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Ende eines Mythos

Das wilde LebenKommune1.jpg




Nichts ist Mythen und Legenden abträglicher als wenn mittelmäßige Regisseure versuchen, sie mit mittelmäßigen Schauspielern besetzt, zu verfilmen. So geschehen, als ein gewisser Regisseur Achim Bornhak 2007 versuchte unter dem anspruchsvollen Titel: „Das wilde Leben“ das Lebensgefühl der heute oft zitierten, verruchten und im Westen von heute sogar gefürchteten 68er Bewegung rund um die Studentenrevolten und der Kommunarde 1 von 1968 in Westdeutschland so einzufangen. Das Ergebnis hätte tragischer nicht sein können. Angesetzt ist der Film bei Uschi Obermaier, dem Sexsymbol dieser Zeit. Dazu zitiere ich aus der Rezension aus der taz:



Eines kann man diesem Film zugute halten: Für Uschi Obermaier interessiert man sich danach eigentlich nicht mehr. Wer vorher noch voller Faszination war für das Phänomen Obermaier und über die "Pop-Ikone" oder das "68-Pin-up-Girl" hochgeistige Reflexionen anstellte, sieht sich nach dem "Wilden Leben" von solchen Anwandlungen abrupt geheilt. Das ist eine Leistung.


Besagte Uschi Obermaier war ein Landei aus Bayern, was aus ihrem bürgerlichen Mief raus und ins wilde Leben wollte. Das sollten dann eben Berlin und die Revoluzzer sein. Nur da fängt der Film bei der Auswahl der Schauspieler für die dort agierenden Protagonisten so richtig peinlich zu werden. So soll Matthias Schweighöfer den Rainer Langhans geben, kommt aber bestenfalls von weitem wie ein Foto von Langhans rüber und sieht ansonsten so aus wie Matthias Schweighöfer mit den dunkel gefärbten Schamhaaren eines Lamas auf dem Kopf. Da Nacktheit wohl der Ausdruck größten Protestes gewesen sein muss, bekommt man dann auch massig primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale zu sehen, die den Film dann auch gleich auf recht alberne FSK 16 schrauben. Uschi Obermaier machte natürlich dass, was Frauen nach jedem männlichen Klischee so machen, sie ließ sich von fast jedem nageln, der im Film vorkam.
Das muss dann wohl auch der Ausdruck größten Protestes 1968 gewesen sein, denn der Film dreht sich dann nur noch darum, wer wen und mit welchen Hintergedanken ins nächste Lager schleift. Da auch die Rolling Stones entsprechend mit Frau Obermaier zugange waren und da wurden auch zwei Laiendarsteller als Mick Jagger und Keith Richards gecastet, die dem Film ziemlich würdig sind denn sie spielen einfach grottig. Der Soundtrack des Films hat ja auch nicht einen echten Song dieser Megaband aufzuweisen und ist damit der nächste Flop.
Dann wechselt der Film völlig die Kulisse und es geht darum, was Uschi Obermaier mit einem gewissen Dieter Bockhorn, eine Hamburger Kiezgröße der siebziger Jahre alles so erlebt hat, als ob das 2007 noch eine Sau interessieren würde, zumal Bockhorn seit 1983 auch schon ziemlich verblichen ist.
Das ist kein Film über die Revoluzzer von 1968, sondern über die Kleinbürger von 1968, die ihre Hüllen fallen ließen und deshalb von noch größeren Spießern zu Revoluzzer verklärt wurden. Die eigentlichen Revoluzzer von 1968 um Fritz Teufel und Rudi Dutschke kamen erst gar nicht oder nur am Rande vor und das der echte Rainer Langhans sich gleich 2007 von diesem Machwerk distanziert hat, spricht Bände, aber bei dem pseudointerlektuellen Geschwafel, was seinen Figur im Film so von sich gibt, ist das mehr als verständlich. Sowas mag 1968 noch alles neu und aufregend gewesen sein, aber heute wird das von jeder Doku Soap auf RTL überboten. Meine Wertung liegt da bei 2/10 und die Rechten, die vor und mit solchen 68ern Angst haben, die haben vor allem Angst. Regisseur Achim Bornhak hätte bei seinen Musikvideos für MTV und VIVA bleiben sollen, denn mit einem Film hat er sich kräftig übernommen. Der Mythos Uschi Obermaier, Kommune 1 und der betreffenden 68er wurde mit diesem Film jedenfalls nachhaltig beschädigt, wenn nicht gar zerstört. Ich selbst habe dieses Machwerk nur auf Premiere gesehen und dabei wird es auch bleiben.





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