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Gammelfleisch

Das ist nicht etwa eine höfliche Umschreibung von neuer Kanzlerin und neuer Regierung, keine neuste Bezeichnung für die Bewerber bei „Deutschland sucht den Superstar“, oder für die andere arme Hunde, die von Hartz IV leben müssen, sondern Gammelfleisch ist genau das, wonach es klingt, vergammeltes Fleisch aus den Beständen der deutschen Fleischverarbeitenden Industrie.
Die EU wird ungebremst größer, die Anbieter von billigem Fleisch, die zuhause nicht in Euro rechnen müssen, werden immer mehr und die unterbieten jeden deutschen Betrieb. Anstatt die Deutschen nun mit Qualität antworten und für gute Preise auch gutes Fleisch anbieten, machten die den billigen und letztendlich auch widerlichen Fehler und ließen sich auf einen Preiskampf mit den Billiganbietern ein.
Ein Preiskampf, bei dem es nur einen Verlierer gibt, den deutschen Kunden, der den Slogan „Qualität aus Deutschland“ immer noch glaubt.
Denn, um Billiganbieter noch mit Gewinn unterbieten zu können, wird ganz einfach altes Fleisch auf den Markt gebracht. Entweder Fleisch, das an sich nur noch als Tierfutter taugt, oder eben Fleisch, was schon durch sein Alter ziemlich wertlos wurde. Konkurrenz belebe das Geschäft, so heißt es ja im Allgemeinen, aber in den vorliegenden Fällen belebt es eigentlich nur den Brechreiz.
Wenn man, wie ich, in einer Wirtschaft groß wurde, in der Konkurrenz ein völliges Fremdwort war, hat man somit also relativ gesund und vor allem relativ frei von Ekel gelebt, denn damals wurde Futterfleisch verfüttert und vergammeltes Fleisch kam für gewöhnlich in den Müll.
Damals haben wir die Westdeutschen um ihr großes Angebot bei Fleisch und Wurst noch beneidet, nur war Gammelfleisch noch kein gängiger Begriff in den Nachrichten und an der Wursttheke. Die EU nannte sich noch EWG und war für keinen Bauern oder Fleischverarbeiter eine Bedrohung und als Krönung der Verlockungen gab es zudem noch die D-Mark.
Gammler war damals nur ein gängiges Schimpfwort für langhaarige Hippies und Rocker, von denen ich einer war, aber geknabbert und gar zum Verkauf angeboten hat uns keiner. Das ist heute nun gründlich anders und man fühlt sich an der Fleischtheke im Supermarkt schon bedroht, weil man ja nicht mehr weiß, was in dem rosa Fleisch nun alles drin ist, oder wie viel Weltkriege die Wurst schon gesehen hat.
Das die Kontrollen das faulige Fleisch nur zufällig fanden und dafür jetzt überall in Deutschland, trägt auch nicht unbedingt zur Beruhigung bei.
Offensichtlich gibt es viel zu wenig echte Kontrollen und ich bin gespannt, wie die neue Regierung nun reagiert. Bevor da aber was Echtes passiert, denn heute wurden ja schon wieder vier Firmen mit Gammelfleisch entdeckt.
Bis ich wieder voller Vertrauen Fleisch essen werde, halte ich mich an meine schöne Freundin und versuche es als Vegetarier auf Zeit oder lebe von Konserven, die ich schon ewig im Tiefkühlschrank zu liegen habe. Erst wenn ich mir sicher sein kann, dass mit Gammelfleisch wieder nur der, vor 20 Jahren geheiratet Partner gemeint ist, der träge vor dem Fernseher herumlungert, werde ich wieder frisches Fleisch beim Schlachter ordern. Nur wie ich die deutschen Behörden kenne, kann das wieder dauern!

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!