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Fußballwahn

Das Jahr 2006 wird für mich persönlich ein sehr einsames Jahr werden, denn ich gehöre zu dem Teil der Deutschen, die dem Fußball und dem ganzen Zirkus, der darum gemacht wird, nichts abgewinnen können und mache mir damit sicher noch in paar Feinde mehr. Es ist nicht unbedingt so, dass ich Fußball nicht mag.
Ich mag nur nicht das, was man jetzt und heute darunter versteht. Ich mag den Fußball, wie er vor 31 Jahren bei der Fußball WM von 1974 noch regelrecht zelebriert wurde. es gab noch Überraschungen in fast allen Spielen und Fußball zu spielen war noch eine Art Kunst und kein einfallsloses Gekicke und die Fußballspieler waren noch hauptsächlich mit Fußball beschäftigt und nicht mit dröger Werbung für Gelumpe aller Art.
Im Internet unter dem Link interessante Details von 1974:



Es beginnt mit einem Schock. Olympiastadion München, 7. Juli 1974. In der 2. Minute des Fußball-Weltmeisterschaftsfinales erzielt der Holländer Johan Neeskens per Elfmeter die 1:0-Führung gegen Deutschland. Die ganze Nation vor dem Fernseher und die meisten der 75000 Zuschauer auf den Rängen können es nicht fassen. Doch der Jubel kehrt schnell zurück. Bernd Hölzenbein fällt, als er fallen soll - Paul Breitner verwandelt den Elfmeter. Dann bringt Gerd Müller - wer sonst? - die deutsche Nationalmannschaft in Führung. In der zweiten Halbzeit demonstrieren die Holländer ihre spielerische Klasse, doch Berti Vogts "beißt" sich förmlich an Superstar Johan Cruyff fest, und die "Katze von Antzing", Sepp Maier, hält alles fest, was auf seinen Kasten kommt. Hinzu kommt noch eine große Portion Glück, und so retten die Deutschen die knappe Führung über die Zeit. Der Kommentar der "Bild-Zeitung" am nächsten Tag besteht aus 24 Buchstaben: "Wir sind sprachlos vor Glück."


Das waren noch Zeiten beim Fußball. Ich selbst war noch jung genug und die Fußballer dieser WM waren noch aktive Helden und beschränkten sich noch nicht darauf, überbezahlte Legenden zu sein, die in den Frauenzeitschriften ganz vorne standen, nur weil sie im Suff mal Kinder gezeugt haben.
Der Abstauberkönig und „Bomber der Nation“ Gerd Müller machte jeden noch so gut gesicherten Strafraum unsicher und verwandelte die unmöglichsten Pässe in Tore für Deutschland und die Torwartlegende Sepp Meier versiegelte dafür den deutschen Strafraum für fast jeden und sein Nachfolger Tony Schumacher gab im Zweifelsfall allzu aufdringlichen Stürmern auch gerne mal auf die Fresse und befreite ihn von seinen Schneidezähnen.
Das waren noch echte Gladiatoren des Fußballs und nicht solche kickenden Pfeifen wie heute, die nur ihren nächsten Werbevertrag im gefönten Kopf haben.
Da mich der Fußball von heute nicht interessiert, muss ich mich auch nicht von der FiFa um das Geld für die Karten via Internet betrügen lassen.
Die FiFa hat sich da nämlich ein pfiffiges System ausgedacht, um die Fans mit Karten zu versorgen und an deren Geld zu kommen.
Interessierte Fans müssen sich zuerst einmal wo anmelden, ihr Interesse an Eintrittskarten bekunden, eine recht happige Summe Geld bezahlen.
Dann gibt es eine Art Lotterie und mit etwas Glück bekommt man dann sogar Karten für die WM und wenn nicht, bekommt man dann gleich nach dem Fußballevent auch sein eingezahltes Geld sofort zurück. Natürlich abzüglich einer saftigen Bearbeitungsgebühr. Das alte Verfahren mit Vorverkaufs und Abendkasse, das ich noch kenne, war der FiFa zu kompliziert, zu unübersichtlich und zu unsicher. Weil das neue Verfahren so absolut sicher ist und vor Betrügern schützt, floriert bei Ebay auch schon der Handel mit Karten. Zum Beispiel bietet jemand zwei Karten für das 30. Spiel der WM im Dortmunder Westfalenstadion für den Schnäppchenpreis von nur 151 Euro an. Ein Grund mehr, sich für Fußball nicht ernsthaft zu interessieren. Nur ist eine echte Flucht nahezu unmöglich, wenn man auf den Fernseher nicht völlig verzichten will oder kann. Mich soll das nicht weiter tangieren, denn ich bin mir sicher, dass das Fernsehen die WM schon nicht vergessen lässt, denn das Logo pappt nun mittlerweile überall. Ob auf der Damenbinde, dem Tampon, dem Alpenkäse, der Cola oder auch nur beim Wetter. Ich sehe mir aber nur das Endspiel an, wo die Fußballmacht Togo den Fußballzwerg Deutschland mit 12:3 besiegt und neuer Weltmeister wird. Spätestens dann hat der Wahn für vier Jahre ein Ende. Ich freue mich auf diesen Tag jetzt schon.
Ansonsten wird 2006 einfach nur ein langes Jahr mit hohem DVD-Konsum werden.

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!