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Genutzte Chancen

Selbst in einer Zeit mit fast fünf Millionen Arbeitslosen hat das Arbeiten können bei gesunden Menschen offensichtlich auch noch immer etwas mit Arbeiten wollen zu tun. Mein junger Freund Julian ist gerade mal fünf Tage in Berlin und bringt von seinem ersten regulären Termin beim Arbeitsamt doch tatsächlich einen Termin für ein Vorstellungsgespräch mit, bei dem es um eine feste bezahlte Arbeitsstelle geht. Um welche Arbeit es da nun genau geht, finde ich insofern egal, da die Zeiten ja ohnehin vorbei sind, in denen man in Deutschland noch seinen Traum oder Wunschberuf findet.
Wer Geld braucht, um einen eigenen Haushalt finanzieren zu können, der muss heute einfach mal nehmen, was der Arbeitsmarkt bietet. Wäre ich jünger und vor allem oder auch nur gesünder, ich würde es genauso machen. Ich hab das 1984 als kranker ja schon einmal gemacht und im Friedrichstadtpalast als Bote angefangen.
Danach zwei Jahre Hausmeister und erst dann bin ich endgültig ins Orchester gewechselt. Da habe ich mich dann durch harte Arbeit und Fleiß bewiesen und stieg dann in der Stellung und finanziell auf.
Julian hat also in etwa heute die gleichen Chancen und ich sehe bei seinem ausgeprägten Kölner Charme eigentlich keinen Grund, warum er diese Festanstellung nicht bekommen sollte und das er arbeiten kann, hat er ja schon bewiesen, seit er 14 war und bei Aldi den Dreck wegräumte, um sein Taschengeld aufzubessern.
Er hat auch schon als Security beim Weltjugendtag in Köln gearbeitet und dort das Stadion bewacht, als dort die Christen das Rückspiel mit den Löwen haben sollten, aber nur Papst Ratzinger gekommen ist. Zu fein war er sich noch nie.
Die Zeiten, wo man für so etwas billige Gastarbeiter aus dem Ausland holen konnte, sind spätestens seit dann vorbei, als auch das letzte europäische Billiglohnland, Polen, ein gleichberechtigtes Mitglied der EU geworden ist. Auch die Türkei braucht ihre Leute jetzt selbst, um das hohe Niveau des eigenen Wirtschaftswachstums zu halten, das deutlich über dem von Deutschland liegt.
Also auch die Türken stehen für die „niederen Arbeiten“ der Deutschen diesmal nicht bereit und die Deutschen müssen das schon selbst erledigen. Nur müssen sich auch Deutsche finden, die bereit dazu sind. Da macht es wenig Sinn, wenn es Deutsche gibt, die mit 29 noch bei Mutti und Vati wohnen und auf ihrer Homepage mit ihrem zweiten Staatsexamen prahlen, wie ich es im sehr seltsamen Forum „Nensch“ erlebt habe und darauf warten, dass ihnen, dass die Industrie sich durch die privaten HP's des Internets arbeitet und ihnen dann den Wunschberuf via E-Mail quasi in deren Kinder oder Jugendzimmer im Hotel Mama trägt.
Diese Vorstellung ist einfach nur absurd und lächerlich. Heute will die Industrie, oder wer auch immer Arbeit in Deutschland zu vergeben hat, dass sich junge Deutsche finden, die nicht jammern, sondern anpacken können.
Ich glaube, da haben sie mit Julian den Richtigen gefunden, denn der gammelt nicht mehr in den Foren des Internets herum und versucht nicht, jüngere Menschen von den zweifelhaften Vorteilen der aktuellen reaktionären Politik zu überzeugen oder gar dazu zu bekehren.
Er hat auch sehr früh, mit 14, erste reale und aktive Erfahrungen in der Politik gesammelt, denn er hat nicht nur darüber geredet, sondern ist gegen jede meine Warnung, der jungen Union beigetreten und hat diesen Schritt dann auch bald bereut, denn er hat dort genau die Art rückständiger Spießbürger vorgefunden, mit denen er nie etwas zu tun haben wollte.
Er ist also ein junger Mann, der schon so seine Erfahrungen gemacht hat und wissen würde, wovon er redet, wäre in politischen Internetforen aktiv. Nur konzentriert er sich erst einmal auf das Leben und die Arbeit außerhalb des Hotels Mama, um sich ein Leben leisten zu können. Selbst wenn es im ersten Anlauf mit der Arbeit nicht klappen sollte, so hat er wenigstens versucht, auf eigenen Beinen zu stehen und wird es auch weiter versuchen und ich bin mir sicher, dass er es auch schafft, denn er will es ja selbst. Solche jungen Leute einen Freund nennen zu dürfen, empfinde ich als eine Belohnung, denn ich habe die größte Hochachtung vor jungen Leuten, die eben nicht nur reden. So ganz nebenbei und ohne zu Zucken und ein Wort zu verlieren, nimmt er sich auch meiner gerne mal spinnenden Computer an.

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!