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Kontrastprogramm

Es ist sehr lange her, dass es im Fernsehen ein solch inhaltlich hochwertiges und unterschiedliches Kontrastprogramm lief, wie heute, am Vorabend der Bundestagswahl 2005. Da beglückte RTL alle Musikfans mit einer Chart-Show der gesamten achtziger Jahre, im ZDF jodelte ein Udo Jürgens seine noch älter gewordene alte Zielgruppe in einem Livekonzert an und auf 3sat gab es eine politische Talkshow mit Leuten, die wirklich mal was zu sagen hatten und sich nicht in Wahlversprechen und gegenseitigen Beschuldigungen suhlten. Da trafen sich mal echte altlinke und altrechte Fans von SPD, Grüne und Union. Da fetzten sich dann Dieter Hildebrandt und als alter Sozi, Konstantin Wecker für die Linkspartei, der umfangreiche Ottfried Fischer für die Grünen, der fromme Berater von Helmut Kohl, Pfarrer Basilius Streithofen für die Union und der Schauspieler Sky du Mont für die FDP. Sie kamen natürlich auf keinen Nenner, aber sie stritten wenigstens ehrlich und auf sehr hohem Niveau.
Dieter Hildebrandt brachte es erst einmal auf den Punkt, als er das Kind beim Namen nannte und ganz dreist die Meinung von sich gab: „Frau Merkel ist nicht Kanzlerfähig.“
Damit sprach er den meisten Anwesenden und auch mir als Zuschauer aus dem Herzen. Er wäre nicht Dieter Hildebrandt, wenn er nicht noch eine gute und witzige Begründung für seine These geliefert hätte. Die allerdings habe ich versäumt, weil ich zu RTL schaltete und dort die in 20 Jahren auch alt und dick gewordenen Musiker der Achtziger bewundert hätte, die mit minimalistischem Aufwand Ohrwürmer abgeliefert haben, die auch nach 20 Jahren noch für gute Erinnerungen sorgen. Würde man in 20 Jahren die angesagten und nach oben gepushten Musiker von heute bei ihren Aktivitäten im Fernsehen zeigen wollen, bekäme man einen kleinen dicken homo, bi und multisexuellen Daniel Küblböck zu sehen, der im Big Brother Container von der Zweimetertranse Olivia Jones doch tatsächlich vor laufender Kamera mit Nassrasur den dicken Arsch rasiert bekommt und man kann „Frau“ Jones dabei sogar auch noch sabbern sehen. Im Lichte solcher Überlegungen erfreute ich mich an den echten Musikern aus den achtziger Jahren umso mehr. Dann zurück zu den politischen Sauriern aus dem Fernsehen auf 3sat, wo ich mir noch mal Dieter Hildebrandt und Co gebe, die mir auf höchst amüsante Weise klarmachen, dass ich nur vom Regen in die Jauche kommen würde, wenn ich auf einmal und gegen meine Überzeugung das politische Ödland Merkel und ihren Machtgeilen Haufen wählen würde. Ein Besseres Leben kann mir keine der angebotenen Alternativen garantieren, weil es mal wieder eine Wahl zwischen zwei Übeln ist, also muss ich eigentlich nur meinem Beitrag dazu leisten, den Schaden möglichst klein zu halten und genau damit bin ich bei Union und FDP ja falsch, wie mich das Leben und meine Erfahrung ja schon gelehrt haben. Da ich nun lieber in Schröders Regen nass werde, als in der Jauche von Merkel und Westerwelle dreckig und stinkend, werde ich also auch genauso wählen. Dann habe ich meinen Teil zumindest getan und kann mir im Spiegel weiter ins Gesicht sehen. Es wird ja leider genug dumme Deutsche geben, die ernsthaft an das Schlaraffenland glauben, das Merkel und Westerwelle mit großem Maul versprechen, wenn man sie nur wieder an die besonders gut gefüllten Tröge der Regierung lässt. Das wusste ich zwar auch schon ohne Dieter Hildebrandt, aber er hat mir das nochmal gut und anschaulich verdeutlicht.

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