur Gänze mit anzuhören. Er hatte sich ausdrücklich zu den Werten der sozialen Demokratie bekannt und, ganz im Gegensatz zu Merkel, zu seiner ostdeutschen Herkunft. Wenn Matthias Platzeck redet, redet dort ein Mensch, der zufällig auch Politiker ist und keiner, der zum Politiker mutierte, weil er von der Macht besessen ist. Überhaupt kehrt mit Matthias Platzeck ein neuer Ton in die Politik ein, einer, den man hören und verstehen kann. Aalglatte Standardsprüche und Parolen, wie man sie sonst von Politikern aller Couleur zu hören bekam und noch immer bekommt, sind nicht Platzecks Ding, denn was er sagt, meint er auch so, denn er ist ehrlich und man kauft es ihm gerne ab. Matthias Platzeck ist ein sympathischer, bescheidener und angenehmer Mensch, soweit man das von seinen, bisher wenigen Auftritten im Fernsehen überhaupt beurteilen kann und auch damit der krasse Gegensatz zum unsympathischen Machtmensch Merkel, die ernsthaft glaubt, demnächst in ihrer Regierung ein ganzes Volk zu vertreten. Aber man soll sie ruhig in diesem Glauben belassen, auch wenn eine Mehrheit sie eigentlich nicht wollte. Die SPD ist mit Matthias Platzeck da jedenfalls weitaus besser bedient. Er verteidigte in seiner Rede das Modell des deutschen Sozialstaates und zeigte am Beispiel Finnland auf, was man noch alles besser machen könne. Ein solcher Politiker bringt Deutschland sicher sehr viel mehr, als eine Frau, die sich als Dienerin von Deutschland anbietet und eigentlich nur recht konzeptlos an die Macht wollte. Es ist recht selten, dass ich mich so für einen Politiker begeistern konnte und mich mit ihm identifiziere, aber auf diesen Enkel kann Willy Brandt selig wirklich stolz sein und Deutschland bräuchte mehr davon.

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