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Igby

Kieran Culkin, der kleine Bruder von Macaulay Culkin, ist eine ganze Ecke schlauer als der große Bruder und ein besserer Schauspieler noch dazu.
Er verplemperte sein Talent nicht mit dussligen Kinderfilmen a la „Kevin allein irgendwo“, sondern er stieg gleich da ein, wo sein Bruder in der Pubertät aufhören musste, weil er sich dem Suff hingab. Igby ist eine mit Bill Pullman, Susan Sharandon, Jeff Goldblum und Ryan Philipe glänzend besetzte pfiffige Komödie, in der Kieran Culkin als Igby alle Register seines Könnens ziehen kann und darf.
Susan Sharandon als drogensüchtige Mutter, Bill Pullman als reichlich gestörtem Vater, den eiskalten Engel Ryan Philipe als arroganten Bruder und den alles bezahlenden Jeff Goldblum als Patenonkel DH, allein diese Mischung hochkarätiger Schauspieler würde schon einen guten Film garantieren.
Es ist unglaublich, wie die Darsteller (auch einige, von denen man es vielleicht gar nicht so erwartet hätte), einzelne Szenen an sich reißen und aus ihnen etwas Besonderes machen.
Der 17-jährige Jason Slocumb, genannt Igby, begegnet der spießigen Welt seiner reichen Familie mit rebellischem Sarkasmus. Während sein Vater offenbar schizophren ist, führt die Mutter mit einem nicht unerheblichen Tablettenkonsum ein völlig in sich gekehrtes Leben. Bill Pullman hat im Film nur einen sehr kleinen Part, jedoch ist er in diesen Szenen einfach Weltklasse. Er brabbelt vor sich hin, man weiß nicht einmal genau, ob er seinen Sohn erkennt, und plötzlich überträgt der Film für einen kurzen Moment eine zutiefst melancholische Stimmung auf den Zuschauer. Dass sich sein Bruder für die Republikaner engagiert, stößt bei Igby auch nur auf Unverständnis und unverhohlenen Hohn.
Die Eltern sind stinkreich, dafür komplett neurotisch.
Igby hat absolut keine Lust, so zu funktionieren, wie seine Familie, vorneweg seine zugedröhnte Mutter, es wünscht.
Er sorgt dafür, dass er von jeder Schule fliegt und ihn bald auch keine Schule mehr haben will.
Igby muss dann in eine Art Kaserne, um zu lernen, aber auch dort treibt er seine Ausbilder nur in den Wahnsinn durch seinen Sarkasmus und seinen Spott.
Etwas unbefriedigend fällt wie so oft das Ende aus. Hier geht irgendwann etwas von dem Schwung verloren, den der Film zuvor gewonnen hat.
Aber das wird durch die grandiose schauspielerische Leistung aller Beteiligten mehr als wieder wettgemacht.
Spätestens nach diesem Film steht fest, dass Kieran das Talent im Culkin-Clan geerbt hat.
Kieran Culkin hat sich damit eingereiht in die Riege der begabten Nachwuchsschauspieler um Eliah Wood und man dürfte in Zukunft noch Einiges von ihm hören.
Der Film ist jedenfalls recht unterhaltsam und bekommt von mir 8/10 Punkten.