About me
   Verfasstes
   Internetfamilie
   Fotos
   Friends
   Tiere
   Links
   Guestbook
   Diverse Bilder
Jahrhundertflut

Es wird in Deutschland genug Leute geben, die es nicht glauben werden, aber es passiert in Deutschland tatsächlich sehr viel mehr, als das ein paar frustrierte türkische Jugendliche von den Medien angestiftet, an einer Berliner Schule randalieren, weil sie mehr als nur ahnen, dass sie in diesem reichen Land mit der maroden Wirtschaft und den leeren Kassen, aus denen sich nur Politiker bedienen, eigentlich keine Zukunft haben, die diesen Namen verdient.
Den deutschen Schülern geht es da nicht anders, aber sie sind anders drauf und der Deutsche an sich und gerade der von heute lässt eher wortlos alles mit sich geschehen, oder wenn er ganz hart drauf ist, krakeelt er im Internet und will die zauberhafte dunkle Zeit des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders zurück und ihm entgeht dabei völlig, das eine Kanzlerin Merkel selbst mit einer Total OP nicht zu einem Kanzler Erhard wird und es auch keinen Marshall Plan aus den USA geben wird, der mit Milliarden Dollar die deutschen Probleme wieder wegspülen könnte.
Wegspülen ist allerdings das Stichwort für die tatsächlichen Probleme, die Deutschland außer Frau Merkel im Süden und im Norden gerade hat. Wie nach der ersten (!) Jahrhundertflut 2002 fing völlig überraschend der ganze gefallene Schnee des gerade vergangenen langen Winters dann doch wieder an zu tauen und als Wasser die Elbe aufzufüllen, die sich dann völlig unvermutet dazu entschloss, den üblichen Weg durch ihr Flussbett und damit durch die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen bis zur Nordsee zu nehmen.
Die Anwohner der Elbe in den drei Bundesländern waren nicht ganz so überrascht und perplex wie die Politiker, die dass jährliche Frühjahrshochwasser so kalt erwischt haben, als würde ihr Lieblingspuff plötzlich in Flammen stehen.
Die Medien taten wieder das Ihre und veredelten das Wasser sofort zur Jahrhundertflut. Bei und kurz nach der letzten Jahrhundertflut wurde zwar wieder viel versprochen, aber die Politiker verzettelten sich im Dauerwahlkampf und es passierte nichts.
Allerdings hätte in einigen Fällen auch etwas passieren können, aber da gab es dann Anwohner der Elbe, denen ihr freier Blick auf eine Wiese wichtiger war, als eine geplante Mauer, die sie vor dem Wasser der Elbe bewahren könnte und die erfolgreich dagegen geklagt hatten und nun mit Haus und Hof bis zum Hals im Wasser standen und freien Blick auf ein Süßwasseraquarium habe. Deutschland ist eben doch auch Schildburg. Die Bekämpfung und Vorsorge von Hochwasser ist in Deutschland idiotischerweise eine Sache der Bundesländer und so ersäuft halb Deutschland im Wasser und in Kleinstaaterei.
Da fügte es sich, dass es in Berlin mit den Reformen und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gerade eher zäh voranging und so beschloss die Kanzlerin, mal eben selbst vor Ort zu erscheinen und der Flut per christlichen Spruch Einhalt zu gebieten oder zumindest dessen Richtung zu ändern.
Auf die Idee kannte man jedenfalls kommen, wenn man die BILD, das Verlautbarungsorgan der Union nur gut genug interpretiert:


Hitzacker – Die Kanzlerin als Krisenmanagerin: Angela Merkel (CDU) informierte sich gestern über die neue Jahrhundertflut in Norddeutschland – mit Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) startete sie zu einem Hubschrauberflug über das Katastrophengebiet.
Im besonders betroffenen Ort Hitzacker (Niedersachsen) zeigte Merkel sich erschüttert über das Ausmaß der Flut: Die historische Altstadt steht komplett unter Wasser. Verzweifelt versuchen die Bewohner, ihr Hab und Gut zu retten.
Der Pegel der Elbe stand dort gestern bei 7,63 Meter – 13 Zentimeter höher als 2002. Wie Ex-Bundeskanzler Schröder (SPD) im August 2002 bei seinem Besuch im überfluteten Grimma (Sachsen) trug auch Angela Merkel einen grünen Parka und blaue Gummistiefel. Sie lobte die Einsatzkräfte, versprach den Anwohnern: „Bund und Land werden so unbürokratisch und schnell wie möglich helfen.“

Vor Ort angekommen, versuchte Frau Merkel einen christlichen Gang über das Wasser, was allerdings aus Gründen der, von ihr fast erfundenen Schwerkraft scheiterte und musste sie am Ende weiter in Schröders alten Galoschen einfach nur durch Pfützen latschen.
Auch sie versprach wieder allen alles, aber die Betroffenen haben davon noch von 2002 die Nase voll und werden bei der nächsten Jahrhundertflut in vier Jahren die Politiker wieder an ihren Taten messen und nicht an leeren Versprechungen und viel zu späten Reaktionen.
Nur wer dann im Land das Sagen hat dürfte noch offen sein, denn wenn Merkel die Arbeitslosigkeit nicht auf die Reihe bekommt, war das trotz dünner werdender Personaldecke in allen Parteien ihre erste und letzte Legislatur.

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!