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Faltenfeier

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Einmal im Jahr hat jeder Mensch diesen Tag, den er in der Jugend herbeisehnt und dann heftig feiert, aber der mit zunehmendem Alter eigentlich nur noch registriert und so schnell wie möglich hinter sich gebracht wird. Der Geburtstag.
Jener Tag, wo gerade den Älteren schmerzhaft bewusst wird, wie sehr das eigene Gesicht nun schon den schlechtesten Passfotos ähnlicher wird und in meinem Fall waren das diese neuen, biometrischen Dinger, die einem gleich 20 Jahre mehr mitgeben und auch mich traf dieser Schock wieder am 22.8. wie in jedem der letzten Jahre.
Damit in solchen Fällen erst gar keine depressiven Gedanken aufkommen, gibt es Familie, Freunde, Geburtstagsfeiern und Geschenke, die einen ablenken. Was das angeht, hat sich meine kleiner werdende Familie, die ja nur noch in Form einer Mutter existiert, wieder mächtig ins Zeug gelegt und sich mal wieder selbst übertroffen. Die beste Mutter von allen hat ihr Geld ausgegeben, damit ich mein Geld spare und mir unter anderem eine große Gefrierkombination geschenkt, die Strom sparend ist und mit der ich dann zwei Kühlschränke und einen alten Tiefkühlschrank, die mehr Strom verbrauchten als eine mittlere Kleinstadt, endgültig rauswerfen konnte. Das war ihre grausame Rache für den Kopierer, den ich ihr zu ihrem Geburtstag geschenkt habe. So muss der neue Dell noch bis Weihnachten warten. Den brauche ich, weil die alten Teile nach sechs Jahren Dauerbetriebs leise röchelnd im technischen Nirwana verschwanden und der neue No Name Computer nach einem Jahr schon lärmt wie ein Stahlwerk. Der Gefrierschrank war aufgrund des seltsamen Gebarens auch von Westfirmen bei Zahlung und Lieferung schon einen Monat vorher bestellt und geliefert worden und war dann nicht so die Überraschung, aber die wurde der Rest von diesem Tag. Obendrauf eine Handvoll DVD rundeten die materiellen Werte ab. Zumindest dachte ich das, denn die eigentliche Feier meiner jährlichen Faltenbildung sollte wieder im Restaurant des Fernsehturms mit Freunden, Freundin und alten Kollegen stattfinden, so warf ich mich in den verbliebenen edlen Zwirn und es ging in Richtung Fernsehturm.
Da erwartete mich erst einmal eine böse Überraschung, denn meine Tante, die Chefin des Restaurants war krank und die neue, oberste Chefin des Fernsehturms, die von den Franzosen, denen der deutsche Turm nach undurchsichtigen Machenschaften von Treuhand, Senat oder Regierung nun gehörte, eingesetzt worden war, muss der Typ Merkel sein, also vom Stamme „Nimm!“, denn die hat nicht nur die Preise erhöht und neue Preise eingeführt, ohne eine Leistung mehr dafür zu bringen, also ganz die Regierung.
Wie dem auch sei, Axel und Rudi waren die ersten meiner Gäste, aber dann kamen auch schon die Mädels und alle hatte kleine Geschenke für mich, die in diesen schweren Zeiten eher einen ideellen Wert hatten, da sie persönlicher Natur waren. Meine Bine kannte meine wünsche und Bedürfnisse und kam mit einer Einladung zum Sushi Essen für mich und meine Patchwork Familie, die andere Bine, die ich ähnlich lange kannte, die aber leider nie mehr als Freundin und gute Kollegin war, überhäufte mich mit chinesischen Glückskeksen, der guten Wünsche wegen. Rudi brachte leckere selbst gebrannte Software mit, die meine Rechner aufwerten wird. Axel kam mit einem Foto von hohem Seltenheitswert, das ihn und mich1998 in New York auf Ellis Island zeigt, mit dem intakten WTC als Hintergrund und noch eine Live DVD von AC/DC. Dann ging es ans Essen und wir speisten reichlich, edel und teuer. Dabei kam es zu semipolitischen Gesprächen am Tisch, wo eigentlich nur festgestellt wurde, wie absolut nutzlos die aktuelle Regierung ist, denn keiner meiner Gäste vermochte den, von der Kanzlerin und ihren Lakaien herbeigeredeten Aufschwung zu bestätigen. Wir waren uns einig, früher war sogar die Zukunft besser.
Auch am Theater geht es abwärts und es gibt eine Absetzbewegung unter den Mitarbeitern, meinen alten Kollegen. Ich war nur der eher unfreiwillige Anfang. So erfuhr ich nebenbei, dass es an diesem Tag auch noch eine Vorstellung gab und meine Gäste also in Zeitdruck waren. Selbst die Theaterferien sind nicht mehr das, was sie mal waren und so beschlossen wir den Tag meiner Faltenfeier mit ergiebigen Gesprächen über gute Musik, wobei Rudi das Wort führen konnte und durfte, denn ich war aus der Nummer ja raus. So war dieser Tag dann ein kurzer Tag, aber ein sehr kurzweiliger.

Rudis Favoriten:



Einer von meinen:



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