About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Foren Stasi

So hatte sich mein seltsamer Exkumpel, der so gerne in versteckten Foren hantiert und da über mich richtet, der angebliche Halbfinne Mika noch Anfang Oktober des letzten Jahres genannt. Was ich für ein jungendlich unerfahrenes Wortspiel gehalten hatte, erwies sich bald als ziemlicher Ernst. Die Betreiber des großen Boards, auf dem auch dieses Politikforum war, benötigten zum Erhalt des Ganzen, wie die verblichene DDR ein paar eifrige Spitzel, die es vor störenden braunen Übergriffen schützen sollen.
Nur wie in der DDR ging das in die Hose, weil so eifrigen Spitzel wie Mika sich auf Reaktionäre einließen, die erwiesenermaßen die Wegbereiter der Nazis waren.
Und um aus der Nummer nur noch rauszukommen, bedarf es nun neuer Störenfriede und da ist es dann egal, ob Freund oder Feind.
Das Prinzip der Stasi wurde 1:1 übernommen und keiner ist unbeobachtet oder sollte vertrauen.
Nur hatte Mika keinen Stasioffizier als Ansprechpartner, sondern eine Internetlebensform, die sich körperlich kerngesund ins Internet verbannt hat und dort auf den sinnigen Namen Mantelmann reagiert.
Ich hatte auch schon das zweifelhafte Vergnügen mit dem „Subjekt“, wie andere Forenbetreuer ihn liebevoll bis zärtlich und damit treffend nennen, da er mich mit der Hilfe eines foreninternes Nachrichtensystem auch schon ein wenig belehren und beschimpfen musste.
Ein echtes Herzchen also, das sich für die Masse der Foren verantwortlich fühlt und auch schon hin und wieder in meinem Gästebuch unter sich gemacht hat.
Auch ein Mensch, dem man im Leben nie begegnen wird, weil er keines hat. Erschreckend ist eigentlich nur, wofür sich diese jungen Leute so prostituieren. Hat man die Spitzel der Stasi in der DDR wohl noch durch handfeste wirtschaftliche Vorteile oder der Möglichkeit eines Studiums geködert, reicht heute schon das Angebot über ein paar Befehle, also über ein paar Nullen und Einsen mehr im Internet zu verfügen, um aus jungen Menschen Charakterschweine zu machen.
Martin Sheen hat es 1987 im Film „Wall Street“ sehr treffend beschrieben: „Wenn Du nicht neben einer Hure aufwachen willst, dann steig zu keiner ins Bett!“
Heute ist 1987 schon verdammt lange her und da ist ein virtueller Status offenbar sehr viel wichtiger, als positive Charaktereigenschaften unter Beweis stellen zu müssen. Aus dem homo sapiens wird langsam und sicher der charakterfreie homo virtualis und das Dasein beschränkt sich auf das Internet.
Ein irgendwie recht jämmerlicher Lebenszweck, wie ich finde.