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Fahrenheit 9-11

Das Thema ist so aktuell, dass dieser Film jetzt sogar von den Privatsendern gezeigt wird, obwohl es ihn noch nicht einmal auf DVD gibt. Ich habe ihn im Kino schon gesehen und habe Dank eines fleißigen Esels auch eine deutsche Version aus dem Internet fischen können. Die habe ich mir nun noch einmal angesehen, 10 Tage bevor die DVD im Laden ist und knapp drei Wochen, bevor es im Fernsehen läuft.
Vieles hatte ich schon wieder vergessen und bin jetzt aufs Neue entsetzt. Wie kann Bush es wagen, sich überhaupt noch einmal als Vertreter des amerikanischen Volkes anzubieten? Schon seine erste Amtszeit war ja nur das Ergebnis von Wahlfälschung, Vetternwirtschaft und einer Anhäufung von Lügen. Der Bruder der Gouverneur des umstrittenen Staates Florida ist ein Bruder von Bush und auch sonst ist die Verwandtschaft strategisch äußerst günstig für klein George positioniert. In der Auszählkommission genauso gut, wie im Senat und im obersten Gericht, das ja Georg Wladimir Bush eigentlich erst so richtig zu seinem Amt verhalf. Proteste auf der Straße, Proteste von Abgeordneten, die tausende von Wähler vertraten, die nicht wählen durften, hin oder her, mit der einflußreichen Familie Bush wollte es sich keiner verderben und so machte man eben einen egozentrischen Hohlkopf, der bisher nur in Texas mit der Todesstrafe gespielt hatte, mal eben zum mächtigsten Mann der USA und damit auch der Welt. Michael Moore macht keinen Hehl daraus, das er parteiisch ist, aber er ist akribisch genau und lässt hauptsächlich Zeugen zu Wort kommen und Bilder sprechen. Bilder aus der Wahlnacht, in der die von der Familie Bush gesteuerten amerikanischen Medien die größte Demokratie der Welt ins Lächerliche zogen.
Abgeordnete die als Zeugen hilflos vor einem sturen Senat standen und tausende von Wählern vertraten, die ihres Wahlrechts beraubt worden sind und nur daher nicht beachtet wurden, weil kein Senator den Mut hatte, das auch zu bezeugen. Der dadurch gewordene Präsident Bush macht nach einem Amtsantritt, der in der Geschichte der USA einzigartig, von großen Protesten erst einmal monatelang eines, er macht Urlaub von dieser Strapaze und auch davon gibt es massenhaft Bilder, die gewürzt sind mit dem beißenden Sarkasmus des Michael Moore. Moore stellt Fragen und antwortet auch gleich mit Fakten und beeindruckenden Bildern. Vatis Job als Chef der CIA wird ebenso beleuchtet, wie der des Passenderweises brüderlichen Gouverneur von Florida, Jeb Bush. Ernst wird es erst, als es um den 11.09.2001 geht, wenn Moore zeigt, wie sehr Bush da in seinem Amt versagt hat. Auf das erste Flugzeug im WTC reagiert er gar nicht und beim zweiten macht er ungerührt weiter und liest Erstklässlern in einer Dorfschule irgendeinen Mist mit einer Ziege vor. Dabei hat der erste Mann der USA schon am 6. August einen ziemlich konkreten Hinweis von der CIA bekommen, dass sein Schützling Osama im September eine größere Aktion gegen die USA geplant hat. Ein richtiger Präsident hätte reagiert, aber Bush machte ja Ferien. Das. was Bush vor dem Siedepunkt 11.09. an Aktion gänzlich vermissen ließ, versuchte er danach mit blindem Aktionismus wieder wettzumachen. Als sich der moslemische Terrorist Usama Bin Laden zum Anschlag auf die USA bekannte, hatte Bush ein Problem. Bin Laden war Saudi und die Saudis hatten 1,3 Billionen US-Dollar das größte vermögen in die USA investiert und nun sollte er ausgerechnet den Sohn einer dieser Geldgeber jagen. Bush war das zu heiß und er disponierte um und er ließ das eben noch befreundete Afghanistan, das Bin Laden Unterschlupf gewährt hatte, in die Steinzeit zurück bombardieren. Da er aber damit noch lange keinen Terroristen der amerikanischen Öffentlichkeit präsentieren konnte, verfiel er auf die nächste glänzende Idee. Papa Bush hatte ja noch eine Rechnung mit Saddam Hussein im Irak offen, den er 1992 ja vergeblich gejagt hatte und da war nun plötzlich der Irak die Brutstätte aller Terroristen und musste angegriffen werden. Bush ließ seine Figuren, wie Donald Rumsfeld. Den Verteidigungsminister antreten, die vor der Presse der Welt beschworen, dass besagter Irak über Terroristen und zahllose Massenvernichtungswaffen aller Art verfügen würden. Bush bildete umgehend eine merkwürdige „Allianz gegen den Terror“ und griff umgehend den völlig friedlichen Irak an. Es war wie gehabt, erst machten Bomber und Marschflugkörper das Land und alles was drin war platt und dann kam die Army. Nur die war etwas enttäuscht, denn sie fanden rein gar nichts. Nur durch amerikanische bomben angerichtetes Elend und Verwüstung. In Fahrenheit 9/11 filmte Michael Moore einen Soldaten, der sich umgehend Rumsfeld in den Irak wünschte, damit der ihm erkläre, was er da soll. Außerdem war Moore mit der Kamera bei den Familien von gefallenen Soldaten in den USA und zeigte ihren völlig sinnlosen Schmerz über die Toten und Verwundeten. Denn sinnigerweise hatte Bush auch gleich noch sämtliche Gelder für die Veteranen dieses und anderer amerikanischen Abenteuer mal eben derbe zusammengekürzt. Verständlich, das Bush dieser Film im Wahlkampf ein wenig störte. Da hatte er wieder eine geniale Idee und wollte einen Film haben, der sich gegen Michael Moore richten solle. Es fanden sich auch Macher und dieses Werk nennt sich nun „Celsius 41“. Angeblich die Temperatur, bei der das menschliche Hirn zu kochen anfangen würde. Das kann auch nur ein Pro Bush Film sein, denn seine ergebenen Fanatiker haben nichts, was da kochen könnte! Ich für meinen Teil freue mich auf die DVD, die bei mir mit 9/10 gewertet wird.