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Hymnenstreit

Der rechtsradikale Terminator-800, der sich in einem Kinderforum für Politik breit gemacht hat, um dort seine braune Botschaft unter das junge Volk zu bringen, lässt auch kein Thema aus, mit dem er normale junge Menschen nur nerven und die durch guten Fußball gerade wieder aufkeimende Pflanze eines harmlosen nationalen Bewusstseins wieder zertreten kann. Mit großen Lettern, voller Abscheu und Worten harter Entrüstung verkündet er am 17. Juni:

Zitat:
Terminator-800


Die Lehrergewerkschaft GEW ist gegen unsere Nationalhymne


Untermauert hat er diese grauenhafte und für jeden einzelnen Bürger fürchterliche Schlagzeile mit einem brandaktuellem Link, der allerdings genauso tot ist, wie das Demokratieverständnis des Terminator-800. „Die Zeit“ macht sich auch die Mühe und erklärt, warum das so ist:

Zitat:
die Zeit



Die GEW also brachte eine Broschüre heraus, in der sie Fallerslebens Deutschland-Lied als eine gefährliche nationalistische Dichtung entlarvte. Der Einfachheit halber verwendete sie dafür eine fünfzehn Jahre alte Broschüre wieder. Das hatte immerhin den Vorteil, dass man sich die Sache nicht neu ausdenken musste – vor allem aber, dass man gar nicht darauf eingehen musste, wie sich die Lage seit der deutschen Wiedervereinigung insgesamt entwickelt hatte, während man an deren Anfang ja durchaus besorgt sein konnte, wo das hingehen werde mit der wiedergewonnenen Einheit. Also, so die GEW: Weg mit der bisherigen Nationalhymne. Um die künstliche Sprengladung aber richtig scharf zu machen, wandte sich die FAZ auch an Walter Jens, der wiederum einen Vorschlag herauskramte aus den Jahren des Einheitstaumels: Statt Fallersleben nun Brecht, Kinderhymne – wie schon von ihm gesagt im Frühjahr 1990, übrigens in der Zeit. Aber jetzt setzte Walter Jens noch einen drauf: Es müsse eine hervorragende neue Komposition her, obwohl sich doch sowohl Brechts Kinderhymne – übrigens ebenso wie die Becher-Hymne der weiland DDR – sich sehr wohl nach der Melodie des Deutschlandliedes intonieren ließe. Aber nun, so der große Rhetoriker aus Tübingen, soll nun neben dem Text auch noch die Melodie politisch entkeimt und entsorgt werden, als ob der gute Josef Haydn, Österreicher zumal, großdeutsche Phantasien vertont hätte, als er das Andante zu seinem Streichquartett in D-Dur komponierte. Im Übrigen, so Jens, wisse ja auch niemand mehr, was „des Glückes Unterpfand sei“ – ein Argument, mit dem ausgerechnet der literarisch so hoch gebildete und anspruchsvolle Literaturkritiker Jens zum ersten Mal für öffentliche Sprachvergessenheit und Bildungsverlust plädierte. Wie gut, dass er immerhin nicht fragte, wer denn schon noch wisse, was „Einigkeit“ und „Recht und Freiheit“ bedeuten…




Hervorhebungen von mir!

15 Jahre ist das Thema der GEW also alt und der T-800 in seinem nationalen Eifer kotzt damit den Kaffee von vorgestern wieder aus, nur um überhaupt etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Abgesehen davon, dass diese Nationalhymne außerhalb von Veranstaltungen und im privaten Bereich eher selten in privatem Gebrauch ist braucht es nicht mal viel Phantasie, um darauf zu kommen, warum Leuten, wie dem T-800 an der aktuellen Hymne so gelegen ist. Bei der gleichen Melodie und wenn der Rest der Deutschen die dritte Strophe mit „Einigkeit und Recht und Freiheit“ singt, lässt sich doch ganz trefflich „Deutschland, Deutschland über alles“ intonieren. Gäbe es mal eine andere Hymne mit einer anderen Melodie, würde ja auch damit die letzte Möglichkeit endgültig entfallen, das blutige Deutschlandlied als Liedgut weiter zu pflegen. Solange aber die betreffenden Forenbetreuer noch immer einer politisch solch suspekten Figur eine Plattform für nationale Themen freihalten, werden auch immer wieder falsche Meldungen von dieser Seite kommen!

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