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FSK und BPjS

Hinter diesem erstmal unschuldigen Buchstabensalat verbirgt sich die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmindustrie und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften in Deutschland. Beides verachtete und gefürchtete Kontrollmechanismen, die die deutsche Jugend im Namen des Jugendschutzgesetzes vor den Erzeugnissen der Filmindustrie selbst und einigen Produkten der Computerindustrie zu schützen versuchen. Eine ziemliche Heuchelei, wenn man bedenkt, dass es nur um alberne Filme und eigentlich recht harmlose Ballerspiele am Computer geht. Die FSK Bspw.
Legt nicht nachvollziehbare Bewertungsmaßstäbe an den Tag und gibt Filme erst ab 16 frei, die von der grausameren Realität längst überholt worden sind. 1992 zum Beispiel lief im Kino der Film über den, irgendwo sehr sympathischen und kultivierten Kannibalen Dr. Hannibal Lecter mit der FSK 16 an, während gleichzeitig in Milwaukee in den USA, der recht unkultivierte und unsympathische Homosexuelle Jeffrey Dahmer 17 Jungendliche Computer sein Haus lockte, missbrauchte, folterte und nach der Ermordung dann verspeiste. Das FBI fand zum Beweis dieses schauderhaften Tuns dann die sorgsam konservierten Schädel der Opfer im Jeffreys Kühlschrank.
Hannibal Lecter war von der Realität um einige grausame Längen geschlagen worden, aber trotzdem blieb die FSK standhaft und empfahl bei jeder Ausstrahlung im Fernsehen tapfer, man möge alle Zuschauer unter 16 doch am besten mit Ketten von den Fernsehgeräten fernhalten.
Auch für den Amoklauf Computer Erfurt von 2002 wurde ganz schnell ein Schuldiger ermittelt. Nicht etwa das marode Bildungssystem Deutschlands oder die soziale Kälte dort waren schuld, sondern das verruchte und absolut böse Computerballerspiel Counterstrike waren der Auslöser für die ruchlose Tat, die 16 Menschen und den Schützen selbst das Leben kosten sollten von den Behörden ausgemacht und schmückt seitdem einen Index. Das solcherlei Rachefeldzüge von unfähigen Schülern gegen ihre Lehrer den USA zum traurigen Alltag genauso gehören, wie die lasche Waffengesetzgebung dort, juckt weder FSK noch BPjS.
Gegen Computerspiele lässt sich ja auch viel leichter angehen, als gegen die Realität von so genannten „Gangstarappern“ in den USA, die auch schon mal ihre Kollegen auf offener Straße mit großkalibrigen Waffen umnieten, nur um in den dazu passenden Charts einen Platz höher zu rutschen, weil die Konkurrenz allein schon durch ihr jähes Ableben ja keine mehr ist.
Wie gestört die Umgangsformen und die „Gesprächskultur“ im Musterland USA mittlerweile sind, zeigen die Privaten in geschickt gemixte Zusammenfassungen von den amerikanischen Brüll und Beschimpfungsorgien, die in den USA noch mutig unter dem Begriff „Talkshow“ geführt werden und bei denen man immer den Eindruck bekommt, man sitze bei Neros Veranstaltungen im Colusseum zwischen Löwen und Christen, weil in den USA eine eigenartige Auffassung über den Begriff Kommunikation gängig ist und der Austausch von Beschimpfungen allen Ernstes als „Gespräch“ gewertet wird.
Um die Jugend vor solcherlei „Gesprächskultur“ zu bewahren und zu beschützen, jagen die Fernsehsender rudelweise Tontechniker in die Studios, die dann aber auch jeden Ansatz eines bösen Wortes mit einem solch kräftigen Pfeifton unterlegen, das auch der letzte Idiot weiß, das gerade etwas Unfeines gesagt wurde und erst recht aufmerksam wird und in einer Talkshow, bei der es wiedermal um Sex geht, ist es eigentlich jedem normal gewachsenen 12jährigen recht klar, das, wenn der Begriff „runterholen“ in welchem Zusammenhang auch immer fällt, eher selten von der Antenne auf dem Dach die Rede ist.
Ganz peinlich bis nervig wird es dann beim deutschen Pay-TV PREMIERE, bei dem es auch schon vorkommen kann, das bis zu acht seiner tollen Kanäle gleichzeitig „vorgesperrt“ sind, um Unheil von den Jüngsten abzuwenden, egal, ob der jeweilige Abonnent nun 17 oder 130 ist. Eine echte Heuchelei im Angesicht der Tatsache, das recht wenig passiert, wenn „Erwachsene“ mit heftig gestörtem Sexualtrieben den Minderjährigen wirklich gefährlich werden könnten. Da fühlt sich dann keine deutsche Behörde verantwortlich. Die FSK empfiehlt dafür tapfer weiter die Sperre für unter 16 bei solch gefährliche Märchen, wie Herr der Ringe und wird vom Rest der Welt dafür auch ausgelacht und von den Betroffenen dafür gehasst. Deutschland ist eben doch irgendwo kinderfreundlich. Nur auf eine sehr spezielle Art.
Das der tatsächliche Horror, der die dunklen Seiten im Leben junger Menschen weckt sich weniger in den zensierten Filmen ab, sondern im täglichen Horror der Nachrichten. Massen und andere Morde werden da nicht wegintoniert, sondern sogar noch mit recht authentischem Bildmaterial unterlegt. Wenn auf dieser Erde ziemlich mediengerecht ganze Völker an Hunger krepieren oder von einer fremden Macht abgeschlachtet werden, findet sich erstaunlicherweise keine FSK oder BPjS, die ein Auge darauf haben, ob das die Jugend nicht zusehr mitnimmt und einen Pfeifton einspielen, wenn irgendwo das Wort Massengrab auftaucht. Was Sitte, Anstand und Moral angeht, birgt es schon Gefahren, wenn man sich auch nur die Sportschau und die Jury bei Deutschland sucht den Superstar ansieht. Beckenbauer, Becker und Bohlen zeugen ihren Nachwuchs auf Weihnachtsfeiern, in Besenkammern und Teppichläden, aber auch da ist keine FSK, die das wegpiept. Verlogene Vereine also.