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Einkauf

Der Mensch wird geboren und der Mensch stirbt. Soweit ist man sich in der Wissenschaft zumindest in etwa einig. Die Zeit dazwischen verbringt der Mensch mit Schlaf, wenn er heute Glück hat, mit Arbeit für den Erwerb von Nahrung und mit der Nahrungsaufnahme und deren Verdauung.
Heutzutage wird die erworbene Nahrung in, eigens dafür konzipierten Haushaltsgeräten, den so genannten Kühlschränken, bis zum eigentlichen Verzehr recht kühl zwischengelagert, in der vagen Hoffnung, sie halte sich dann länger.
Nun habe auch ich einen Kühlschrank, aus dem ich lebe und genau der war gestern, an einem Samstag, auf einmal leer. Es soll ja schon Kühlschränke geben, die ihren Inhalt selbst checken können und dann via Internet bei einem entsprechenden Shop auch selbst Nachschub bestellen können, aber ich habe nur ein ganz profanes Gefriergerät der Sorte Haushaltskühlschrank und Internet nur an meinem PC.
Dort hat allerdings der Shop, bei dem ich noch 1999 einige Einkäufe von Lebensmitteln und was man sonst noch so zum Leben braucht, getätigt habe, entweder Pleite gemacht oder 2002 die Währungsreform zum Kunstgeld Euro nicht überstanden oder beides.
So blieb also nur noch die konventionelle Methode des Einkaufens und dazu heuerte ich die beste Mutter von allen und ihr Auto an, denn zum Schleppen bin ich definitiv zu faul und jetzt irgendwo auch zu lahm.
Ich war auf Kaufland aus, ein Supermarkt, der so viel von den Dingen hat, die ich brauchte, dass er sich sogar gezwungen sieht, einiges davon wieder zu verkaufen und genau auf diesen Deal war ich aus. Noch vor ein paar Jahren hätte allein die Tatsache, dass es nun gerade Samstag war meinen Kaufwunsch völlig zum Erliegen gebracht, aber Rot/Grün hat da ja was ins Rollen gebracht und das deutsche Ladenschlussgesetz aus der Kreidezeit nun endlich an die Bedürfnisse der Käufer angepasst.
Also frohen Mutes in Richtung Kaufland und dort angekommen, wurde mein Kaufrausch fürs Erste auch gleich ausgebremst, denn der Parkplatz war überfüllt und alle Einkaufswagen, die sonst am Eingang auf Kunden warteten, waren weg. Als ob von den vier Millionen berlinern acht Millionen beschlossen hätten, gerade an dem Tag im selben Kaufland einzukaufen. Aber wer die Schlangen im Osten überstanden hat, der lässt sich durch solche Nichtigkeiten doch nicht vom Einkauf abhalten und wir eroberten in einem kurzen, erbitterten Kampf den letzten Einkaufswagen und enterten sehr kaufwillig den überfüllten Supermarkt.
Das Kaufland war derartig voll mit Kunden, die sich so eng drängten, dass es jeden Augenblick zu einer ungewollten Befruchtung hätte kommen können, aber als gelerntem Bürger der DDR war auch das einem nicht fremd.
Da es die eigentlichen Lebensmittel erst am anderen Ende des Marktes gab, blieb mir genügend Zeit mich nach einigen vorletzten Geschenken für Weihnachten umzusehen und da die angebotenen DVDs im Schnitt auch recht billig waren, fand ich auch noch genug.
Dann ging es zu den scharfen asiatischen Gewürzen, mit denen ich einen etwaigen fauligen Geschmack von dem, noch zu kaufendem Gammelfleisch überdecken wollte. Einige Kilo dieser neudeutschen Köstlichkeit mit etwas fauliger Wurst, verschimmeltem Käse, Tierfutter für Hund und Katzen, einigen DVDs als Geschenke und jede Menge Getränke weiter, fand ich mich mit einem Lastwagen voller unbezahltem Trödel an der Kasse wieder und erwartete eigentlich den nackten Horror einer überhöhten Rechnung, aber die Frau an der Kasse war wohl guter Laune und wollte für meine, ca 50 000 Artikel nur schlappe 60 Euro von mir.
Im Angesicht der Tatsache, dass ich bei ähnlichen Einkäufen früher nicht unter 200 DM davonkam, reichte ich ihr lässig meine EC-Karte, bezahlte den ganzen Kram und räumte ihn eine halbe Stunde später gutgelaunt meine Kühlschränke wieder voll. Mit jeder Menge Weihnachtsgeschenken und nunmehr drei vollen Kühlschränken kann mich nicht für ein paar Tage einmal die Erhöhung der Merkelsteuer großartig erschrecken. Ich fühl mich wohl und bin auf meine Art zufrieden.

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!