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Hamsterkauf

Im Volksmund der DDR hatte der, damals noch recht real existierende Sozialismus genau vier Hauptfeinde, die ihm ernsthaft gefährlich sein konnten. Es waren der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter, in einem Wort, das Wetter, denn die DDR war für keines dieser Naturphänomene gerüstet und wurde immer von ihnen überrascht.
Nun war der Bürger der DDR ja an sich und per se schon naiv genug zu glauben, das Wetter dem reichen Westdeutschland nichts anhaben könne, denn es war ja Westwetter und das konnte nur besser sein. Ich persönlich weiß es schon seit Längerem besser und werde zudem noch regelmäßig seit 16 Jahren in der Silvesternacht aufs Neue von der völligen Planlosigkeit auch in der westlichen Wirtschaft überzeugt.
Denn jedes Jahr am 31. Dezember bewiesen deutsche Taxibetriebe, wie völlig überraschend der Jahreswechsel an diesem Datum für sie kam und das da sogar mit Kälte und Schnee zu rechnen sei.
Denn egal, wo ich in Deutschland zu Silvester gewesen bin, ein leeres Taxi war in etwa genauso gut zu bekommen, wie ein neuer Arbeitsplatz, eine Audienz beim Papst oder bei Osama Bin Laden einen Termin zum Tee, obwohl ich zugeben muss dass ich das mit dem Papst noch nicht ernsthaft versucht habe, denn da rennt mir einfach zuviel gläubiges Dummvolk herum.
Aber das ist nicht das eigentliche Thema.
Das Thema ist die Tatsache, das selbst die mächtigen, westdeutschen Stromkonzerne wie RWE so fürchterlich von Schnee zu Ende November überrascht werden, dass ihnen die Strommaste ihrer Überlandleitungen unter der Last des gefallenen Schnees wegbrechen, wie dürre Grashalme und über 250 000 Menschen mitten im zivilisierten Europa im 21. Jahrundert mehrere Tage ohne Strom auskommen müssen. Von der öffentlichen Kritik angetrieben, machte sich RWE auch sofort auf die Suche nach Ursachen und Schuldigen.
Beides war dann auch schnell gefunden.
Die Ursache und die Schuld liegen für RWE eindeutig bei den Verbrauchern, die doch tatsächlich darauf bestehen, für ihr Geld auch noch Strom zu bekommen.
An sich schon eine Frechheit dieser Kundschaft und so baut RWE seine Stromleitungen nicht etwa anständig und wetterfest, sondern schickt die Medien ins Rennen, damit sie die deutschen Stromkunden mit Hinweisen versorgen, wie sie einem nächsten Stromausfall besser überstehen können. Man solle auf Vorrat kaufen und sich mit allem eindecken, was sie ohne Strom so brauchen könnten.
Diesem Rat bin ich nun gefolgt und auf Probleme gestoßen, welche die Medien offenbar bewusst verschwiegen haben. So wollt das Krankenhaus drüben im Friedrichshain aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen nicht auf sein Notstromaggregat verzichten und so musste ich mehrere tausend Euro in einige hundert Autobatterien investieren, die ich in der leeren Wohnung über mir für den, von den Medien angedrohten, Notfall ohne Strom lagern konnte.
Da ich aus denselben Medien auch wusste, dass es bei Stromausfall in großen Städten sehr kriminell zuging, musste ich ein wenig aufrüsten, auch wenn das meine letzten Geldreserven verschlang.
Dank des Zusammenbruchs der Sowjetunion wimmelte es im Internet ein großes Angebot an billigsten Waffen und so bekam ich ein Dutzend SS-20 aus den ehemaligen Beständen der ehemals so ruhmreichen Roten Armee, zwei Dutzend Pershing-Raketen und Marschflugkörper, welche die Taliban bei den Amerikanern in Afghanistan erbeutet hatten und die Republikanische Garde des Saddam Hussein bekam ich über Ebay ein paar, fast ungebrauchte amerikanische Panzer, die sie im Irak der amerikanischen Army vor deren Flucht nach Saudi-Arabien abgeknöpft hatten. Dann noch einen kleinen Petroleumherd, grüne Bohnen für die Wochentage und einen Sack rote Bohnen für die Wochenenden. Zum Schluss noch 50 Laufräder mit willigen Hamstern und dann wäre auch für Wechselstrom gesorgt. Für den Gleichstrom hatte ich ja oben die Autobatterien. Jetzt bin ich finanziell zwar völlig am Ende, aber für den angedrohten Stromausfall zumindest ansatzweise gerüstet. Es ist nicht anders als im Osten, man muss sich nur zu helfen wissen. Außerdem hatte ich 30 Jahre meines Lebens die Russen zu "Gast" und da lernt man, mit Verzicht umzugehen.

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!