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Konsumgüteraustausch

Als praktizierender Atheist umgehe ich am Jahresende jede christliche Folklore dadurch, dass ich mit dem Rest meiner Familie wie ein Blöder Konsumgüter austausche. Nun ist der Brauch mit dem Konsumgütertausch sicher nicht auf meinem Mist gewachsen, aber ich finde ihn weitaus sinnvoller, als 2005 Jahre in ein Haus Namens Kirche zu rennen und dort dann den Geburtstag des unbewiesenen Kindes von einem ziemlich unbewiesenen Gott zu zelebrieren und eine Fabel zu feiern.
Es käme ja auch kein vernünftig denkender Mensch auf die Idee, die Verlobung und die Hochzeit von Schneewittchen noch mehrere hundert Jahre nach ihrer Nichtexistenz feiern zu wollen, weil sie eben ein frei erfundenes Märchen ist. Das Schenken an sich ist ja auch eine sehr viel schönere Sache, zumindest dann, wenn es von Herzen kommt und man es gerne macht.
Ich mache es ganz gerne und habe dieses Kaufgen für das Schenken von Mutter geerbt und so beschenkten wir einander und auch Freunde recht gerne. Es ist eben eine schöne Tradition, von der wir nicht lassen wollen. Normalerweise wird es mit Geschenken schwerer bei älteren Leuten, aber meine Mutter hat sich einen mädchenhaften Hang zu bestimmten Preziosen aus Gold oder Silber bewahrt und das machte die Sache dann schon wieder einfach.
Sie hatte vor Kurzem auch Interesse für Michael Mittermeier gezeigt, aber da sie für das Medium DVD und dem entsprechendem Player für sich selbst genauso begeistert werden konnte, wie für eine Tätowierung auf ihrer Nase, musste ich ihr dann als Überraschung die „Back To Life“ von ihm auf Videokassette schenken, denn einen Videorecorder kann sie mit ihren 67 gerade noch bedienen, was ich auch schon für eine Leistung halte, denn für sie ist das ja die Technik von übermorgen. Mein Onkel, der bei ihr wohnt, ist nun auch schon 70 und hat keine fest definierten Hobbys und da musste ich beschließen, dass er ab jetzt Gläser sammeln wird, weil ich leckeren Whisky gekauft hatte, zu dem ein Glas gehörte.
Nun sind aber Filme und DVD genau das Stichwort, wenn es darum geht, mich zu beschenken, denn ich habe mir diese teure Seuche erst vor fünf Jahren angewöhnt. So hatte Mutter es auch leicht mit mir, denn ich hatte schon seit März bei gemeinsamen Besuchen im Media-Markt und auch so diverse Filmtitel platziert und ganz nebenbei fallen gelassen. Meine dezenten hinweise kamen an und nun bin ich seit heilig Abend stolzer Besitzer sämtlicher Filme zum Thema Star Wars.
Die Alten, die tontechnisch bearbeitet wurden und der drei Neuen, die Episoden, die ja mehr oder weniger glücklich vor die alten Filme gepappt wurden. Aber auch meine jungen Freunde bekomme ich mit der einen oder anderen DVD recht glücklich.
So haben mein junger Freund Felix und Lina, die Tochter meiner Freundin im gleichen Alter gerade die Phase, in der sie Kunstfilme lieben und davon bietet der Markt ja reichlich. Der junge Musiker Daniel hat eher ein Herz für recht blutigen Horror und auch damit konnte ich dienen.
Er schickte mir dafür eine DVD von Ben Folds mit Orchester und einen Mitschnitt des Konzerts von Ben Folds, das ich mit ihm im Juni, das er mit mir hier in Berlin besucht und von dem ich unter dem Namen Ein ganz normaler Tag mit Ben einen Bericht verfasst habe, den man weiter unten findet.
Weiß der Henker, wo er den her hat. Auch Felix und die junge Carina haben mir etwas geschickt, was beweist, dass diese Freundschaften ein Teil meiner Realität geworden sind.
Er sagt, ein Berliner Radiosender hätte das aufgezeichnet, aber da er selbst in Niedersachsen, außerhalb jeder Berliner Senderreichweite wohnt, ist auch das wieder eine Leistung.
So bin ich für die drohenden Feiertage mit abartigem Feiertagsprogramm jedenfalls ein wenig gerüstet. Denn ein völliges Highlight droht ja schon am ersten Feiertag um Punkt 12 beim ZDF, das sich „Urbet et orbi Jauchzet, frohlocket!“ nennt. Jauchzen und frohlocken bei der Stadt und dem Erdkreis werde ich können, wenn ich diesen katholischen Mist mit Filmen und CDs einfach umgehen kann. Ich kann soviel Grund für Beides nicht erkennen, denn auch am christlichen Feiertag wüten die Söldner von Bush im Irak und bringen dort Menschen um und Präsident Bush gibt sich jede Mühe, das Level von Osama Bin Laden zu erreichen, wenn er es nicht schon längst geschafft hat.
Denn Bin Laden ist noch immer nicht gefangen und hat allen Grund, sich schadenfroh die Hände zu reiben, denn der Überfall von Bush hat im Irak erst eine spirale der Gewalt losgetreten.
Da ich darauf keinerlei Einfluss habe, belasse ich es dabei, mir an diesen Feiertagen die Langeweile mit meinen neuen Filmen zu vertreiben. Kurz gesagt, Weihnachten zeigte sich auch dieses Jahr recht ergiebig. Konsumgüteraustausch ist toll! Was braucht es da noch christliche Folklore? Ich selbst hatte mir ja noch die extended Version von „Herr der Ringe“ gegönnt und bin damit auch pleite für dieses Jahr.

Für die, hier leider üblichen anonymen Wut und Belehrungsausbrüche, anonyme Beschimpfungen durch Mutanten, Idioten, also peinlichen Nenschen und Mantelkindern, die Kommentarbereich und Gästebuch nicht trennen können, oder auch nur für Kommentare, bitte hier klicken!