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Kampfschwimmen

Das ist für gewöhnlich diese seltsame militärische Disziplin, bei der Hirn und Angstfreie Soldaten z.B. hinter den Linien angreifender albanischer Flugzeugträger abspringen und sie fast todesmutig und nur mit dem Tauchermesser zwischen den Zähnen bewaffnet, zur Umkehr und zum Rückzug in die albanischen Berge zwingen.
Die Art Kampfschwimmen, die mich betraf und die meinen Ärzten und meiner Mutter so vorschwebte, beschränkte sich auf reine Bewegung, die allerdings mit Wasser zu tun hat. 2004 habe ich extra wieder schwimmen gelernt, um in Ägypten auf dem Kreuzfahrtdampfer im Pool nicht abzusaufen und auch in diesem Jahr hatte ich mit Bine bei 45 Grad meinen Spaß am Pool, denn ich, Moby Dick, passte ja in kein ägyptisches Bad und so musste ich dafür auf das Sonnendeck und in den Pool dort. Ob und welchen therapeutischen Wert das hatte, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall war es schön und hat mir gefallen.
Nur scheint man im deutschen Gesundheitswesen jetzt einer gewissen Sparsamkeit zu huldigen und die Krankenkassen tun sich etwas zäh damit, den Patienten und deren Freundinnen einen Urlaub auf einem ägyptischen Luxusdampfer zu bezahlen, damit sie sich im Wasser des dortigen Pools so richtig wohl fühlen können. So blieb also nur die kostengünstige Variante der Berliner Hallenbäder, aber die Wenigen, die so etwas anbieten, waren für therapeutisches Schwimmen auf Jahre ausgebucht.
Nun ist meine Mutter aber eine Pragmatikerin und wenn die es gut meinen will, findet sie auch Mittel und Wege.
Das Mittel und der Weg in diesem Fall war doch tatsächlich ein Hallenbad in einer Schule für geistig Behinderte, die in Deutschland erstaunlicherweise sehr irritierend und politisch korrekt als „Förderungswürdige“ bezeichnet werden. So werden in Deutschland also nur geistige Behinderungen gefördert und da wundert sich noch einer über das schlechte Abschneiden bei den Pisatests.
Ich bin zwar auch nach den allerletzten Untersuchungen noch immer kein Fisch, aber ich wollte es hinter mich bringen, zog mich um, stieg ins Wasser und harrte der Dinge, die da kommen sollten.
Was dann da kam, verschlug mir nicht nur die Sprache, sondern hatte mit therapeutischem Schwimmen oder dem lustigen Baden mit Bine auf dem Nil in etwa genauso viel zu tun, wie Papst und Vatikan mit dem Berliner Straßenstrich. Die angekündigte Schwimmtherapeutin erwies sich als profane Bademeisterin und hinter ihr stampfte ein Alptraum in Fett in Richtung Wasser. Nun sind meine Tage von Waschbrettbauch und Knackarsch auch schon eine Weile vorbei, aber ich bin auch alt, lahm und damit ziemlich bewegungsunfähig, was jede Art Sport zu einer schmerzhaften Tortur machen würde. Im Schatten der Bademeisterin enterten plötzlich mehrere weibliche Gestalten mit insgesamt ca 350 Bruttoregistertonnen Frau das Becken und fingen an, dort wie betrunkene Kinder herumzuplanschen, weil ihnen die Bademeisterin Spielzeug zuwarf.
Die Meisten dieser Damen waren halb so alt wie ich und mich erfassten nackte Panik und Fluchtgedanken, denn ich hatte ja noch immer die grazile Bine im Bikini vor den Augen und fühlte mich nun körperlich massiv bedroht. Massiv im Sinne dieses Wortes, denn der Wasserspiegel senkte sich durch massive Verdrängung dann doch sichtbar und ganz erheblich. Der gute Wille von Ärzten und Mutter war da, aber er scheiterte an der Realität. So wird sich meine Bewegung im Wasser zukünftig wieder auf mein Bad oder gelegentlichen Urlaub mit Bine beschränken müssen, denn ich will diese Bewegung ja auch schmerzfrei überleben und das geht nicht, wenn ich dabei im Wasser zerquetscht werde!
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