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Fernsehabend

Es ist heute selten, dass man einen Abend mit laufendem Fernseher noch so nennen kann. Da beherrschte doch seit 1986, also lange vor der alles beherrschenden Political Correctness in den USA das Fernsehen regierte, eine absolut schräge Familie die Comedys, die Bundys.
Der nicht allzu helle Vater, der Loser Al Bundy, seines Zeichens geplagter Schuhverkäufer, eine rothaarige, leicht nuttig wirkende und ziemlich faule Schlampe, Namens Peggy als seine Frau und zwei liebreizende Kinder, die so richtig ans Herz gingen, der ewig notgeile Sohn Bud und die auf schlampig und dumm getrimmte Christina Applegate als Tochter Kelly, Dumpfbacke, Bundy. Bilderbuchfamilie aus Chikago, deren recht roher Humor damals noch zu Herzen ging. Dazu noch die völlig durchgeknallte Nachbarin Marcy mit wechselnden Männern und man hatte die richtige, unterhaltende Mischung. Die Serie würde noch heute ihre Zuschauer haben, hätte man die Serie aus eben jener Political Correctness 1997 eingestellt hätte. Ein Fernsehtag, der mit der Ansprache einer Bundeskanzlerin Merkel begann, kann sich im Prinzip ja nur noch steigern.
Das tat er dann ja auch, bis ab 20:15 Uhr RTL wieder dazu beitrug, mein tägliche Portion Masochismus mit den schreienden Pickelgesichtern von „Deutschland sucht den Superstar“ zu befriedigen.
Nach einer Stunde recht gezielten Leidens begann dann schließlich die, lange angekündigte und nicht nur von mir so heiß erwartete „Bundy-Nacht “, mit 10 Folgen dieser Comedy am Stück. Nicht nur von mir erwartet, weil ich über ICQ erfuhr, dass mein junger Freund ChrisFargo, der nicht einmal halb so alt ist, wie ich, dem derben Humor der Familie Bundy auch etwas abgewinnen kann. Guter Geschmack in Sachen Humor ist also keine unbedingte Frage des Alters, denn Chris war Ende der Achtziger, auf dem Höhepunkt dieser Serie, war Chris noch ein Kind. Der derbe Humor, der sich in dem Satz „Kam eine fette Frau in den Schuhladen…“ verbirgt, ein Satz, der zu den Kernaussagen von Al Bundy gehört, scheint also Generationen zu verbinden, zumal ich weiß, dass Chris nicht der einzige junge Fan von Al Bundy ist.
Man braucht schon eine gesunde Portion von schwarzem Humor, um das Treiben der kaputten Fernsehfamilie lustig und erheiternd zu finden und gerade dieser Humor ist ziemlich selten in der Generation von heute. Obwohl gerade sie ziemlich viel Humor nötig hätte, um das zu verdauen, was ihnen das Leben von heute so zu bieten hat, gibt es recht wenige, die über eine solche Art Humor auch verfügen.
Das, was heute politisch korrekt als komisch angeboten wird, meistens einfach nur recht langweilig und wenig unterhaltend.
Es gibt sicher viele Leute, die Al Bundy und Co nur niveaulos finden, aber solche Leute wählen auch Merkel und brechen vor dem Fernseher spontan in Beifall und Jubel aus, wenn ein deutscher Papst da seine faltige Nase in die Kamera hängt und die sind mir auch ziemlich egal.
So sind dann fast fünf Stunden mit verklemmten Amis in der Nacktbar, fetten Frauen im Schuhsalon und der ziemlich kaputten Familie Bundy recht hilfreich, wenn man die politischen Statisten, die im Fernsehen wieder einmal alles versprechen und das picklige und kreischende Gewürm von DSDS dann für eine Zeit vergessen möchte. Schon weil Al Bundy und Co aus einer Zeit kommen, wo man sich solche Unfälle wie Merkel als Kanzlerin und ein DSDS nicht einmal vorstellen konnte. Eine Zeitreise, auf der man auch noch was zu lachen hat, das müsste sehr viel öfter im Fernsehen kommen. Mir hat dieser Fernsehabend mal endlich wieder Spaß gemacht.


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