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Hund und Katz

Satan schlägt

In der Natur und auf der Straße ist das Verhältnis von Hund und Katze recht klar definiert, denn da sind sie Feinde. Etwas anders sieht es aus, wenn man die Tiere domestiziert hat und sie in einer Wohnung leben. Da hat dann der Schnellere die Oberhand und das sind meist die Katzen. Ich hab nun seit 1980 Katzen in meinen Wohnungen und damals sogar recht edle Perserkater mit Stammbaum.
Als ich mir 1991 meinen ersten Hund Alex aus dem Tierheim holte, ein großer Schäferhund/Rottweiler Mix, versuchte der in meiner Wohnung erst mal den harten Mann zu machen, aber wurde von meinem Kater mit einem gezielten Hieb der Pfote in die Schranken verwiesen und von da an war die Rangfolge bis zum Tod der Tiere im Jahr 1999 geklärt. Angst war da keine im Spiel, maximal etwas Respekt. Anders war es 2011, als ich gerade einen neuen und sehr kleinen Kater hatte, weil wiederum dessen Vorgänger 2010 an Altersschwäche verstorben war neuer Hund Max bei dieser Handvoll Katze vor Panik verzweifelte. Der hatte keinen Respekt vor dem Kater, sondern eine schlotternde Angst vor meinem neuen Satan, der damals noch Carlos hieß, weil ich nicht wusste, wohin er sich entwickeln würde. Aber nachdem er meine Wohnung in Beschlag nahm und wie ein Taliban bei einer christlichen Messe randalierte, war die Richtung klar.
Er war der würdige Nachfolger seines Vorgängers und hatte sich den Namen Satan verdient. Ich weiß nicht genau, wie es im Einzelnen geschah, aber Max rückte in den Wochen immer näher, entdeckte Satan als Spielgefährten und von da an boten die Beiden ein privates Entertainment der Spitzenklasse. Beide Tiere waren ja noch jung und mussten sich austoben. Da meine Mutter nach dem Tod ihres Lebensabschnittsgefährten in eine sehr viel kleinere Wohnung in mein Haus zog, weil sie sich die riesige Wohnung nicht mehr leisten konnte und die auch zu groß war, ist Max hier zur Freude des Katers oft genug Gast. Nach einigen langen Ritualen gegenseitiger Begrüßung und Aufmunterung an der Wohnungstür ein willkommener Spielkamerad. Wenn die Tür aufgeht, beginnen die Zeremonien. Entweder bekommt Max einen Hieb mit der Pfote auf die Nase oder Max zieht den Kater sanft an einem Bein durch den Flur, bis der zur Jagd bereit ist. Richtung und Geschwindigkeit der anschließenden Show der beiden Tiere bestimmt dann Satan, weil der einfach schneller ist. Um das Futter streiten sie nicht, weil Satan seins auf dem Küchenschrank bekommt und Max auf der Erde. Ansonsten sind beide damit beschäftigt, sich gegenseitig zu belauern. Hin und wieder wird das durch einen Freistilringkampf unterbrochen oder durch einen Besuch bei meiner Mutter, die nicht nur das Futter verteilt, sondern auch stundenlang Felle kraulen kann. Hin und wieder verwechselt Max die Situation und knabbert an dem Kater herum als wäre es ein Kauknochen. Solange das den Kater nicht stört, gibt es keinen Grund, da einzugreifen. Im Ernstfall wäre Satan ohnehin einfach weg, denn der Kater hat seinen Kumpel, den Hund recht fest im Griff.
Wenn die Beiden sich bei ihren Aktionen ins Schlafzimmer verirren und über das Bett poltern, sind da keine zwei, sondern plötzlich gefühlte 39 Haustiere. Nun gibt es aber keinen lustigeren Anblick als ein junger und tollpatschiger Hund, der einer flinken Katze hinterher trampelt und ein junger Kater, der lässig diesen Hund abhängt. Satan ist zwar mächtig gewachsen, aber Max ist noch immer mindestens dreimal so groß.
Die einstige Panik von Max ist dafür einer anhaltenden Begeisterung über den neuen Kumpel gewichen. Wenn beide tatsächlich mal erschöpft sind, liegen sie wie Geschwister friedlich neben und fast aufeinander auf der Erde und dösen. Wenn sie mal getrennt liegen, hat meist einer, im Normalfall meist der Kater, die Nase voll von der Ruhe, kommt dann aus irgendeiner Ecke angewetzt und stürzt sich mit allen vier Pfoten voran auf den Hund. Der wird dann sanft gebissen und gezwickt, bis er bereit für die nächste Runde ist.
Ich hab ja nun über 30 Jahre Haustiere, aber so ein harmonisches Miteinander habe ich noch nicht erlebt. Wenn mir nun schlechte Nachrichten oder Menschen den Tag zu versauen drohen, sehe ich mir meinen tierischen Taliban an und weiß wieder, was Freude im Leben bedeutet und wozu Haustiere gut sind. Meine sind pures Entertainment...

Wer dazu eine Meinung hat, der bemühe den Link hier