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Jack is back

davey-jones mediumJack
Captain Jack Sparrow, der sich gerne auch mal als Johnny Depp verkleidet, is back, aber so richtig in Form ist er nicht. Ich war mit meinem Mädel am Tag der Premiere von „Fluch der Karibik 2“ im Kino und das ist schon eher ein bescheuerter Einfall, der allerdings nur einen sehr mittelbaren Einfluss auf die Qualität eines Films hat, sondern die Plätze sind dann eher bescheiden.
Aber mein Mädel sollte mal wieder einen Mann über 40 sehen, der sich auch wirklich blicken lassen kann, Johnny Depp. Nun aber zum Film:
Regisseur Gore Verbinski war 2003 vom Erfolg seines Piratenepos „Fluch der Karibik“ mit Johnny Depp wohl so überrascht, dass er beschloss, in möglichst kürzester Zeit einen zweiten Teil nachzulegen. Nun, 2006 war die Zeit wohl gekommen und er legte mit „Fluch der Karibik 2“ nach.
Nur kann das Ergebnis, nicht ganz so wäre falsch, war nicht mal annähernd so überzeugen, wie Teil 1, wo „Fluch der Karibik“ noch mit dem der stolzen Erscheinung des Captain Jack Sparrow alias Johnny Depp anfing und der Anblick die Herzen von Frauen und gewisser Männer höher schlagen ließ, begann „Fluch der Karibik 2“ mit dem langweiligen Babyface des verunglückten Kreuzritters Orlando Bloom aus „Königreich der Himmel“, der als William Turner endlich seine Elisabeth Swann heiraten will, weil er das in den vergangen drei Jahren offenbar nicht auf die Reihe bekommen hat.
Nun soll es soweit sein, aber beide werden von einem neuen Vertreter des Königs verhaftet, weil sie (Captain!) Jack Sparrow zur Flucht verholfen haben.
Das war ein recht konstruierter Bezug zum ersten Teil und Jack Sparrow bekommt man erst zu sehen, als er in einem Sarg(!) von einer Insel flüchtet, auf der Piraten gefangen gehalten werden. Warum und von wem, das verschweigt der Film ganz einfach und es gibt auch keine nachgereichte Erklärung.
Dieser Mangel an Inhalt zieht sich leider durch den ganzen Film, denn da, wo es im ersten Teil eine große, witzige und inhaltlich auch schlüssige Story gab, gibt es im zweiten Teil sehr viele kleine Geschichten, die in sich sehr witzig und unterhaltend sind, aber leider kein großes Ganzes bilden. So ist auch die große Geschichte, die alles vereinigen soll, dann auch ziemlich an den Haaren herbeigezerrt.
Da gibt es dann als Highlight das Krakengesicht Davy Jones, den ziemlich untoten Chef aller Piraten, der mich genau an das erinnerte, was ich morgens immer im Spiegel sehe, wenn ich mein Bad betrete und so aussieht, wie ich mich fühle, wenn ich mal ein paar Tage ohne Freundin sein muss.
Dieser goldig anzusehende Davy Jones mit seinem Schiff Flying Dutchman, also dem Fliegenden Holländer, ist nicht nur der Chef aller verfluchten Piraten, sondern zeigt auch, bei wem Verbinski sich so alles bedient hat, um einen zweiten Fluch der Karibik halbwegs glaubwürdig zusammen zu bekommen.
Der Film hat ja durchaus seine Höhen und Momente, die aber einzig von den guten Schauspielern leben.
So ist ein Sparrow am Spieß, der sich mit einem halben Baum auf dem Rücken artistisch durch die Landschaft bewegt, ein durchaus schöner Gedanke, wenn der Film einen nur wissen ließe, wie Jack Sparrow zu den Kannibalen kam, da erst eine Art Chef und dann ein Abendessen wurde, aber der rote Faden fehlt ganz einfach im Film.
Dafür war auch diesmal wieder eines zuviel, die angeschmalzte Lovestory zwischen Knightley und Bloom, denn man wollte Piraten sehen und keine angepappte Liebesgeschichte.
Die Schauspielfreude des Johnny Depp, der den Piraten Jack Sparrow geben durfte, war ungebrochen und konnte wieder überzeugen, aber sie aufgesetzte Edelmütigkeit des Orlando Bloom als Will Turner ging mir dann nur noch auf den Kranz und wie ich mich beim Rausgehen umsah und die Leute hörte, ging es nicht nur mir so.
Ich habe bis jetzt auch nur eine Fortsetzung gesehen, die gleich gut und sogar besser war als der erste Teil und das war „Aliens die Rückkehr“, aber da hatte sich Regisseur James Cameron auch die Mühe einer guten Story gemacht. Es dauerte fast bis eine stunde vor dem Ende, bis Gore Verbinski dann auch das wichtigste Element eines guten Piratenfilms, eine ordentliche Seeschlacht einbaute.
Die allerdings kam dann mit einem ordentlichen Kraken und in Dolby 5.1 und gut über die ganze Leinwand verteilt. Die allerdings war so gut gemacht, dass sie meine persönliche Wertung auf fast glatte 8/10 hochriss. So ist „Fluch der Karibik 2“, wie "Ice Age 2" für mich auch eher ein Film für das Heimkino, als für einen guten Kinotag, aber das sollte dann doch jeder für sich entscheiden. Ein großes Plus des Films sind die engagierten Schauspieler, Johnny Depp vorneweg, denen man den Spaß dabei ansieht und man merkt auch die Liebe zum detail, die dann den Film wieder hochreißt. Den geplanten dritten Teil werde ich mir zwar auch ansehen, aber wissen, was mich erwartet. Einen Spaß, der nicht nach viel Sinn verlangt.

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