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Hausbesuch mit Geschenken

Was mir 1990 zur ersten freien Wahl in der DDR auf dem Land noch ziemlich fragwürdig, dumm und unehrlich erschien, habe ich nun im politischen Fernsehmagazin bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen als eine gängige Praxis der Parteien erlebt. Damals hat die CDU dem ostdeutschen Landvolk in Sachsen, Sachsen Anhalt und Mecklenburg Vorpommern schlicht und ergreifend Tüten mit Südfrüchten an die Klinken ihrer Bauernhäuser gehängt.
Südfrüchte gab es in der DDR maximal zu Weihnachten und die CDU gewann die erste gesamtdeutsche Wahl im Osten erdrutschartig. Politik hat auf dem Land eben nicht viel mit dem Kopf und dessen Fähigkeit zum Denken zu tun.
Politische Argumente waren bei dieser Wahl dann nicht unbedingt der Bringer und das bekam ich als Wahlhelfer und Mitglied der SPD am eigenem Leib und am Wähler in Ostberlin zu spüren. Da hingen zwar keine Südfrüchte an der Tür, aber hier kam Kanzler Kohl mit seinen leeren Versprechungen über das Fernsehen ja direkt nach Hause.
Das ging auf dem ostdeutschen Land damals wegen mangelnder Empfangsmöglichkeit für Westfernsehen noch nicht.
Da musste er sich schon selbst hinbemühen und vor Ort die Leute belügen und von „blühenden Landschaften“ faseln. Die Südfrüchte haben gewirkt und weil die SPD so etwas versäumt hatte, gewann auch die CDU.
In Nordrhein-Westfalen heute ist mit Südfrüchten keiner zu beeindrucken, aber da reicht ein Verweis auf die regierende SPD in Berlin und den Mist, den sie da verzapfte und als Geschenke gibt es von allen Parteien, die an der Haustür für ihren Kandidaten werben nur Tand und Tinnef, aber vor allem der Verweis auf die bösen Sozis in Berlin und wie sie auch dem wahlberechtigtem Kleinbürger in NRW Haus und Hof pfänden werden.
Das hat zwar mit der Regierung des Peer Steinbrück in Nordrhein-Westfalen nur sehr mittelbar etwas zu tun, aber für den durchschnittlichen Wähler in NRW reicht das schon und Union und FDP liegen bei den Umfragen vorne.
Das allerdings nicht, wie die CDU in NRW so gut ist, sondern die SPD in Berlin so schlecht.
So kann es kommen, dass der Bildungsminister von Helmut Kohl, der mit der umstrittenen Äußerung "Kinder statt Inder" Aufmerksamkeit erregte, sich nun als Chef des viertgrößten Bundeslandes in der Provinz seinen Platz finden wird.
Auch die DVU und "Freie Kameradschaften" auf der NPD-Liste stehen zur Wahl und wie in Sachsen und anderswo steht zu befürchten, dass auch diese Rechten Dank ihrer leeren Versprechungen in den Landtag kommen und damit dem Ansehen Deutschlands einen weiteren großen Kratzer verpassen werden.
Der Ruck nach Rechts in Deutschland geht einfach weiter, obwohl der mit Sicherheit nicht einen Arbeitsplatz in Deutschland bringen wird.
Eher im Gegenteil, denn die ausländischen Investoren werden sich hüten, auch nur ein Cent in ein Land zu investieren, in dem wieder die Rechten in den Parlamenten sitzen können und dürfen. NRW wird da nur ein weiterer Prüfstein für die Demokratiefähigkeit der deutschen Wähler sein. Wenn da dann wirklich Hausbesuche mit kleinen Geschenken ausschlaggebend sein sollten, so haben einige Deutschen die Demokratie einfach nicht verdient.