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Kartenlegen auf NBC

Da ja NBC am Wochenende aus Gründen der Langeweile die Wiederholungen von GIGA aus dem Programm genommen hat, bekommt man dann dort eine äußerst spannende Sendung zu sehen, die den Blick in die Zukunft mittels eines Kartenspiels, in dem Fall Tarot, zum Inhalt hat. Da wird dann ganz lässig von einer Madame Jeannine die Zukunft des jeweiligen Anrufers oder der Anruferin, die im Übrigen in der Mehrzahl sind, mehr oder weniger vorhergesagt. Ich habe mir das mal eine Stunde lang angetan und war von Madame Jeannine schlicht begeistert. Irgendwie fand ich es sogar besser, als das mit Recht verblichene GIGA Heartbeat. Madame Jeannine hat nur einen leichten Raucherhusten und klingt auch sonst etwas asthmatisch. Ein solcher Anruf verläuft dann meist wie folgt:

Madame Jeannine: Hallo, Wen habe ich da in der Leitung? Hust, Röchel, Schnauf.“
Anruferin: „Hier ist die Heike.“
Madame Jeannine: „Wie geht es Ihnen, Heike?“
Anruferin: „Ich bin geschieden, habe sechs Kinder und wollte nur wissen…“
Madame Jeannine kramt in ihren Karten und erzählt los: „Ja Heike, ich erkenne hier einen wirtschaftlichen Notstand…Hust, Röchel!“
Anruferin: „Eigentlich hätte ich aber nur eine Frage zu einer Beziehung gehabt, bahnt sich da bei mir etwas an und wie sind meine Chancen?“
Madame Jeannine: „Hust“
Sie wühlt in den Karten und schnauft: „ Ich sehe da jemanden in ihrer unmittelbaren Umgebung! Schnauf, Hust, Hust, Röchel!“
Anruferin: „Aber ich bin völlig alleine!“
Madame Jeannine lässt sich nicht aus dem Konzept bringen:
„Unmittelbare Umgebung heißt in dem Fall, das es auch in der Zukunft liegen kann, also achten sie auf jede Gelegenheit und greifen sie zu. Schnauf, Hust. Vielen Dank dann, Heike.“
Anruferin, leicht grantig: "Vielen Dank, Madame Jeannine."
Madame Jeannine betreibt etwas Werbung: „Rufen Sie an und lassen Sie sich von den Karten Ihre Zukunft sagen. Die Karten lügen nie!“ Das müssen die Karten auch gar nicht, denn den Part übernimmt schon Madame Jeannine.
Madame Jeannine: „Hallo, wen habe ich jetzt in der Leitung?“
Anruferin: „Hier ist Sabine und ich suche…“
Madame Jeannine: „Hallo Sabine, ich sehe in den Karten, dass ihnen eine interessante Herrenbekanntschaft bevorsteht und das der Mann fürs Leben sein wird. Hust“
Anruferin: „Ich bin seit 16 Jahren ziemlich glücklich verheiratet, seit einem Jahr arbeitslos und ich suche eigentlich nur einen neuen Job!?“
Madame Jeannine: „Die Karten liegen sehr günstig und zeigen mir, dass ihnen eine recht gut bezahlte, fast selbstständige Arbeit auf Leistungsbasis bevorsteht, die allerdings mit einem Ortswechsel verbunden ist“.
Anruferin: „Hätte mich auch gewundert, denn hier im Dorf sind 50 Prozent arbeitslos. Wo in etwa muss ich da hinziehen?“
Madame Jeannine: „Da sind die Karten etwas undeutlich und zeigen nur eine rote Laterne, eine Touristenattraktion in Hamburg und den Namen eines bekannten Zuhälters, Röchel.
Die Anruferin knallt den Hörer in die Gabel.
Madame Jeannine ist völlig unbeirrt und befiehlt ihren Zuschauern jetzt schon einmal für den Part nach der Werbung anzurufen.
Madame Jeannine: „Guten Morgen, mit wem spreche ich?“
Anruferin: „Ich bin die Angela und ich will mich beruflich verbessern und 2006 Kanzlerin werden. Wie stehen die Chancen?“
Madame Jeannine: „Guten Morgen, Frau Merkel, die Karten erfüllen ihren Wunsch, aber ich sehe hier eine Totaloperation.“
Anruferin: „Ich will aber kein Mann werden!“
Madame Jeannine: „Dann sehe ich eine Karte und die sagt Facelifting!“
Anruferin: „Das haben mir auch schon Kohl, Merz und Schäuble empfohlen, vielen Dank.“
Madame Jeannine: „Also wenn sie dann ab 2006 eine kompetente Beraterin bräuchten…Hust!“
Anruferin: „Ich werde an sie denken, Madame Jeannine.“
Dann habe ich umgeschaltet, denn soviel Genauigkeit war dann doch zuviel. Das hatte schon was von GIGA Heartbeat.