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Filbingers letzter Fall

Richterin Salesch war aufgeregt, denn ihr heutiger Fall war relativ prominent. Beklagter, Nebenkläger, Anwalt und die Zeugen kamen alle aus demselben Seniorenstift und nur Staatsanwalt Römer war noch derselbe wie immer. Nur der Fall selbst erinnerte sie entfernt an ihren ersten Fall im Fernsehgericht bei Sat1, den Maschendrahtzaun. Zuerst nahm der Nebenkläger Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, genannt Stalin, heute stolze 125 Jahre alt, neben Staatsanwalt Römer Platz. Er kam aus demselben Altenheim wie alle anderen auch, aus dem Stift „Rosa deutsche Eiche“ am Starnberger See. Er hatte dort so etwas, wie einen privaten Garten und deswegen Zoff mit einem anderen Bewohner der Rosa Eiche, der ihn deswegen mit einem MG massiv beim schneiden einer Hecke belästigt haben soll.
Nun kommt der Moment, vor dem Richterin Salesch schon gefürchtet hatte, denn der Beklagte Adolf Hitler wurde von seinem Verteidiger, dem ehemaligen Staatsanwalt und Landesherren von Baden Württemberg im Ruhestand, Rechtsanwalt Hans Filbinger im Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben und das auffällig jugendliche Publikum fing an zu toben und das Deutschlandlied zu grölen.
Salesch fackelte nicht lange und ließ den Saal räumen und nun wurde es ernst.
Wie immer, wurden auch in diesen Fall zuerst die Personalien aufgenommen und alleine die versetzten Salesch schon in Erstaunen.
Die Frage nach Name, Wohnsitz, Beruf, Alter und Einkommen schien der Beklagte recht wahrheitsgemäß zu antworten. Name: Adolf Hitler, Alter seit April 115 Jahre, Wohnsitz: Seniorenstift „Rosa deutsche Eiche“ am Starnberger See, Beruf: Führer im Ruhestand und einkommen 5000 Euro monatliche Altersbezüge, die ihm als ehemaligem Politiker nach dem entsprechenden Versorgungsgesetzen für Politiker der Bundesrepublik Deutschland zustehen würden, wie er nicht müde wurde zu betonen. Das er mit der Bundesrepublik in etwa soviel zu tun hatte, wie der Papst mit einer Abtreibungsklinik, brachten den Führer in Ex nicht sehr aus der Fassung. Gäsätz ist Gäsätz, nuschelte er in die Reste seines berühmten Bartes und Richterin Salesch beließ es einfach dabei und forderte Staatsanwalt Römer zur Verlesung der Anklage auf. Der stand auch brav auf und las vor:
„ Dem hier anwesenden beklagtem Adolf Hitler wird zur Last gelegt, den ebenfalls anwesenden Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, kurz genannt Stalin, mit einem schweren MG beschossen zu haben, als dieser im Garten des gemeinsam bewohnten Seniorenstift „Rosa deutsche Eiche“ seine Hecke beschnitten habe und damit mindestens eine Ordnungswidrigkeit im Sinne vom Ordnungswidrigkeitsgesetz § 117. ferner hat der Beklagte gegen den Paragraphen § 77 verstoßen, der die Ruhestörung betrifft, das das MG recht laut gewesen sein soll.
Salesch trat damit in die Beweisaufnahme ein und rief die erste Zeugen auf.
Hermann Göring (111 Jahre alt) und Joseph Goebbels (107 Jahre alt) versicherten beide Eidesstattlich, das der Führer, wie sie Hitler zärtlich nannten, zur Tatzeit bei ihnen saß und Skat gespielt haben soll. Als Einsatz nannten sie einige männliche Kriegsgefangene um die 70, die Hitlers Interesse geweckt haben sollen. Nun wäre Filbinger kein Richter beim Volksgerichtshof gewesen, hätte er nicht noch ein entlastendes As im Ärmel gehabt hätte. Sein Überraschungszeuge hieß Walter Ulbricht, war ebenfalls 111 und der offizielle Gärtner im Seniorenstift. Er sagte aus, das der führe allen Grund zum Zorn gehabt hätte, denn Stalin habe die Hecke nicht nur falsch geschnitten, sondern sich auch durchgedrängt und auf des Führers eigene Wiese gekackt!
Von solcher Unverfrorenheit angewidert, warf Staatsanwalt Römer seinem Nebenkläger nur einen giftigen Blick zu und erklärte das Verfahren für eingestellt. Der angeklagte nuschelte leise ein „Heil!“ und Frau Salesch kam nach sehr kurzer Beratung mit sich selbst zurück und sprach Adolf Hitler frei. Stalin wurde verwarnt und ins Stift zurückgeschickt, wo sich dann schon Goebbels und Göring auf ihn freuen durften.
Also, selbst wenn es Hitler in die bundesdeutsche Justiz geschafft hätte, er wäre spätestens im Fernsehen und mit Filbinger als Anwalt wieder freigesprochen worden!