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Kleine Horrorshow

Um aus dem grauen Alltag auszubrechen, hat der Mensch ja den Film erfunden und für besonders trübe Stunden, wo Happy Ends nur noch mehr runterziehen, den Horrorfilm. Waren das in den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts nur bluttriefende Splattermovies, wo irre Menschen, meistens unbekannte Schauspieler, mit Motorsägen und Messern a la Freddy Krueger ziemlich Wahl und Grundlos andere Menschen abschlachteten geht die Tendenz jetzt erfreulicherweise zum Gutbesetzten Film, der sogar mit einer intelligenten Handlung aufwarten kann. Selbst historische Dauerbrenner wie die Vampire sind in „Interview mit einem Vampir“ mit Brad Pitt und Tom Cruise genauso gut und hochkarätig besetzt, wie Frankensteins Monster mit Robert de Niro in „Mary Shelleys Frankenstein“. Horrorfilme neueren Datums zeigen weniger bekannte Gesichter, aber dafür genau, wo der eigentliche Horror tatsächlich seinen Ursprung hat, immer in uns Menschen und unseren, doch schon fast perversen Bedürfnissen und Macken. In „American Psycho“ Bspw. Kann der ohnehin schon steinreiche Broker Patrick Bateman schon wegen Kleingeld norden, oder weil ihm ein Anzug gerade nicht gefällt. Das hat schon einen ganz anderen Wert als der schweigsam vor sich hin metzelnde Jason Voorhees in „Freitag, der 13te“, oder auch ein ziemlich irrer Freddy Krueger , der die Teens in seiner „Elmstreet“ in vier quälend langen Filmen bevorzugt in ihren Träumen abgeschlachtet hat., aber sein Tun relativ Sinnfrei ließ. Eine ganz andere Qualität hat da schon „Resident Evil“. Dort hantiert ein Weltkonzern recht unverantwortlich mit Biowaffen herum, das die Arbeiter des Konzerns zu ziemlich fiesen Zombies mutieren, die dann eine Elitetruppe zu bekämpfen hat. Nicht ganz einfach, weil da nichtnur Zombies, sondern auch ziemlich bösartige und hochmoderne Abwehrmechanismen wie Laserstrahlen im Wege sind, die den einen Kämpfer sauber halbieren und den Anderen dann gleich fein säuberlich in viele kleine Stücke zerlegt. Die Gier nach Macht und Geld sind Stoff nichtnur für einen Film, sondern auch für ein Computerspiel. Horror mit Intelligenz gemacht. Blut gibt es zwar auch, aber eher als Nebensache. Trotzdem kein Film für schwache Nerven. Für schwache Nerven gibt es einen schwachen Film, das „Blair Witch Projekt“. Da rennen ein paar Teenies aus der Stadt durch amerikanische Wälder, um dort eine Hexe, die Witch, zu jagen. Die Kritiker überschlugen sich fast vor Begeisterung und über den allgegenwärtigen Horror“ und ich hab mich gelangweilt. Ich sah da nur ein paar Kids aus der Stadt rumrennen, die hinter jedem Ast die Hexe gesehen haben wollen. Mein einziger Horror bestand darin, dass ich für dieses Machwerk auch noch Geld ausgegeben hatte. Ich hab dese DVD dann auch verschenkt an Torsten, der ja sowieso kein Blut sehen kann. Da ist dieser „Horrorfilm“ für ihn ideal. Zum Thema Wald und Jugendliche gibt es auch einen wesentlich besseren Film. „Wrong Turn“ befasst sich recht ausgiebig damit, was passiert, wenn Jugendliche durch den Wald gehen oder fahren und sie dann auf ehemalige Menschen stoßen, die sich durch Inzest vermehrt und zu Kannibalen zurückentwickelt haben und die hauptsächlich vom Fleisch der Durchreisenden leben. Das hat schon sehr viel finstere Qualitäten, als dieser Blair Witch Kinderfilm mit seiner wackligen Kamera. Noch mehr Horror, der aus der kranken Psyche eines Menschen herrührt findet sich in „Identität“ mit Ray Liotta und John Cusack hochkarätig besetzt. Das Thema da ist ein rein psychologisches, da es da um die mehrfache Persönlichkeitsspaltung eines Mörders geht. 10 völlig Fremde(?) treffen bei einem Unwetter in einem Motel aufeinander und werden nacheinander ebenso blutig wie phantasievoll gemeuchelt. Ein Film, der von Anfang bis zum Ende durchgehend spannend ist und dessen Auflösung, ganz im Gegensatz zu den üblichen Filmen dieses Genres, da dann doch noch zu überraschen weiß. „13Geister“ ist ein Film mit Starbesetzung, in dem aber die Special Effects eine Hauptrolle spielen, aber wo es dann letzten Endes wieder nur um die Gier nach Macht geht. Und so weiter und so weiter.
Alle diese Filme haben dem realen Horror aus der Tagesschau eines voraus, man kann sie abschalten und der Horror ist vorbei. Im Leben und in den Nachrichten kann man den Horror zwar abschalten, aber nicht beenden!