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Frontalangriff auf die US und A

borat-poster-0Boarat Badehose vorneBorat Badehose hinten



Die Beste aller Freundinnen, also meine, kam aus London von ihrer Tochter zurück und hatte fürs Kino einen Herzenswunsch, der auch mir am selben Organ lag, denn sie wollte „Borat“ sehen, den Film, mit dem der englische Komiker Sacha Baron Cohen einen Großangriff auf die USA, die nervige Political Correctness und den guten Geschmack überhaupt, gestartet hat.
Das Fernsehen brachte, wie immer, nichts und RTL drohte sogar mit dem Domino-Day, wo Tausende, an sich erwachsenen Menschen, damit beschäftigt waren, die Lücken zwischen den Werbeblöcken damit zu füllen, Millionen kleiner Steine aufzubauen und danach wieder umzuwerfen.
Also ein perfekter Tag fürs Kino und damit ein perfekter Tag für „Borat“. Nach gefühlten sechs Stunden Werbung und Trailern von Filmen, von denen wir uns außer dem neuen James Bond ohnehin keinen geben wollten, begann dann endlich die cineastische Krönungsfeier des wirklich schlechten Geschmacks. Der Plot ist zwar hinlänglich bekannt, aber ich reiße ihn noch mal kurz an.
Sacha Baron Cohen spielt den kasachischen Reporter Borat Sagdiyev, der erst sein Land Kasachstan vorstellt, das dabei so schlecht wegkommt, als wäre es ein Land irgendwo zwischen der 5. und 6. Welt, weil es da noch eine Judenhatz durch die Strassen gibt, wie man es nur mit Pamplona und den Stieren dort kennt.
Borat will das ändern und fliegt dazu in die US und A, wie er die USA gerne und sehr eigen nennt. So reist Borat in dem Film mit dem bezeichnenden vollen Titel:“Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen.“ aus einem Land, wo nach dem Weltbild des Sacha Baron Cohen Inzest, Prostitution und Rassismus auf der Tagesordnung stehen, in das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ und versetzt das Publikum im Kino und die Amerikaner vor Ort damit in einen Kulturschock.
Der Mann, der exhibitionistisch veranlangt ist, einen Aufzug für sein Hotelzimmer hält und frisches Wasser aus der Kloschüssel trinkt, war schon bis zu dem Punkt politisch so unkorrekt, dass es weh tat vor Lachen und er macht ziemlich ungebremst so weiter.
Wenn er den Darm entleeren will, lässt er die Hosen runter und hockt sich in ein Gebüsch, um dort zu kacken, völlig egal, wie zentral und sichtbar das gelegen ist.
Er „kennt“ es so aus Kasachstan und warum soll er es in den US und A dann anders machen?
Jeder Amerikaner, der in seine Reichweite gelangt, bekommt von Borat erst einmal einen, ebenso herzhaften, wie feuchten und langen Bruderkuss. Wie es die westliche Welt hinter dem Ural eben so vermutet, dass es dort so Sitte ist und Borat es voller Freude vertieft.
Er ist ein charmanter Proll durch und durch und die Amerikaner lieben ihn, weil er Dinge ausspricht, die sie nur zu denken wagen und so bekommt so ziemlich jede Minderheit ihr Fett weg, die sonst von der verlogenen Political Correctness, welche die Medien seit Mitte der neunziger Jahre regiert, angeblich so geschützt sind.
Der letzte geduldete Proll, der in Amerika damals noch sagte, was er dachte, war ein gewisser Al Bundy, ein Damenschuhverkäufer aus Chikago, der eine fette Frau noch eine fette Frau nennen durfte und dafür auch 1994 im Namen der Political Correctness auch aus dem Programm flog.
12 lange Jahre später geht Borat, der beim kauf eines Autos nicht etwa nach Verbrauch und Geschwindigkeit fragt, sondern nur danach, wie viel Zigeuner er damit umbringen kann(!), aber noch viel weiter, als ein Al Bundy je gegangen wäre und der Film ist ein voller Erfolg und für das Publikum knapp 85 Minuten durchgehende Lacher. Sacha Baron Cohen erwischte die Amerikaner und die Kasachen mit seinem „Borat“ völlig kalt, legte im Film und in den Reaktionen darauf einige der niedersten Triebe frei und selbst im Kino hat es einen geistigen Fußgänger erwischt, der noch während des Films brüllte, ausrastete und danach im Foyer ein herzhafte Prügelei begann.
Nicht nur wegen dieser Reaktion waren die beste Freundin und ich restlos begeistert von diesem Frontalangriff auf die USA und den guten Geschmack, sondern die Idee und der Film an sich haben damit lockere 10/10 auf meiner persönlichen Wertung erreicht und der Film steht auf der Liste der zu erwerbenden DVD.
Ich möchte Borat auch im Originalton, mit deutschen Untertiteln sehen, was sicher noch lustiger ist, aber eine Option war, die das Kino nicht bot. Wir haben trotzdem lange nicht mehr so herzlich und dreckig gelacht!



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