About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Gottes Werk und Teufels Beitrag

Ein sehr gelungener und feinfühliger Film über menschliche Schicksale und eben über Gutes und Böses. Vor Allem aber über Menschen, die Gutes tun, ohne viel Wind oder Aufhebens darum machen. Ihr Altruismus ist ein Echter, denn sie machen das, was sie machen, absolut selbstlos und ohne jede Berechnung. In dieser Rolle ist hier Dr. Larch (Michael Caine), der dafür zu Recht einen Oskar bekam. Er verkörpert einen Arzt im Amerika, der sich mit Hingebung um die Menschen kümmert, die auf dieser Welt zu kurz gekommen sind, um die Waisenkinder und die ungewollt Schwangeren. Caine macht durch sein Schauspiel auch dem letzten religiösen Trottel klar, das der Abbruch einer Schwangerschaft in den Augen Gottes vielleicht eine Sünde ist, aber in den Augen der Betroffenen dann doch eher ein Segen. Wenn ein guter Arzt das nicht machen würde, lauert sofort ein Schlechter, der dann auf qualvolle Weise nichtnur das Kind, sondern gleich die Mutter mit umbringt. Die Kinder, die trotzdem auf die Welt kommen, finden eine Unterkunft in Caines Waisenhaus, wo er sich mit Liebe und Hingabe und einem sehr bescheidenem Etat um sie kümmert. Einer dieser Wasenjungen, Homer Wells (Tobay Maguire), erzieht er sich mit viel Liebe und väterlichen Güte zu einem Assistenten, der ihm bei seinem selbstlosem Werk dann mit der gleichen Selbstlosigkeit zur Hand geht. Der Film spielt am Anfang des letzten Jahrhunderts, aber in einigen Teilen der Welt, wo es den Menschen nicht so gut geht, wie den so gerne jammernden Deutschen ist dieses Thema leider immer noch sehr aktuell. Homer verlässt dann das Waisenhaus und wird dann auf seine Weise bei Wanderarbeitern aktiv, wie er es bei Dr. Larch gelernt hat. Homer will allerdings kein Arzt sein, nur sein Mentor Larch ist da Weitblickender. Er befreit ihn durch allerlei falsche Atteste erstmal von der Armee, was insofern recht vorteilhaft war, da damals in Europa und Asien ein heftiger Krieg tobte. Weitblickend, wie er ist, schickt er Homer auch Arzttasche samt Arztbesteck. Dieses kommt auch zum Einsatz, als eine der Wanderarbeiterinnen, bei denen Homer grade lebt, von ihrem Vater, der sie missbraucht, ziemlich ungewollt schwanger wird. Homer kann die Frucht dieses Inzest bravourös und recht Folgenlos beseitigen. In der Zwischenzeit geht es Dr. Larch, der von allen Seiten wegen seinem sehr menschlichem Tun recht misstrauisch beobachtet und bespitzelt wird, ziemlich dreckig. Als ihm dann noch das finanzielle Aus droht, zögert er nicht lange und nimmt sich durch eine Überdosis Äther das Leben. Es kommt, wie es kommen musste, Homer Larch ist zwar kein habilitierter Doktor für Kinder, aber Larch hat an Fäden gezogen und solange Urkunden gefälscht, bis Homer einer war. Homer wurde logischerweise dann auch der Nachfolger von Dr. Larch im Waisenhaus und nun war er es, der die Kinder mit Larchs ergreifendem „Gute Nacht, Ihr Prinzen von Maine, Ihr Könige von Neuengland.“ Jede Nacht zu den, jetzt seinen Schützlingen in den Schlaf mitgab. Alles Andere an Handlung ist ziemlich unwichtig und sei hier auch unerwähnt. Erwähnt sei nur noch die Botschaft dieses Filmes, die da lautet: Tue Gutes und rede nicht darüber! Das fällt einem grade jetzt wieder auf, wo man es in einer virtuellen Welt mit jungen Menschen zu tun bekommt, die sich selbst schon via Nicknamen als „Gut“ anbieten und klassifizieren.
Ich widme diese Zeilen hier meinem recht jungen österreichischem Freund Joschi, der tatsächlich Herzensgut und voller Liebe ist. Er wies mich auch auf diesen Film hin.