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Entlassungsproduktivität

Eigentlich hat bis jetzt kaum ein anderes Unwort des Jahres mehr diese Bezeichnung verdient, als dieses menschenverachtende „Unwort des Jahres 2005“.
Dieses (UN) Wort hätte die kommunistische Propaganda nicht besser erfinden können, aber es ist eine kapitalistische Realität.
Es ist nicht erst 2005. sondern es war 1998 schon einmal als Kandidat für diese zweifelhafte Ehrung im Gespräch, wurde aber von dem noch makaberen und menschenfeindlicheren Begriff „sozialverträgliches Frühableben“ dann doch um Längen geschlagen, mit dem der damalige Ärztepräsident Vilmar sehr zynisch den früheren Tod von Menschen beschrieb, nur um dem Staat deren Rente zu ersparen.
Das Unwort 2005 beschreibt hingegen „nur“ die spätkapitalistische Tatsache, dass die Firmen und Unternehmen aller Art an der Börse Gewinne in Milliardenhöhe machen, wenn sie Leute entlassen, was dann logischerweise die Lohnkosten und die Lohnnebenkosten drastisch reduziert und damit den Kurs der Aktie in die Höhe treibt.
Die Leute sitzen dann auf der Straße und mussten früher von Arbeitslosengeld und jetzt von ALG 2 ihre Existenz bestreiten. Das die Menschen nun ihren Euro dreimal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben, liegt eigentlich auf der Hand. Zumal ja die Lebenshaltungskosten auch mit, im Schnitt 6,5 Prozent auch recht teuer zu Buche schlagen.
Dann kommen noch die Politiker, namentlich Kanzler und jetzt Kanzlerin und jammern darüber, wie sehr der Binnenkonsum doch stagnieren würde.
Nun muss man nicht unbedingt BWL studiert haben, um da gewisse Zusammenhänge zu erkennen, ein wenig Logik reicht da völlig. Unternehmen und Firmen machen Gewinne in Milliardenhöhe, weil sie mittlerweile wieder über fünf Millionen deutsche Arbeitnehmer entlassen, die dann auf Kosten des Staates leben müssen.
Dem Staat fehlt das Geld dann im Haushalt und das Jammern über diesen Fakt ist dann groß. Wie ein pawlowscher Reflex beginnt dann bei den Politikern das Gerede über erforderliche Sparmaßnahmen, die natürlich nicht Unternehmen und Firmen betreffen, sondern in erster Linie die sowieso schon durch Arbeitslosigkeit geplagten Bürger, denen ja jetzt schon das Geld fehlt.
Auf die Idee, die Firmen zur Kasse zu bitten, um mit deren Gewinn die Löcher im Haushalt zu stopfen, kommen die Politiker erst gar nicht.
Die deutsche Industrie entlässt also die deutschen Arbeitskräfte und da passt es nur zusammen, wenn sie erst gar keine neuen ausbildet, die sie dann ohnehin nicht übernehmen würde.
Das zu billig vereinte Europa, der halbstarke Euro, der ja hin und wieder doch ein wenig wackelt und die Globalisierung machen es möglich, dass die deutsche Industrie dann dort produzieren lässt, wo es am billigsten für sie ist, im Ausland. Die Service und Dienstleistungsbetriebe, Behörden und Verwaltungen aller Art, für die der schnelle und billige Zugriff auf die Arbeitskräfte der Billiglohnländer keinen großen Sinn macht, entlassen dann eben Leute, um rentabel und gewinnbringend zu sein und besetzen die Stellen dann mit Hilfs oder Zeitarbeitern, bei denen sie die Lohnebenkosten sparen können.
Dabei krabbelt die Politik der Industrie zum Dank noch immer weiter in den Hintern und schafft auf vage Versprechungen hin sogar schon den Kündigungsschutz teilweise ab und die hat dann damit dann noch höhere Gewinne und entlässt noch schneller und noch einfacher die Leute. Die bekommen dann wieder ALG 2 vom Staat und das Loch im Haushalt wird noch größer. Ein Teufelskreis, der kaum zu durchbrechen ist, wenn man das bisschen Geld, was da ist, nicht besser und klüger verteilt.
Da es absoluter Blödsinn ist, mit wilden Reformen und Preiserhöhungen Erhöhungen das Geld von denen zu nehmen, die es sowieso vom Staat bekommen und es weder ästhetisch noch moralisch vertretbar ist, dass die deutsche Kanzlerin für den Haushalt anschaffen geht und das ohnehin nicht genug Geld bringen würde, müssen die Deutschen sich wohl daran gewöhnen, dass ihre Arbeitskraft in Deutschland zumindest zu teuer ist und auch kaum noch gebraucht wird.
Genau genommen bleiben für die Deutschen nur noch die Jobs übrig, für die sie vor 40 Jahren noch Gastarbeiter aus der Türkei und dem Rest Europas geholt haben und die sie jetzt so gerne mal anfeinden. Ich für meinen Teil kann auf eine perverse Weise froh sein, dass mein Arbeitsleben mich so krank gemacht hat, dass ich nun ein arbeitsunfähiger Krüppel bin und Dank des rührigen Einsatzes einer einzigartigen Mutter nun eine Rente habe, die reicht, um mein Leben zu finanzieren.
Die großen Reisen und die großen Sprünge habe ich im ersten Leben gemacht und nun bin ich zum kritischen Zuschauen verdammt und mir gefällt nicht, was ich sehe, denn ich bin zu sehr Realist geblieben, um mir da was von goldener Zukunft vorzumachen, wie unsere so gerne reisende Frau Kanzlerin, bei der ich tatsächlich so etwas wie Entlassungsproduktivität erkennen würde, wenn man sie durch einen fähigen Menschen ersetzt.
Da darf das Wort dann auch das Unwort des Jahrhunderts werden und es wäre mir egal.

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!