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Eine Nation bei Kallwass

So sollte die Sendung auf Sat1 heißen, die jeden Wochentag um 14:00 Uhr läuft und dem erstaunten Zuschauer die Kommunikationsunfähigkeit der, meist recht aktuellen, deutschen Generation vor die Augen führt. Diesmal zur gleichen Zeit, wo sich im ZDF diverse Parteien recht Wortgewaltig darüber streiten, wer nun Schuld am Biblischen Hochwasser hat und woher das Geld zur Bewältigung der Selben zu nehmen sein, streiten sich bei der klugen Frau Kallwass Ehepaare über ausgesprochene und unausgesprochene Kinderwünsche. Es ist Makaber. In einer Zeit, wo Biblische Katastrophen unser Land heimsuchen, rennen die Menschen in Talk und Psychoshows um dem Fernsehpublikum das darzubieten, was sie untereinander nicht mehr gebacken bekommen! Diese Nation verwahrt ihre Kleinstkinder vor einem verblödendem Fernsehen und so sie dann alt genug sind, richtet man den Kids via Flatrate einen Internetanschluss ein, sie suchen und finden sich in Internetchats, wie GIGA, vereinsamen und verblöden dort letztendlich völlig! Ihnen wird vorgemacht, sie wären mit den virtuellen „Titeln“, die sie dort durch Unterwürfigkeit und dem Anscheißen anderer Chatter „verdienen“ können, bessere Chatter und auch edlere Menschen. Ich war nur erstaunt, das auch Leute nach solchem virtuellen Mist gieren, die aus dem pubertärem Alter raus und sogar noch ein gutes Stück älter sind, als ich. Sie haben irgendeinen Stress mit mir und sind eigentlich Fälle für Frau Kallwass. Ich pflegte meine Streits immer zu Ende zu streiten, bis eine mehr oder weniger gütliche Einigung da war. Ohne Frau Kallwass. Meine Kollegen, meine Vorgesetzten und meine realen Freunde können ein bis zwei Lieder davon singen. Zum Glück trifft das mit dem Virtuellen trifft nicht auf Alles zu. Ich habe in diesem Chat in den drei Jahren (!), die ich mehr oder weniger Gezwungenermaßen dort verkehre, auch zwei bis drei Freunde gefunden, die diesen Namen auch verdienen. Wenig genug, aber dafür Ehrliche. Ich hatte auch meine Meinungsverschiedenheiten mit ihnen, doch eine Frau Kallwass bedurfte es nie. Wir haben solange miteinander geredet, bis mir meine Fehler oder das was man mir von dritter Seite aus unterstellte, klar und vom Tisch war. Erschreckend finde ich nur, das das Volk der Dichter und Denker nun schon bei dem versagt, was es einst ausmachte, beim geschriebenem oder gesprochenem Wort. Ihr Auftritt, Frau Kallwass!