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Gesundheits- und andere Reformen

Wenn man älter wird, bekommt man so seine Zipperlein und dann sollte der Arzt schon spezialisiert auf diese sein. Nur einfach hingehen, wie früher einmal, das halten unsere Politiker ganz ernsthaft für übertriebenen Luxus.
Da Gesundheit dem Volk lieb und teuer sein soll, legten die Politiker schon mal vor und macht den Gang zum Facharzt erst einmal kompliziert und dann teuer.
Sie erfanden lustige kleine Gebühren, die jeden Gang zu einem Arzt erst einmal recht spannend gestalten sollten.
Um also einen Facharzt meiner Wahl, in meinem Fall einen Orthopäden konsultieren zu dürfen, bedurfte es erst einmal der schriftlichen Genehmigung meines Hausarztes, in meinem Fall einer Hausärztin, die sich Überweisung dahin nannte.
Völlig unkompliziert also und mit 10 Euro doch ziemlich angemessen, denn es ging ja um die Gesundheit. Die fehlt mir seit Jahren zwar völlig, aber es geht ja ums Prinzip und da löhnt man doch gerne, denn man durfte sich ja im Wartezimmer der Ärztin, nach Zahlung der drei Euro Informationsgebühr auch 30 Minuten an diversen steinalten Zeitungen erfreuen, bevor sie soweit war, den Zettel auch ordnungsgemäß unterschrieben zu haben.
Da dem Staat ja auch anderswo das Geld fehlt und die Diäten der fleißigen Politiker schon ewig oder mindestens ein Jahr nicht erhöht wurden, geht es mit den Gebühren munter so weiter und man zahlt als Deutscher natürlich auch ohne zu widersprechen.
Das ist so Sitte geworden in diesem Land.
Da der Facharzt seine Praxis natürlich ganz woanders hat, griff dann zum ersten Mal die ganz neue Straßennutzungsgebühr, die innerstädtische Maut, mit der sich die Städte und Kommunen nun sanieren dürfen. Da ich nicht genau wusste, wie nach dem Facharzt weiter, galt der Tarif „eine Richtung“ für billige 40 Euro, die ich bei einem Polizisten bezahlte, der gerade mit gierigem Blick da rumstand.
Vor der Praxis des Facharzt, kam dann eine neue PFN zum tragen, eine Parkfächennutzungsgebühr, die mit satten 30 Euro dann aber recht deutlich über dem Tarif einer normalen Parkuhr lag. Nur wollte ich ja zum Arzt und konnte das Auto ja schlecht mitnehmen, also wurde gelöhnt.
Dann an der Rezeption des Facharztes gemahnte mich der finstere Blick einer Schwester gleich an die nächste Gebühr, die nagelneuen fünf Euro Schwesteransprechgebühr. Nach nochmaliger Berappung der drei Euro Informationsgebühr, es war ja eine andere Praxis mit anderen alten Zeitungen, konnte ich diese lesen und war nach schon 50 Minuten dran.
Frau Doktor war Weise und in ihrem Fach ein Genie, denn sie brauchte nur 15 Minuten, um mir zu sagen, das ich schmerzen haben müsste, weil sie eine Verspannung entdeckt habe.
Nach einer weiteren kurzen Einlage für nur 12,76 Euro beim Röntgen und beim Reizstrom wusste sie es dann ganz genau, meine Knochen bedürfen einer Behandlung, die am besten manueller Natur sein sollte. Diese Diagnose untermauerte sie noch mit einer Spritze für 13,98 Euro, die mir eine Schwester dann auch sofort und mit Anlauf in den Leib rammte.
Das mit dem „manuell“ erstaunte mich auch nur insoweit, dass ich in vier Jahren Behandlung die noch von keiner Maschine kam.
Jedenfalls war ich dann nach der leckeren Spritze für diesen Tag entlassen und ich konnte mich anderen Sachen zuwenden.
Kurz vor Silvester hatte eine Dolby 5.1 Anlage bei mir den Geist aufgegeben und ich musste damit wohl oder übel zum Media-Markt zurück.
Nun war es aber auch genau der Tag, an dem der Markt mit 16 Prozent Preisnachlass lockte.
Ich befand mich allerdings in dem Irrglauben, dass die Deutschen an sich bei soviel Reformen und Gebühren ja kaum Geld für den Einkauf elektronischer Luxusgüter haben würden. Was für ein Irrtum, die Menschen standen in DREIERREIHEN vor dem Markt. Ich fuhr frustriert nach Hause, denn ich hatte für einen Tag in genug Geld in Luxus investiert. In meine Gesundheit.